Kurztrip nach Madrid, Februar 2015
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Rainer schafft es immer wieder, mich zu begeistern und meinen Buchungsfinger zucken zu lassen. Anfang Februar kommt er mit wieder einmal nicht ablehnbaren Angeboten um die Ecke. BRE - MAD für knapp 20,-€, da muss ich einfach zuschlagen. Zurück wird es aus nicht näher benannten Gründen mit Brussels Airlines via Brüssel Zaventeem gehen. Zurück zu Destinationswahl. Madrid ist noch noch ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte.

Okay, die Gegend um den Bahnhof Atocha herum kenne ich einem viele Jahre zurückliegenden Trip wegen bereits, für eine Stadtbesichtigung jedoch reichte es bisher nicht. Kurzum: irgendwann Anfang Februar mache ich mich, der eigenen guten alten Ryanair-Tradition verbunden auf den Weg nach Bremen. Mit Puffer, den nach etlichen unschönen Erfahrungen mit der Bahn verlasse ich mich nicht auf planmäßige Pünktlichkeit dieser Meinung nach dämlicherweise privatisierten Reisemöglichkeit. In Bremen angekommen bin ich froh, dass es trocken ist und entscheide mich, habe ja eh Puffer, für die Nutzung des ganz besonders in Bremen extrem hohe Akzeptanz findenden Blacktickets.

Bremen, ZOB: gutes Wetter sieht anders aus aber solange es trocken bleibt bin ich happy
Bremen, ZOB: gutes Wetter sieht anders aus aber solange es trocken bleibt bin ich happy
Der gute alte Bremer Hauptbahnhof - unglaublich, wieviele Reisen hier schon ihren Anfang, ihr Ende oder beides nahmen, Rainer wegen...
Der gute alte Bremer Hauptbahnhof - unglaublich, wieviele Reisen hier schon ihren Anfang, ihr Ende oder beides nahmen, Rainer wegen...

Bis Abflug um 15:15h habe ich also noch eine Menge Zeit und on top auch zunächst ziemliches Wetterglück. So schlage ich eine Weile im Airport-Park (wie ich ihn nenne) Wurzeln und fülle Seiten. Schon krass, dieses Terrain im Wandel der Zeiten erlebt zu haben.

Bremen, zum Asseln geeignete Umgebung des Flughafens "BRE": diese Gegend sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus...
Bremen, zum Asseln geeignete Umgebung des Flughafens "BRE": diese Gegend sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus...
Bremen, zum Asseln geeignete Umgebung des Flughafens "BRE"
Bremen, zum Asseln geeignete Umgebung des Flughafens "BRE"

Viel ist nicht los im Ryanair-Terminal und auch der Flug scheint nicht besonders gut ausgelastet zu sein. Ich nehme vorweg, dass ich wieder einmal einer Dreierreihe für mich alleine ergattere.

Da wartet er schon, der Ryanair-Jet...
Da wartet er schon, der Ryanair-Jet...

Über den Flug gibt es nichts zu berichten, außer dass ich diesen gekonnt verschlafe. Ärgerlich, dass nach erfolgter Landung eine geschlagene halbe Stunde vergeht (während der ich es minütlich dunkler und regnerischer werden sehe), ehe ich endlich aus dem Flugzeug in das Terminal vom Flughafen Barajas gelange. Die schwierigste Aufgabe wartet noch auf mich: die Suche nach der via Internet-Sat-Karte ausgemachten Fußgeherbrücke über die Autobahn.

Madrid Barajas, Aeroporto
Madrid Barajas, Aeroporto
Madrid Barajas. auf dem Fußweg vom Aeroporto in die dem Flughafen seinen Namen gebende anliegende Siedlung
Madrid Barajas. auf dem Fußweg vom Aeroporto in die dem Flughafen seinen Namen gebende anliegende Siedlung

Aus dem mittig liegenden Parkhaus heraus erreiche ich eine solche Brücke für Fußgeher; doof, dass es nicht die von mir angepeilte ist. Dank Navi-App wusel ich mich durch einsames Airport-Terrain und erreiche eine halbe Stunde bedrohlich durchnässt endlich die Autobahnüberquerung. Von der es nur noch knapp zehn Minuten zu Fuß zur heutigen Bude des Vertrauens sind.

In der Bude des Baraja Plaza Hotels
In der Bude des Barajas Plaza Hotels

Die erste mir zugewiesene Bude ist ein Loch mit schrägen Fenstern und über den Gang wabernden Rauchschwaden. Ab und zu knallen Türen und gutgelaunte Schreihälse brüllen sich gegenseitig an. Ich wittere eine verdammt stinkige, alles andere als ruhige Horrornacht. Also taper ich zurück zur Rezeptionistin und staune darüber, dass diese mir ohne großes Gezeter sofort ein neues Zimmer gibt. Welches wesentlich besser zu gefallen weiß. Okay, ist nichts dolles und mit fast 40,-€ alles andere als ein Schnapper, aber die Lage zählt. Ich hatte Bock auf madrilenischen Vorort-Style und schnelles Ankommen vom Airport aus. Dafür ist das Hotel Barajas Plaza geeignet. Die Glotze hält keine für mich relevanten Sender bereit aber das im Übernachtungspreis inkludierte Wifi ist astrein. Werde also nachher noch in die Weiten und Tiefen des Internets reisen können. Nachher? Ja, nachher, denn nun heißt es nichts wie raus aus der Bude. Ab zum schäbigen DIA Supermarkt und dann auf den Marktplatz lautet meine Devise.

Kaum bin ich aus dem DIA draußen, fängt es an zu pissen. Und zu stürmen. Und es ist gelinde gesagt arschkalt. Schweren Herzens haue ich mich in die Koje, ziehe mir WWW-Quatsch rein und reise ins Dreamland.

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