Prolog:

Eurwings wird die Verbindung nach Stansted einstellen. Der letzte Flug von Stansted nach Hannover wird vorraussichtlich am Freitag, dem 29.03.2019 verkehren. Darüber hinaus ist der Brexit fürs gleiche Datum geplant, so dass ich bei rechtzeitiger Anreise quasi "hineinfeiern" könnte. Und ach ja, ein Besuch in Harlow ist auch schon wieder fast genau ein Jahr her - rasch sind also gleich drei gute Gründe gefunden, Englands Südosten mal wieder einen Besuch abzustatten. Und die Gründe werden immer mehr, da es zeitlich sowohl hinsichtlich des Sparkalenders von Eurowings als auch bei mir selbst prima passt. Zudem hatte ich schon immer Lust darauf, in der Region eine kleine Rundfahrt mit ´nem Mietwagen zu drehen. Im September 2018 buche ich die Flüge und die Hotels und dann heißt es abwarten.
Tag 1: Hannover Langenhagen - Stansted Airport - Bishops Stortford - Sawbridgeworth - Harlow
Vor fast fünf Monaten buchte ich die Flüge und auch die Unterkünfte, letzte Woche den Mietwagen und schon geht es los. Immer wieder der Knaller, wie schnell die Zeit zwsichen Buchung und Trip-Start vergeht. Schon marschiere ich mal wieder in aller Herrgottsfrühe mit geschulterter Neuer Hüpferlitasche zum Bahnhof, um von dort aus mit der wie zuletzt häufig verspäteten S5 zum Flughafen Langenhagen zu gelangen. Aus der Hineinfeierei in den Brexit wird leider nichts aber als Ersatz meint es Petrus gut mit mir. Die Wetterprognose schaut blendend und recht stabil aus - hinsichtlich meines Tripziels alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Los geht´s.

Unterwegs von daheim zum
Hauptbahnhof Hannovers
3,60 € sind mittlerweile für den knapp zwanzigminütigen Ritt zu bezahlen und mir bleiben nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle nur mehr zehn Minuten bis auch schon das Boarding für einen der letzten Flüge von Hannover nach Stansted beginnt. Den Flug verpenne ich. Überpünktlich landet der Jet in England und mit dem Monorail-Shuttle geht es vom Satelliten- ins Hauptterminal. Die Warteschlangen vor den Einreiseschaltern sind lang und die Kontrollen genau.
In Stansted stelle ich mich vors Terminal und wenig später in einen der alle zehn Minuten zu den Autovermietern pendelnden Shuttlebus. Hertz hat meinen Zuschlag erhalten, gebucht habe ich über den ADAC. Es waren die katastrophalen Bewertungen, die mich von den zahlreichen Billiganbietern abgehalten haben. Hertz kommt diesbezüglich vor Ort am besten weg und ich greife an dieser Stelle schonmal insofern vor, als dass ich jederzeit wieder, gern auch wie diesmal für etwas mehr Kohle, via ADAC bei Hertz in Stansted buchen würde.
Die service- wie kundenorientierte, freundlich-kompetente Angestellte schaut kurz auf den Voucher, erledigt das übliche Prozedere und verzichtet gänzlich darauf, mir irgendeinen aufpreispflichtigen, intransparenten Scheiß aufzuquatschen. Keine Selbstverständlichkeit, auch nicht bei den Premiumanbietern, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Auch die Karre ist astrein: ein Skoda Fabia mit knapp 10.000 Km auf der Uhr und wirklich prallvollem Tank, dessen Anzeige sich tatsächlich erst nach über 200 gefahrenen Km bewegen wird - genug vorweg genommen, zurück in die Spur und zum Tagesgeschehen.

