Kurztrip (zwei volle Tage, eine Nacht) auf Gran Canaria - Playa Del Ingles - San Augustin - Dunas De Maspalomas - Las Palmas - Gran Canaria
Gran Canaria, im Januar 2012


Der Bericht zu diesem extrem kurzen Gran Canaria Trip (Sa bis So) beginnt, wie zuletzt so viele andere Pauschaltrips auch begonnen haben. Mit der inzwischen schon standardisierten Einleitung: "
Es gibt immer wieder, sofern man die Preise auf den einschlägig bekannten hin und wieder attraktive Gutscheine ohne Mindestbestellwert heraushauenden Buchungsportale verfolgt, Angebote, die man einfach nicht ablehnen kann."
So blieb mir keine andere Wahl, als den zweiten Kanarenkurztrip innerhalb der letzten zwei Monate [nach Gran Canaria (inklusive Inselrundfahrt mit Mietwagen)] einzuloggen.

Tag1:

Wenn ich euch jetzt sage, dass ich für diesen Trip inkl. FS effektiv läppische 50,- Tacken geblecht habe, glaubt ihr es vermutlich eh nicht. Ein weiterer deutlicher Vorteil gegenüber der in den letzten Jahren so häufig stattgefundenen Rainer-Trips ist, dass es in der jüngeren Vergangenheit wie auch heute von HAJ aus los ging/geht. Die Route führt von Hannover aus über Stuttgart, Genf, Marseille, Algerien, Marokko und bietet etliche geniale Ausblicke, besonders auf den Hohen Atlas. Pünktlich landet der Jet ohne nennenswerte Vorkommnisse auf Gran Canarias Flughafen von Las Palmas.

Wie immer frage ich mich, weshalb einige Leute so ewig lange dafür brauchen, ihre Koffer vom Band zu nehmen und den Transferbus zu finden. Aber was soll´s, einem geschenkten Gaul schaue ich so gut wie nie ins Maul und freue mich stattdessen über den kostenfreien bzw. im Spottpreis für das Bundle aus Anreise, Übernachtung und Abreise inkludierten Transfer. Bereits um halb elf stehe ich an der Rezeption des RIU Waikiki in Playa Del Ingles und hoffe, dass das Zimmer (Studio mit Balkon und Kitchenette) bereits bezugsfertig ist.
Ist es nicht. Mist. Nicht vor dreizehn Uhr. Ich hasse Mist.

Was nun? Gepäck abgeben kommt nicht in Frage. Ich kenne die laschen bis inexistenten Sicherheitsvorkehrungen gegen die Gepäckstückentnahme Unbefugter in diesen Gefilden nur zu gut und bekomme beim Anblick der herrenlos in der Lobby herumstehenden Koffer Angst. Deshalb verlassen die Oldschool-Chiemsee-Tasche (die altgediente Hüpferlitasche pfeift mal wieder auf dem allerletzten Loch und ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht transportfähig) und ich das Hotel und starren eine Weile vergnarzt ins Leere. Nach einer Weile medidativen inneren Nasebohrens habe ich eine Idee: ab ins Wohngebiet von Playa Del Ingles. Also in das Wohngebiet der Locals. Dieses befindet sich von der die Stadt durchquerenden Schnellstraße getrennt landeinwärts des dichten Hochhaus- bzw. Hotelgürtels.

Auf einer Fußgeherbrücke gelange ich über die autobahnähnliche Grenze und finde einen kleinen Lebensmittelmarkt, in dem ich mich mit Frühstücksutensilien und Mineralwasser versorge. Nun brauche ich nur noch einen adäquaten Asselplatz. Ab in die öde, endzeitmäßige Landschaft.

Blick aus Ödnis meerwärts auf den Hotelgürtel von Playa del Ingles
Blick aus der Ödnis meerwärts auf den Hotelgürtel von Playa del Ingles
Gran Canaria, Autobahn Höhe Playa Del Ingles
Gran Canaria, Autobahn Höhe Playa Del Ingles

Blick aus der Ödnis meerwärts auf den Hotelgürtel und die Local-Bronx von Playa del Ingles
Zack, schon habe ich einen für meine Bedürfnisse optimalen Frühstücksplatz mit Blick auf Playa Del Ingles gefunden und genieße die Wärme im Januar
Zack, schon habe ich einen für meine Bedürfnisse optimalen Frühstücksplatz mit Blick auf Playa Del Ingles gefunden und genieße die Wärme im Januar

