Sand-Algarve-Kurztrip, Mai 2013
Faro - Tavira - Vilareal De Sant Antonio - Ayamonte - Isla Canela - Praia De Faro (+ Palma, Mallorca)
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Tag3:
Nach einem kurzen Frühstück auf dem Balkon packe ich meine Sachen zusammen und eile auf Schusters Rappen zur Bahnhaltestelle des Stadtteils Porta Nova, um einen der frühmorgends recht häufig verkehrenden Züge, gut gefüllt Schülern, Pendlern und sonstigen Locals, zu erwischen. Da es an dem Bahnsteig keine Ticketerwerbsmöglichkeit gibt steige ich, wie schon am Vortag (nach und von Vila Real De Santo Antonio) einfach ein und pflanze mich auf einen Platz am Fenster in Fahrtrichtung. Die 2er Reihe behalten meine neue Hüpferlitasche und ich übrigens bis zur Ankunft in Faro für uns alleine.

Tavira, Haltestelle Porta Nova
Tavira, Haltestelle Porta Nova
An der Haltestelle Porta Nova gibt es keine Möglichkeit, ein Ticket der portugiesischen Eisenbahn zu erwerben; im Zug werden die Fahrscheine deshalb zuschlagsfrei verkauft (von Tavira Porta Nova bis nach Faro zahle ich übrigens weniger als fünf Euro)
An der Haltestelle Porta Nova gibt es keine Möglichkeit, ein Ticket der portugiesischen Eisenbahn zu erwerben; im Zug werden die Fahrscheine deshalb zuschlagsfrei verkauft (von Tavira Porta Nova bis nach Faro zahle ich übrigens weniger als fünf Euro)

In Faro steige ich aus und inspiziere die Umgebung des Bahnhofs. Auf der einen Ausgangsseite liegt das lagunenartige Meer, auf der anderen die Innenstadt. Als erstes schaue ich mich an der Lagune um und suche nach geeigneten Plätzen zum stylishen Herumhängen und Seitenfüllen. Nicht, dass ich das für heute geplant hätte. Nein, mir geht es darum, für einen eventuellen zukünftigen Besuch in Faro schonmal Peilung zu haben. Man weiß ja nie, wann es einen wieder an einen unlängst abgecheckten Platz verschlägt. Resultat der Inspektion: es stehen lediglich minderwertige, dafür aber westwärts ausgerichtete und mit niedrigem PSF gesegnete Gelegenheiten direkt am recht vermüllten Wasser zur Verfügung. Zur Not kann man einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt folglich in aller Ruhe mittelprächtig Wurzeln schlagen und chillen. Vielleicht ist dieses Wissen ja irgendwann mal hilfreich. Regelmäßig save ich die vermeintlich, jedenfalls kurzfristig gedacht, sinnlosen Dinge in meiner Birne ab. Und regelmäßig profitiere ich davon. Also hat auch diese Aktion, abgesehen davon dass mich Bahnhöfe und deren Umgebungen generell faszinieren, seinen subjektiven Sinn.

Faro: am Bahnhof, vom zur Lagune ausgerichteten Ausgang her fotografiert
Faro: am Bahnhof, vom zur Lagune ausgerichteten Ausgang her fotografiert
Faro: Lagune im Westen des Bahnhofs
Faro: Lagune im Westen des Bahnhofs (im Hintergrund ist der Flughafen zu sehen)
Faro: Bahnhof
Faro: Bahnhof
Faro: Bahnhof
Faro: Bahnhof

Ein kleiner Rundgang durch das bzw. ins bereits vom Sommerurlaub 2007 bekannte Zentrum der Algarve-Hauptstadt ist Pflicht und so latsche ich einfach mal, nach einem Lebensmittelgeschäft und der Bushaltestelle des ÖPNV an den Praia De Faro (die Linienführung der 16 führt übrigens am Flughafen vorbei, wie praktisch) spähend, los.

Faro
Faro (w)

Einen Supermarkt finde ich nicht. Lediglich einen Minishop mit teils rotzfrechen Preisforderungen. Was soll´s, zähneknirschend versorge ich mich mit dem absolut nötigsten. Bei der Sonneneinstrahlung in Kombination mit dem das Empfinden verarschenden leichten, frischen Meereswind von Westen her und den Temperaturen darf an einem auf gar keinen Fall gespart werden: an (Mineral-) Wasser. Wenigstens sind die drei 1,5L-Buddeln nahezu eisegekühlt. An der Bushaltestelle, die schräg versetzt dem der Stadt zugewendeten Bahnhof von Faro auf der anderen Straßenseite gegenüberliegt, befindet sich die Haltestelle für den öffentlichen Bus der Linie 16 zum Flughafen (und an den Strand, wo es mich wiegesagt vorerst hinzieht). Erstaunlicherweise gilt auf der Hinfahrt an den Praia mein uraltes Blackticket. Auf der späteren Rückfahrt vom Strand zum Flughafen sind übrigens knapp unter zwei Tacken zu entrichten.