Für die folgenden
fünf Tage mein Transportmittel: der graue Skoda Fabia von Hertz mit knapp
10.000 Km auf der Uhr
Schon geht die Fahrt los, als erstes möchte ich nach Bishop`s Stortford. Durch Bishop`s Stortford durchgebrettert bin ich an Bord des Stansted Express des Öfteren, dort herum gelatscht jedoch kurioserweise noch nie. Zeit, dies zu ändern. Der Verkehr ist dicht, hektisch und zugegebenermaßen anfangs stressig weil ungewohnt. Gut, dass ich auf allerlei Erfahrung mit dem Linksverkehr zurück greifen kann. Die Routine setzt bereits nach einer Viertelstunde langsam, dafür aber im wahrsten Sinne des Wortes sicher und quasi "Meile für Meile", ein.

Einer der ersten von vielen
im Tripverlauf folgenden Staus; der Verkehr ist generell dicht, hektisch und
zugegebenermaßen anfangs stressig weil ungewohnt
In Bishops Stortford parke ich mitten im Zentrum. Die erste halbe Stunde ist gratis, womit meine Aufenthaltszeit am heutigen Tage schonmal stark begrenzt ist. Letzten Endes reicht die halbe Stunde jedoch auf die Minute aus, um mir einen positiven ersten Eindruck von der beschaulichen Stadt, die übrigens außerhalb der Einflugschneise des Flughafens Stansted liegt, zu machen.
Bishops Stortford
Was sagt Wikipedia im zugehörigen Artikel (w) eigentlich so zu Bishop`s Stortford? Unter anderem das folgende:
"Bishops Stortford ist eine Stadt in England mit rund 35.000 Einwohnern. Die Stadt liegt in der Grafschaft Hertfordshire, rund 50 Kilometer nordöstlich von London am River Stort. Hier befindet sich der Verwaltungssitz des Distrikts East Hertfordshire. Wenige Kilometer östlich der Stadt befindet sich der Flughafen London-Stansted.
Die Römer errichteten eine kleine Siedlung an der Stane Street, der Römerstraße zwischen London und Colchester. Die Siedlung wurde nach dem Zerfall des Römischen Reiches aufgegeben. An ihrer Stelle entstand später eine Siedlung der Angelsachsen. Als das Domesday Book im Jahr 1086 geschrieben wurde, zählte der Ort rund 120 Einwohner. Den Zusatz Bishops erhielt er deshalb, weil er im Mittelalter im Besitz des Bischofs von London war. Die Entwicklung des Städtchens wurde begünstigt durch das Vorhandensein von Straßen, dem nahe gelegenen Fluss Stort und der Durchführung eines wöchentlichen Marktes.
Nach 1769 wurde der Fluss schiffbar gemacht, kurz darauf wurde das Städtchen ein Haltepunkt der Postkutschenlinie zwischen Cambridge und London. Im Jahr 1828 erhielt Bishops Stortford eine Getreidebörse. Die Mälzerei war der wichtigste Industriezweig. Die Eisenbahn wurde 1842 eröffnet. Im Jahr 1901 betrug die Einwohnerzahl 7000 und stieg innerhalb von fünfzig Jahren auf 13.000 an. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Wachstum noch ausgeprägter. Die Eröffnung der Motorway M11 und des Flughafens Stansted trugen dazu bei, dass Bishops Stortford immer stärker in den Einzugsbereich des Großraums London geriet und heute eine Pendlerstadt ist."

Bishops Stortford

Bishops Stortford,
Blick aufs sogenannte Sworder's Field, ein Teil des Parkgeländes
Der für mich interessanteste Teil der Stadt ist zweifellos Waytemore Castle.