Beim Frühstück lasse ich meinen Blick über die Umgebung schweifen und freue mich darüber, jetzt hier sein zu können. Für sehr kurze Zeit nur aber immerhin. Eine geniale Abwechslung zum Alltag zuhause. Wer sich jetzt fragt, weshalb ich mit der Zeit nichts sinnvolleres anfange als irgendwo im Nichts herumzuhängen, sei folgendes gesagt: erstens war ich vor einem knappen Monat bereits auf der Insel und habe diese komplett und kreuz und quer erfahren und teils sogar erwandert, zweitens muss ich nicht zuletzt aufgrund des letzten Gran-Canaria-Trips arg aufs Budget achten und drittens mache ich aus der Not die Tugend, die ganze Chose back-to-the-roots-mäßig anzugehen.

Die Zeit vergeht unerwartet schnell und nachdem mein Magen und diverse bis dato leere Seiten gefüllt sind, latsche ich auch schon zurück zum Hotel. Und stolpere über einen selten bronxigen Bolzplatz, der unerwarteterweise über Tore mit relativ intakten Netzen verfügt.


Gran Canaria, Playa Del Ingles: bronxiger Bolzplatz, der unerwarteterweise über Tore mit relativ intakten Netzen verfügt
Gran Canaria, Playa Del Ingles: bronxiger Bolzplatz, der unerwarteterweise über Tore mit relativ intakten Netzen verfügt

Danach wundere ich mich über Ruinen, die mich flashen, bei denen ich aber beim besten Willen auch nach heftigem Grübeln und eindringlicher Inspektion nicht auf den Trichter komme, was für eine Funktion diese wohl einst erfüllt haben könnten.

Ruinen, die mich flashen
Ruinen, die mich flashen
Ruinen, die mich flashen
Im Inneren einer der Ruinen, die mich flashen
Ruinen, die mich flashen
Ruinen, die mich flashen

Auf den letzten Metern, kurz vor der ernueten Überquerung der Stadtautobahn von Playa Del Ingles schaue ich mich noch ein wenig im Wohngebiet um und entdecke zwei für die späten Abendstunden vielversprechende Lokale.


Ich nehme es an dieser Stelle schonmal vorweg: in dem Laden, vor dem der weiße Benz steht, werde ich später noch landen...

Pünktlich beziehe ich mein Studio. Kurzer Check: okay. Abgerocktes Möbiliar, eine Kitchenette die ich nicht benutzen würde, deutschspachige TV-Sender, kein Wlan, insgesamt sauber, Balkon mit Poolblick und Vollbad. Man kann es hier meines Erachtens aushalten, für ein paar Tage.


Lausige Küchenzeile

Blick vom Hotelflur ins Landesinnere
Blick vom Hotelflur ins Landesinnere
Blick vom Hotelflur ins Landesinnere
Blick vom Hotelflur ins Landesinnere
Hotelpool
Hotelpool
Playa Del Ingles
Playa Del Ingles

Natürlich verdaddel ich nicht viel Zeit sondern latsche wenige Minuten nach Entern der Bude los Richtung Strand. Unterwegs besorge ich schonmal den Tagesproviant, denn den Sonnenuntergang will ich auf einer der Dünen von Maspalomas verbringen.

Playa Del Ingles, Promenade
Playa Del Ingles, Promenade
Playa Del Ingles, Blick über den Strand gen Sant Augustin
Playa Del Ingles, Blick über den Strand gen Sant Augustin
Playa Del Ingles, Promenade
Man spricht deutsch: Playa Del Ingles, Promenade
Playa Del Ingles, Promenade
Playa Del Ingles, Promenade

Ich bin zugegebenermaßen froh darüber, die Promenade ohne Geldausgabe zu überstehen. Der eine oder andere Snack hätte mich gereizt, aber final ist Schmalhans Küchenmeister und mal ehrlich, im Endeffekt geht doch nichts über ein selbstbelegtes Bocadillo mit lauwarmen Mineralwasser und einem mediumtemperierten Tropical in den Dünen (von Maspalomas, mit Blick auf die hinterm Horizont abtauchende Sonne und den offenen Atlantik. Oder was?