Mit dem städtischen Bus unterwegs von Faro an den Praia De Faro
Mit dem städtischen Bus unterwegs von Faro an den Praia De Faro

Die Endhaltestelle des Linienbusses befindet sich vor der einspurigen Brücke auf der dem Naturschutzgebiet (ich nenne die Landschaft mangels besseren/genaueren Wissens einfach mal Lagune) vorgelagerten Insel, circa 200m entfernt vom herrlichen, feinen Sandstrand. An den es mich unverzüglich zieht. Bei dem perfekten Wetter kein Wunder.

Praia De Faro, Endhaltestelle des Linienbusses (16)
Praia De Faro, Endhaltestelle des Linienbusses (16)
"Lagune" zwischen dem Festland und der Ilha De Faro
"Lagune" zwischen dem Festland und der Ilha De Faro
Einspurige Brücke (der Verkehr wird durch Ampeln geregelt) zum Praia De Faro, Richtung Strand fotografiert
Einspurige Brücke (der Verkehr wird durch Ampeln geregelt) zum Praia De Faro (map), Richtung Strand fotografiert
Einspurige Brücke (der Verkehr wird durch Ampeln geregelt) zum Praia De Faro, Richtung Festland fotografiert
Einspurige Brücke (der Verkehr wird durch Ampeln geregelt) zum Praia De Faro, Richtung Festland fotografiert
Praia De Faro
Praia De Faro

Wie heißt es auf so vielen Seiten und Blogs neuerdings immer, wenn man total überwältigt ist? Bäm? Oder gar Bä-Bäm? Kann sich bei mir nicht durchsetzen. Dann eher und lieber "Bam Ba-Bam (legendäres oldschool-vid)!" Ich bleibe oldschoolverpflichtet (mindestens so oldschool wie das lausig-verkackte Layout dieser Internetseite) beim jahrelang bewährten Standardvokabular und gebe hiermit kund, dass ich beim Erreichen am Strand regelrecht weggeflashed, und zwar nach allen Regeln der Kunst, bin. Wow, absolut wow! Alles nur dick! Gockelmäßig! Laser! Keep it real. Und so. Miesgelaunte Hipster-Furzfressen werden mich sicher erden.

A propos so. Genau so hatte ich ihn, den Praia De Faro in Erinnerung. Das Wetter bei meinem letzten Besuch war ähnlich wie heute, der Strand genauso und das Wasser ähnlich einladend. Wirklich warm werden die offenen, klaren Fluten des Atlantiks an der Algarve anscheinend nie und so stelle ich kaum einen Temperaturunterschied beim ausgiebigem Bad im Meer fest.

Praia De Faro
Praia De Faro

Und so verbringe ich die viel zu wenigen Stunden damit, alle zwanzig Minuten abwechselnd in den Atlantik zu hüpfen und mich zu sonnen. Dabei lasse ich meine Gedanken kreisen und stelle fest, dass ich Portugal unbedingt erneut in den Fokus der potentiellen Sommerurlaubsziele aufnehmen muss. Tja, und dann muss ich auch langsam aufbrechen Richtung Flughafen.

Praia De Faro, wieder ein absoluter Volltreffer! Ich komme wieder...
Praia De Faro, wieder ein absoluter Volltreffer! Ich komme wieder...


Offen gestanden wusste ich schon 2007, dass ich wiederkehren werden würde. Deshalb an dieser Stelle ein paar Pics von damals:


Zurück ins "Hier und Jetzt".

Er steht schon bereit, der hübsche Linienbus nach Faro mit Halt am Flughafen
Er steht schon bereit, der hübsche Linienbus nach Faro mit Halt am Flughafen

Am Flughafen gebe ich rasch das Gepäck auf und pflanze mich in den Schatten eines Baumes auf einer Grünfläche am Rand vom (Mietwagen-) Parkplatz. Moment mal. Der geneigte Leser wird einen Error im eigenen Head registrieren. Ich gebe Gepäck auf? Ja, denn bei diesem Trip handelt es sich bekanntlich um einen Pauschalurlaub, bei dem locker 20Kg Aufgabekram im Gesamtpreis inkludiert ist. Wieso pflanze ich mich unter einen jungen Baum? Weil es keine "alten" mehr in der unmittelbaren Nähe gibt.