Waytemore Castle, Bishops
Stortford
Mal gucken, was Wikipedia im entsprechenden Artikel (w) so über das Waytemore Castle zu berichten weiß. Unter anderem folgendes: "Waytemore Castle ist eine Burgruine in der Stadt Bishops Stortford in der englischen Grafschaft Hertfordshire. Die Überreste der Burg hat English Heritage als historisches Bauwerk I. Grades gelistet. In der Regierungszeit König Wilhelms I. wurde zunächst eine Motte errichtet. Im 12. Jahrhundert wurde auf dem Mound ein Donjon mit rechteckigem Grundriss hinzugefügt. Dieser wurde im 13. Jahrhundert, in der Regierungszeit Johann Ohnelands, verstärkt und Mitte des 14. Jahrhunderts gab es eine königliche Erlaubnis zur Befestigung des Bauwerks (engl.: Licence to Crenellate). Nach dem englischen Bürgerkrieg wurde die Burg geschleift. Im 17. Jahrhundert diente sie als Gefängnis. Heute sind nur noch Erdwerke, der große Mound und Fundamente des rechteckigen Donjons erhalten." Interessant, interessant.

Waytemore Castle, Bishops
Stortford

Blick vom Burghügel
auf die Castle Gardens
Außer dem Rundumblick und ein paar Gemäuern gibt es oben auf dem Waytemore Castle nicht viel zu sehen. Hier und dort Hinterlassenschaften von Feiernden aber das war es dann auch schon. Dennoch sehenswert, ganz besonders unter Einbeziehung des geschichtlichen Hintergrunds, keine Frage. Das gesamte Parkareal ist einladend und angenehm.

Für die Kids: Planschbecken
im Stadtpark von Bishop`s Stortford

River Stort

Bishops Stortford,
gefällige Wohnungen in Top-Lage
Nach der Erkundung des Parks bleibt noch aureichend Zeit um einen Blick auf das lebendige Treiben der Kleinstadt zu werfen, in dessen Herz 2007 ein seelenloses Einkaufszentrum gepflanzt wurde, um welches ich gekonnt wie überzeugt einen Bogen mache.

An dieser Stelle gebe ich
es zu: auch ich finde diese Teile irgendwie toll, zumal dieses Exemplar von
PR einst "besonders genau begutachtet" wurde, was den Style-Faktor
maßgeblich steigert

Bishops Stortford,
St Michael's Church

Bishops Stortford
Na sieh mal einer an, zack, schon ist die halbe Stunde des Aufenthaltes in Bishops Stortford um. Weiter geht´s, und zwar in ein kleines Nest namens Sawbridgeworth. Dort halte ich nur an, weil ich mich früher beim Durchfahren des Ortes mit dem Zug immer gefragt habe, wie es hier wohl aussehen könnte. Fortan weiß ich die Antwort: malerisch und verschlafen. Abgesehen von der schmucken Dorfkirche, dem Flüsschen Stort und ein paar edlen Wohnhäusern stattlicher Art gibt es hier kaum etwas zu sehen. Typisch englischen Kaff-Style der gehobenen Art jedoch gibt es hier reichlich zu genießen, so dass der Zwischenhalt durchaus seine Berechtigung hat.

Sawbridgeworth, Great Saint
Mary's Parish

Edel wohnen in Sawbridgeworth
Weiter geht es nach Harlow, wo neuerdings ein Aldi-Markt zu finden ist. Die Ableger der riesigen Discounter-Kette schießen aktuell wie Pilze aus britischem Boden und wissen durch Top-Auswahl in Kombination mit Top-Qualität und Top-Preisen zu überzeugen. Auch mich. Es ist an der Zeit, mir einen Bordvorriant für den Fabia zuzulegen. Wo denn sonst, wenn nicht hier?

Aldi, Harlow
Nach dem Einkauf parke ich den Fabia vor der altbewährten Travelodge am Bahnhof von Harlow und starte meine klassische Runde. Doch warte kurz, an dieser Stelle spendiere ich mal besser eine Karte zur Orientierung.
In die Bude kommt man hier erst ab 15h, die Parkplätze werden nach dem "First come, first serve"- Prinzip (kostenfrei) vergeben.