Strand von Maspalomas
Strand von Maspalomas
Dünen von Maspalomas (w), Blick inseleinwärts
Dünen von Maspalomas (w), Blick inseleinwärts

Ich weiß nicht, ob es die gleiche Düne ist wie vor einem knappen Monat, aber egal: mir gefällt es ebenso gut wie beim vorherigen Besuch. Deshalb: beide Daumen hoch! Von einer Asselei weiter landeinwärts in den Dünen ist Leuten wie mir abzuraten. Für andere Leute hingegen sind die Dünen von Maspalomas ein Paradies, soviel ist mal sicher. Habe selbst etliche Kerle den Trieben nachkommen sehen bei meinem Spaziergang vom RIU ans Meer (Dezember 2011).

Beide Daumen hoch für die Dünen von Maspalomas
Beide Daumen hoch für die Dünen von Maspalomas
Abendlicher, windgeschützter, gen Sonnenuntergang ausgerichteter und geschlechtsverkehrsfreier Asselplatz in den Dünen von Maspalomas, Gran Canaria
Abendlicher, windgeschützter, gen Sonnenuntergang ausgerichteter und geschlechtsverkehrsfreier Asselplatz in den Dünen von Maspalomas, Gran Canaria

Nach Sonnenuntergang wandere ich mit den Füßen im Meer zurück Richtung Hotel und beehre das mittags entdeckte Lokal. Spähe es zuvor aus, traue mich dann hinein. Herrlicher Locals-Laden, und dass nur wenige hundert Meter von den ätzenden Touri-Schuppen, von der Schnellstraße getrennt, entfernt. Hinter der Theke steht ein Typ in meinem Alter und sucht mittels Laptop die musikalische Untermalung der Szenerie aus. Wenn er nicht gerade die anwesenden Gäste mit Getränken, Tapas und kleinen Plaudereien versorgt. Ich bestelle ein Bier und er will wissen, ob ich es gern "extra frio" hätte. Klar! Prompt holt er ein 0,5er Humpen aus dem Froster und füllt diesen mit Bavaria vom Fass. Der Laden und die Stimmung sind der Knaller. Die Chicas und Senoras dancen ab und ich zische noch ein Bier. Zahle insgesamt (!) 2,80 € (!) und gehe gut gelaunt zurück ins Zimmer. Los Nuestros... . Baden, TV und ab ins Dreamland. Morgen ist auch noch ein Tag. Den will ich in Las Palmas verbringen.

Tag2:

Ein Frühstück ist nicht mit drin also verlasse ich das Hotel, verpflege mich in einem nahegelegenen HiperDino selbst und frühstücke mit Blick auf den Strand.

Frühstück mit Blick auf den Strand
Frühstück mit Blick auf den Strand
Anfang Januar bietet das Thermometer am Strand von Playa Del Ingles einen tollen Anblick - der Himmel könnte allerdings blauer sein
Anfang Januar bietet das Thermometer am Strand von Playa Del Ingles einen tollen Anblick - der Himmel könnte allerdings blauer sein

Danach stelle mich an die Bushaltestelle. Nach wenigen Minuten fahre ich entspannt in die Hauptstadt von Gran Canaria, nach Las Palmas.

Mr Strickland (vor mir rechts) und ich auf dem Weg nach Las Palmas

Am ZOB in Las Palmas (Santa Catalina; GC) steige ich unterirdisch aus, prüfe die Verbindungen zum Flughafen (überwiegend halbstündlich) und kehre an die Erdoberfläche zurück.

Las Palmas, über dem ZOB
Las Palmas, über dem ZOB
Las Palmas, Einkaufszentrum El Muelle
Las Palmas, Einkaufszentrum El Muelle

Der Himmel macht den Eindruck als würde er innerhalb der nächsten Stunden aufklaren. Also erledige ich als erstes einen kurzen obligatorischen Stadtrundgang durch Las Palmas de Gran Canaria, ehe ich mich an den feinsandigen Strand namens Playa de las Canteras begebe. Zunächst schaue ich mich ein wenig im Hafen um und stolpere über die Reste von Sovhispan. Was war (oder ist?) das? Hat sicher etwas mit der Sovjetunion und Spanien zu tun. Auf kyrillisch ist von einem "Magazin" die Rede. War das (ist das?) ein russischer Shop auf Gran Canaria oder wie? Sovhispan war eine riesige sovjetische Fischereiflotte mit Sitz in Las Palmas, die nach dem Ende der Sowjetunion abzog. Jedenfalls entnehme ich das diesem Artikel. Und das Schild auf dem Betonskelett ist vermutlich ein Rest eines Ladens für russische Crewmitglieder und sonstige Angestellte. Wie auch immer: interessanter Fund.