Finale Asselei bzw. Abschiedzeremonie am kaum wiedererkennbaren Flughafen von Faro (w)
Finale Asselei bzw. Abschiedzeremonie am kaum wiedererkennbaren Flughafen von Faro (w)

Die Flugkombination von Faro zurück ins heimische Hannover wird von Air Berlin durchgeführt. Wie lautet deren Hub? Richtig: Palma (früher: de Mallorca). Zwischen planmäßiger Landung in PMI und dem Weiterflug gen HAJ liegen fast drei Stunden. Genug Zeit, um meinen Fußsohlen endlich mal wieder mallorquinischen Boden zu gönnen und den Kontakt zu altehrwürdigen finalen Asselstationen im Flughafenumfeld "Moin!" zu sagen. Eine mit mittlerweile meines Wissens (alle Angaben wie immer ohne Gewähr) 2,5€ pro Ritt zu entlohnende Busfahrt an den nächstgelegenen Strand der Playa aka Platja De Palma (Haltestelle "El Cid", eigenes Foto) ist zeitlich leider nicht drin, da die Busse nur alle halbe Stunde verkehren. Im Gegensatz zu den Bussen von und nach Palma, die im Zehnminutentakt unterwegs sind. Schade. Für einen Marsch (Foto von mir bei eben jenem... ) ans Meer fehlt die Zeit, da pro Strecke gute 35-40 Minuten einkalkuliert werden sollten. Also widme ich mich den flughafennahen persönlichen Attraktionen.

Landeanflug auf PMI, spitzenmäßiger Blick auf Can Pastilla und die Playa de Palma
Mit Air Berlin auf dem Weg von Faro nach Hannover, via Palma (De Mallorca) Landeanflug auf PMI, spitzenmäßiger Blick auf Can Pastilla und die Playa de Palma

Nach der Landung hetze ich aus dem drittgrößten spanischen Flughafen (weite Wege, würg!) hinaus Richtung "Platz beim Brunnen beim Windrad auf dem Turm im Kreisverkehr" und kaufe unterwegs bei der Repsol-Tanke ein Cerveza.


Repsol-Tankstelle am Flughafen PMI (w)

Anschließend rase ich weiter zu einem meiner oft besuchten Lieblings-Chillplätze und bin, dort angekommen, enttäuscht.

"Platz beim Brunnen beim Windrad auf dem Turm im Kreisverkehr"
"Platz beim Brunnen beim Windrad auf dem Turm im Kreisverkehr"

Weshalb ich so enttäuscht bin? Weil der Brunnen (noch?) kein Wasser im Becken hat und außer Betrieb ist. Und weil der von der um mich herum brausenden Fahrzeugen ein zu hoher Stressfaktor ausgeht. Meine Erinnerungen an vergangene Asseleien zeichnen irgendwie, eventuell nostalgisch-verklärt, ein anders Bild.



Bild, aufgenommen im Juli 2011 - damals hatte ich noch die "touropean.com-page"

"Platz beim Brunnen beim Windrad auf dem Turm im Kreisverkehr", leider ist der Brunnen außer Betrieb und das Brunnenbecken ziemlich zugemüllt
"Platz beim Brunnen beim Windrad auf dem Turm im Kreisverkehr", leider ist der Brunnen außer Betrieb und das Brunnenbecken ziemlich zugemüllt

Einen selbstvergrabenen Schatz gibt´s dieses Mal nicht zu heben und an einigermaßen entspanntes Seitenfüllen ist nicht zu denken. Abgesehen davon rennt die Zeit in Siebenmeilenstiefeln davon. Also ziehe ich weiter Richtung Terminal. Wohlwissend, dass es unterwegs noch einen bereits mehrfach für "gut" befundenen Verweilort gibt.

Auf dem Rückweg zum PMI-Terminal
Auf dem Rückweg zum PMI-Terminal
Der Poller ist ein lieber alter Bekannteer auf den letzten Metern zum Terminal des Flughafens mit dem Kürzel "PMI"
Der Poller ist ein lieber alter Bekannter auf den letzten Metern zum Terminal des Flughafens mit dem Kürzel "PMI"

Auf dem meinerseits schlicht und ergreifend "Poller" getauften Asselplatz fülle ich in Rekordzeit Seiten und verabrede mich mit dem Big Buzz für eine abendliche bzw. nächtliche Sause in Hannover.

PMI, Vorplatz (hier stehen üblicherweise die Transferbusse zu den überall auf Mallorca verteilten Hotels herum und warten auf die Pauschalurlauber)
PMI, Vorplatz (hier stehen üblicherweise die Transferbusse zu den überall auf Mallorca verteilten Hotels herum und warten auf die Pauschalurlauber)Bis zum nächsten Mal, Mallorca!
Bis zum nächsten Mal, Mallorca! Und sorry, dass ich heute keine Zeit hatte!

Zuhause packt es der Big Buzz tatsächlich, mich am Bahngleis abzuholen. Zack, weg mit dem Gepäck ins Bahnhofsschließfach und ab ins Nachtleben Hannovers.

Danke fürs Lesen. Feedback gern. Du weißt, wohin. In die Tonne. Nee Quatsch, an die Dir sicher geläufige Mailadresse.