Harlow Travelodge, meine
Bude zum mittlerweile vierten Mal und abgesehen vom nur gegen Zusatzentgelt
nutzbaren (3,- GBP sind fällig; dazu präsentiert es sich in bisweilen
lausiger Qualität) Wifi nicht nur alleine der Lage wegen eine Empfehlung
wert
Travelodge Harlow Town in voller Pracht (aufgenommen vom gegenüberliegenden
Parkhaus aus im September 2014)
Harlow, da bin ich wieder. Nach ziemlich genau einem Jahr findet es nun also wieder einmal statt, mein Wiedersehen mit Harlow, in der liebevoll "Graue Perle" oder "City without any sights" genannten Newtown Harlow (Essex). Stammleser und Leute die mich kennen wissen, dass mir Harlow eine Menge bedeutet und im Laufe der Jahre massiv ans Herz gewachsen ist. Ich weiß nicht mal, wie oft ich dort schon abgehangen habe. Über den einen oder anderen Besuch habe ich trotz der Tatsache, dass ich jedes Mal im Grunde genommen das gleiche Programm abspule, dennoch einen TR verfasst. Das mache ich auch heute, und zwar ganz besonders aufgrund der Tatsache, dass dies vermutlich mein allerletzter Besuch hier sein wird. Ich drehe heute sozusagen meine Abschiedsrunde. Kein Scherz, ist wirklich so.
Am Bahnhof "Harlow Town" wird gebaut. Warum weiß ich nicht, ist die Fassade doch erst unlängst mit frischer Farbe aufgehübscht worden. Na ja, "unlängst" ist ein relativer Begriff und in diesem Zusammenhang auch schon wieder locker sechs-sieben Jahre her.

Bahnhof "Harlow Town"

Bahnhof "Harlow Town"
Bahnhof von Harlow Town in voller Pracht (aufgenommen vom obersten Deck des
nahegelegenen Parkhauses im September 2014)

Gebäude direkt gegenüber
vom Bahnhof "Harlow Town"
Nachdem ich dem Bahhof "Harlow Town" kurz meine Ehre erwiesen habe schlendere ich am Edinburgh Gate vorbei, überquere die Hauptstraße (Edinburgh Way) und betrete den Stadtpark.

"Edinburgh Gate",
Harlow

Harlow Town Park - das
geübte Auge erkennt bereits mittig, halblinks die stylishe Schildkröte
(eines der Wahrzeichen des Parks neben der Skulptur "The Swan")

Harlow Town Park, Blick
zurück Richtung Edinburgh Way (und Bahnhof und so... )
Aufs Wiedersehen mit der "Turtle" freue ich mich schon eine ganze Weile. Traurigerweise fehlen noch immer Mosaiksteinchen ihrer Nase. Ihr miesen Chavs (w)! Nun ja, ich will hier nicht alle Chavs unter Generalverdacht stellen aber wer sonst sollte so abgebrüht und charakterlos sein, der liebenswürdigen Schildkröte Steinchen von der Nase zu fetzen? Oh man, Leute gibt´s, unglaublich.
Da liegt sie, die Schildkröte
vom Harlower Stadtpark

Ein Besuch bei meinem Freund
im Harlow Town Park, bei der Schildkröte, darf nicht fehlen

Unterwegs im Harlower Stadtpark

Unterwegs im Harlower Stadtpark;
in dem Gebäude ist seit einiger Zeit ein Café drin
Ich lustwandle durch den seit Jahren mehr und mehr in Schuss gehaltenen Stadtpark. Nirgends liegt Müll oder Schrott herum, die Bänke sind frei von Schmierereien und Vandalismusschäden und es wurden hier und dort Informationstafeln zu Flora, Fauna und Geschichte des Areals aufgestellt. Wie geil! Selbstredend poppen allerlei Erinnerungen an vorherige Besuche auf. Ohne Flachs, ich habe keinen blassen Schimmer davon, wie oft ich schon hier in Harlow unterwegs war. Wie auch immer, es ist die Park Lane, die den Harlow Town Park bezüglich meiner "Classic Walk" genannten Route zweiteilt. Als ich diese vom Bahnhof aus kommend erreiche biege ich in eben jene nach links ein und stehe wenig später vorm Harlower Hostel. Unglaublich aber wahr: es gibt hier tatsächlich ein Hostel.