Hafen von Las Palmas de Cran Canaria
Hafen von Las Palmas de Cran Canaria
Hafen von Las Palmas de Cran Canaria
Hafen von Las Palmas de Cran Canaria
Interessanter Fund im Hafen von Las Palmas de Cran Canaria
Interessanter Fund im Hafen von Las Palmas de Cran Canaria

Weiter geht es an den Strand, den ich perfekt getimed erreiche.

In der Bar Padre Cueto wird schon länger mehr kein Frühstück serviert, glaube ich
In der Bar Padre Cueto wird schon länger mehr kein Frühstück serviert, glaube ich

Nichts wie weg mit den Klamotten und ab in die Fluten!

Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria
Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria

Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria
Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria

Der Strand ist uneingeschränkt zu empfehlen. Feinsandig, flach abfallend und der vorgelagerten, riffartigen Felsformationen sei Dank wellengeschützt. Auch die Wasserqualität ist astrein.

Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria
Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria
Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria
Playa de las Canteras, Stadtstrand von Las Palmas de Gran Canaria

Es ist wie jedes Mal: unbarmherzig rennt die Zeit davon. Schon muss ich zurück zum ZOB spurten um den Bus zurück zum Airport von Las Palmas zu erreichen. Im Bus ziehe ich mir passende Mucke mit auf AK gestellter Lautstärke rein und lasse geflashed die karge Landschaft an mir vorüberziehen. Stilecht nehme ich zweieinhalb Plätze der sogenannten Heldenbank in Beschlag und telefoniere simultan mit dem Big Buzz, der gerade in Ungarn abhängt. Alles nur dick, sozusagen. Wie üblich habe ich einen zeitlichen Puffer zwecks Linderung der Auswirkungen eines denkbaren Worst-Case-Szenarios eingebaut. Da aber nichts unvorhergesehenes eintritt, bin ich eine gute halbe Stunde zu früh am Flughafen. Zeit, Abschied zu nehmen. Von Gran Canaria. Einer imposanten Insel, die wesentlich mehr zu bieten hat als sich der durchschnittliche Pauschalurlauber vorzustellen vermag. Wie ich, ich weiß dass ich mich wiederhole, bei meiner einen knappen Monat zurückliegenden Insel-Rund-Kreuz-Und-Quer-Fahrt selbst erlebt habe.

Ich komme wieder, keine Frage! Mit mehr Zeit und Begleitung.

Kostenfreier Parkplatz am Flughafen von Las Palmas, unmittelbar bei der Bushaltestell aus Las Palmas kommend - Zeit, Gran Canaria Adios zu sagen!
Kostenfreier Parkplatz am Flughafen von Las Palmas (map), unmittelbar bei der Bushaltestelle aus Las Palmas kommend - Zeit, Gran Canaria Adios zu sagen!Am Flughafen von Las Palmas, unmittelbar bei der Bushaltestell aus Las Palmas kommend - Zeit, Gran Canaria Adios zu sagen
Am Flughafen von Las Palmas, unmittelbar bei der Bushaltestelle aus Las Palmas kommend - Zeit, Gran Canaria Adios zu sagen
Am Flughafen von Las Palmas, unmittelbar bei der Bushaltestell aus Las Palmas kommend - Zeit, Gran Canaria Adios zu sagen
Am Flughafen von Las Palmas, unmittelbar bei der Bushaltestelle aus Las Palmas kommend - Zeit, Gran Canaria Adios zu sagen

Wenig später unterquere ich die Autobahn und erledige den Check In für meinen TuiFly-Flug nach Hannover. Auf mich wartet zum Glück ein Fensterplatz und der in der Mitte bleibt frei. Perfekt. Und so verpenne ich gekonnt locker drei der viereinhalb Stunden, ehe ich nachts in Hannover aus dem Flieger steige, mir notgedrungen ein Taxi genehmige und final hundemüde und regelrecht erschlagen ins Dreamland reise.

Fazit: Kurztrip auf die Kanaren? Jederzeit wieder, auch wenn die Flugzeiten bei einer derart kurzen Aufenthaltsdauer offen gestanden ziemlich schlauchen.