Park Lane, Harlow (linker
Hand befindet sich seit einigen Jahren das Hostel über das ich allerdings
nichts berichten kann und ein paar Meter weiter der Greyhound Pub, in dem
ich irgendwann mal ein Pint hatte)
Greyhound Pub, in dem ich
irgendwann mal ein Pint hatte (es fällt mir gerade wieder ein: im November
2013 war´s; Alter, auch schon wieder locker fünfeinhalb Jahre her,
der Hammer wie schnell die Jahre vergehen)
Weiter geht´s in den südlichen Teil des Parks.

Kaum zu glauben, dass die
"Graue Perle" derart pittoreske Ecken zu bieten hat (beispielsweise
auch in Old Harlow) aber Harlow wird ohnehin allgemein unterschätzt finde
ich
Unterwegs im Stadtpark
von Harlow, Essex

Harlow Town Park, die Skulptur
(hinten, recht mittig) nennt sich "The Swan" und was das auf deutsch
bedeutet wird wohl jeder auch ohne weitere Übersetzung oder Erklärung
checken
Kurz raste ich und freue mich darüber, schon wieder hier in Harlow unterwegs sein zu dürfen. Der Bereich um den mit der Schwanenskulptur geschmückten Teich wurde übrigens irgendwann in den viel zu vielen Jahren seit meinem vorletzten Aufenthalt umfassend renoviert und der Uferteil sogar umgestaltet. Der Harlow Town Park scheint den Lokalpolitikern und anscheinend auch den Locals selbst am Herzen zu liegen, prima.

Harlow Town Park - links
die Skulptur "The Swan", die sich per *Klick* detaillierter betrachten
lässt

Unterwegs im Harlow Town
Park

Peace Wood, Harlow
An dieser Stelle eine Richtigstellung. In meinem letzten TR schrieb ich zum Peace Wood bzw. dessen Namen folgenden Unsinn: "Nach der kurzen Rast geht es weiter, vorbei am Peace Wood (der sich selbst überlassen wird und daher den Namen trägt)... ." Dies ist schlichtweg falsch. Der Peace Wood trägt seinen Namen seit 1997 und soll dem Ende des Kalten Krieges gedenken. Näheres ist der auf einem unten folgen Foto abgebildeten Schautafel zu entnehmen.

Peace Wood, Harlow

Welcome to the Peace Wood
im Harlow Town Park (eine der bereits erwähnten recht neuen, informativen
Schautafeln)

Auch dieses Logo mit Schriftzug
der Newtown Harlow ist noch recht neu

Karte vom Harlow Town Park,
die es sich durchaus einzustudieren lohnt da sich eine große Runde in
diesem gepflegten, lauschigen Gelände m.E. total lohnt
Wenig später stehe ich am von mir "Stargate" "getauften" Hecken-Baum-Busch-Was-Auch-Immer-Durchbruch vom Harlow Town Park zurück in das bebaute Gebiet der Grauen Perle.

Das gute alte (meinerseits
irgendwann vor vielen, vielen Jahren mal so "getaufte") Stargate
zu Harlow...
Wenige Minuten nach dem Durchschreiten des meienrseits so getauften "Stargates" erreiche ich Wohngebiete, die sich mitten im Wandel befinden und von Jahr zu Jahr gediegener daher kommen.

Harlow, altbekannt-stylishes
Wohngebiet
Ich überquere die Mandela Avenue und lande in einem weiteren sehenswerten Wohngebiet, das mich schon von Beginn an in seinen Bann zu ziehen vermochte: "The Hides". Die dort gelegenen Bauten gammelten viele Jahre lang vor sich hin und sahen bislang wenig einladend, dafür jedoch authentisch, abgerockt und letzten Endes nach meinem Geschmack stylish aus. Diese Zeiten sind vorbei. Die Gebäude werden allesamt saniert, renoviert und aufgehübscht.

"The
Hides":
es wird gebaut
Gesetzt der Fall, dass die Baumaßnahmen nicht zu exorbitanten Mietbelastungen der Bewohner führen sicher eine zu begrüßende Maßnahme, hier endlich mal etwas zu tun. Die Preise fürs Wohnen sind in England, im Speziellen in und um London herum, übrigens absolut irre. Habe hier und da Makler- und Bankenaushänge studiert und die aufgerufenen Preise kaum begreifen können. Boah ey, was hier für eines der Grundbedürfnisse abgezwackt werden muss ist schier unglaublich - aber wahr. Wie schaffen es die Locals bloß, in diesen Gefilden über die Runden zu kommen geschweige denn, Wohneigentum zu erwerben?

"The
Hides":
es wird gebaut

Unterwegs im Wohngebiet
"The Hides", Harlow (Essex)

Unterwegs im Wohngebiet
"The Hides", Harlow (Essex): hier das wohl stylishte Gebäude
der Stadt, nur echt mit Fußgeherpassage mitten hindurch
Unterwegs im Wohngebiet
"The Hides", Harlow (Essex)
Ich nutze den Tunnel unter der coolen Hütte, in der ich schon immer mal Party machen wollte, um ins Zentrum zu gelangen.

Unterwegs in Harlow
Im Zentrum angekommen ist alles so, wie ich es in Erinnerung hatte. Dass die Hauptpost am Marktplatz zwischenzeitlich für immer die Türen geschlossen hat ist nicht neu für mich. Einen Ableger findet man nun übrigens z.B. im in der Fußgeherzone beheimateten WHSmith, wo man zu fairen Preisen Währung wechseln kann.

Harlow: ob das "Seen"
formerly known as "Liquid" irgendwann noch mal fällig ist steht
des eigenen fortgeschrittenen Alters mittlerweile leider in den Sternen
Die Post auf dem Hauptplatz
von Harlow hat seit mindestens einem Jahr und inzwischen wie´s aussieht
für immer dicht gemacht

Harlow, am Hauptplatz

Blick über den Markt-
bzw. Hauptplatz auf die Fußgeherzone von Harlow, mittig die wohl bekannteste
Skulptur namens "Meat Porters" (Fleischträger)
Blick von der Fußgeherzone
von Harlow aus auf die wohl bekannteste Skulptur namens "Meat Porters"
(Fleischträger)

Im Zentrum von Harlow;
das lange Ding halblinks ist übrigens kein Phallus-Symbol sondern das
"Monument to the building of the New Town"
Harlow (Fußgeherzone),
Blick aufs Terminus House:: dort befindet sich übrigens grob gesagt der
ZOB der Stadt

Sozusagen der "Ur-Sports-Direct"
für mich, der mittlerweile rein gar nichts mehr für mich, meinen
Geschmack und meinen Geldbeutel zu bieten hat, Harlow
Neuer Teil der Shoppingmeile
von Harlow, Essex

"RETURNING FROM WORK"
- diese kleine, aber feine Skulptur von Carl Heinz Müller befindet sich
am Eingang der Stadtbücherei von Harlow und wurde meinerseits bislang
sträflicherweise übersehen (hier
eine den vielen Skulpturen gewidmete Seite mit entsprechenden Fotos)
Bei diesem Anblick / bei
dem Wortspiel muss ich selbst heute noch schmunzeln

Unterwegs im Zentrum von
Harlow; hier und dort gibt es echt rotte Ecken

Lokaler Ableger der Billo-Saufladen-Pub-Kette
"Wetherspoon": hier "The William Aylmer" (Harlow)
Der Besuch des Zentrums ist beendet und es heißt "ab zu Sainsburys". Die einst als Taxistand fungierende Bude wird mittlerweile als Treffpunkt der osteuropäischen Asi-Suff-Szene genutzt. Osteuropäische Asi-Suff-Szene? Echt jetzt? Ja, leider "echt jetzt". Arme, gestrandete "Schweine". Das Krakeele ist schon zur Mittagsweit aus weiter Entfernung zu vernehmen und sprachlich eindeutig slawisch geprägt.

Harlow, mittlerweile als
Treffpunkt der osteuropäischen Asi-Suff-Szene genutzter ehemaliger Taxistand
Die armen Ostis tun mir leid. Helfen müssen sie sich selbst. Ich latsche weiter gen Sainsburys.

Auf der letzten Zielgeraden
vom Zentrum Harlows aus zum lokalen Sainsburys

Sainsburys, Harlow
Ausnahmsweise brauche ich nicht viel von Sainsburys. Der Kofferraum ist vom Aldi-Einkauf her noch bestens gefüllt, logisch. Dennoch erwerbe ich ein paar wohlbekannte Snacks, zum Beispiel die echt perversen Mundgeruch verursachenden frittierten Zwiebel-Teile ursprünglich indischer Herkunft, für die mich BH damals am Ende eines Tagestrips bei meiner Herkunft des Öfteren am Liebsten der Wohnung verwiesen und zur Übernachtung im Benz einquartiert hätte. Lange her. Mittlerweile kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen, nur für ein paar Stunden des Aufenthalts hier in Harlow von morgens um halb fünf bis nach Mitternacht unterwegs zu sein. Was hat mich damals bloß geritten? Registerwechsel.
Weiter geht´s, und zwar schnellen Schrittes zur Top-Sehenswürdigkeit in Gestalt der Fußgeherbrücke über die Gleise des Stansted Express.

Hinter den Pollern beginnt
die Park Lane

Gediegenes wie erstaunlich
ruhiges Wohngebiet mit gefälligen Reihenhäusern in der Park Lane,
Harlow

Harlow Town Park, im Hintergrund
bereits gut zu erkennen das Pearsons Education Center

Harlow: Pearsons Education
Center
Zack, schon pumpt das Herz schneller. Ich nähere mich mit jedem einzelnen Schritt der beeindruckendendsten mir bekannten Fußgeherbrücke überhaupt und bin beim sich mir seit all den Jahren endlich wieder bietenden Anblick sofort geflashed. Es nutzt sich einfach nicht ab. Jedes Mal schafft es das wunderschöne Monster aufs Neue, mich zu verzücken, zu begeistern und zu flashen. Habe schon viel zum Thema geschrieben und lasse es deshalb an dieser Stelle einfach bleiben. Falls es jemanden interessieren sollte empfehle ich das Studium vorheriger Berichte. Ich nehme jedenfalls vorweg, dass man das Entzücken nur nachvollziehen kann, wenn man selbst mal vor Ort war. Da bin ich mir sicher. Wie auch immer.
Vorhang auf fürs Stylemonster von Harlow, für die seltenst geile Fußgeherbrücke über die Gleise von und nach London. Absolut geiler Style, ich raste aus vor Wiedersehensfreude und bin froh, dass mich dabei keiner sieht.

Style in absoluter Vollendung:
die Harlower Fußgängerbrücke über die Gleise in den Marsgate
Springs / im Stort Valley
Geübte Augen erkennen das Style-Monster auf dem nachstehenden Foto, aufgenommen vor ziemlich genau einem Jahr.
Zugegebenermaßen gehört eine Menge Wissen und
Ortskenntnis dazu um auf diesem aus dem Jet heraus geschossenen Foto die Stylemonster-Brücke
zu erkennen
Ein wahres Stylemonster,
die berühmte und seit vielen Jahren meinerseits verehrte wie bewunderte
Harlower Fußgängerbrücke über die Gleise der alle drei-vier
Minuten vorbeitbretternden Züge des Stansted Express in den Marshgate
Springs / im Stort Valley
Mittelteil der Harlower
Fußgängerbrücke über die Gleise in den Marshgate Springs
/ im Stort Valley

Blick über die Gleise
vom Stansted Express zum Bahnhof "Harlow Town"

Unterwegs auf der Harlower
Fußgängerbrücke über die Gleise in den Marshgate Springs
/ im Stort Valley

Blick von der Top-Brücke
Richtung Asselbank Nr.1 und (zwischenzeitlich neu aufgestellter) Asselbank
am Stort (recht mittig und ziemlich hell erkennbar, wenn man ganz genau hinsieht)
Ba-Ba-Ba-Ba-Bam! Mehr geht
nicht! Meine Faszination für die Harlower Fußgängerbrücke
über die Gleise in den Marshgate Springs / im Stort Valley nutzt sich
offensichtlich niemals, auch nicht nach dem x-ten Besuch, ab
Die letzten Meter bis zur Top-Asselbank schlechthin schwebe ich dahin. Glückselig schlage ich Wurzeln und spüre, dass nun wieder eine ganz besondere Tagesausklangsasselei seinen Lauf nehmen wird. Meine Laune ist selbstredend bestens. Erinnerungen an all die vergangenen Aufenthalte schießen mir nicht nur durch den Kopf, nein, es ist so als fänden diese gerade alle gleichzeitig statt. Kann es nicht recht beschreiben was vor sich geht aber es ist toll. Liebestoll entere ich die angestammte Asselbank und fülle Seiten. Die Ur-Assel-Bank steht, dies ist aufmerksamen Lesern meiner Trs hinlänglich bekannt, natürlich in Rotenburg an der Wümme - das ist klar. Aa propos Rotenburg an der Wümme und "Wiege des Asselns", anbei ein paar im Jahre 2020 aufgenommene Fotos von dort: 1, 2 und 3.

Ba-Ba-Ba-Ba-Bam-Bam! Da
ist sie, die perfekte Harlower Asselbank im Stort Valley
Muss ich es erwähnen? Kaum. Dennoch tue ich es: die Minuten vergehen gefühlt wie Sekunden. Alles mal wieder einfach nur geil!

Gewässer hinter der
Top-Asselbank, hinter welchem übrigens die Gleise verlaufen, auf denen
alle paar Minuten ein Zug entlang brettert
Die Minuten rasen davon.

Harlow Town Park, Stort
Valley - ein schöner Platz zum Asseln
Schon mache ich die Biege.

Harlower Fußgängerbrücke
über die Gleise in den Marshgate Springs im frühlingshaften Abendlicht

Harlower Fußgängerbrücke
über die Gleise in den Marshgate Springs

Harlower Fußgängerbrücke
über die Gleise in den Marshgate Springs
Kurz vorm Sonnenuntergang latsche ich zurück zur Travelodge. Natürlich bleibe ich noch auf der stylischen Fußgeherbrücke stehen und lasse meine Gedanken fließen, das ist klar. In der Bude haue ich mich in die Badewanne und ziehe mir anschließend Schrott im Internet rein. Die extra zu zahlende Verbindung ist leider kaum zum Streamen nutzbar so dass ich um meine spät des Abends im übermüdeten Zustand generell zu schonenenden Nerven nicht überstrapazieren zu müssen auf Konserven zurückgreife. Die Filme der Olsenbande (w) sind schließlich allesamt unterhaltsam und komisch. Beim Drift ins Dreamland denke ich über Egon, Kjaelt und Benni (und dessen charakteristischen, tippelnd-hüpfenden Gang) nach und penne fidel weg.