Kurztrip mit der Bahn (zwei Tage, eine Nacht): Ried im Innkreis - Passau - Würzburg
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Tag2:

Viel zu früh werde ich wach geklimpert. Maximal fünf Meter von mir, getrennt durch zwei dünne Mauern freilich, wird das Frühstücksbüffet aufgebaut. An der Rezeption checken Leute aus und unterhalten sich. Auf dem Parkplatz unter meinem Fenster rangieren die PKW der abreisenden Gäste. Die Sonne strahlt ins Loch hinein. Ich könnte kotzen. Trotz Schlafbrille und Ohrstöpseln gelingt es mir nicht, nach acht Uhr noch ein Weilchen zu pennen. Ursprünglich war bis neun Uhr mindestens ausschlafen angesagt. Pustekuchen. Was soll´s, Grummelnd zieht es mich auf Klo und unter die Dusche. Der Weg ist bekannt: vom Zimmer aus rechts passiere ich nach fünf Metern die Rezeption, biege links ab und gehe bin ans Ende des Korridors. Da betrete ich ein unverschlossenes, derzeit nicht vermietbares weil als Lagerstätte benutztes DZ dessen Bad mir zur Verfügung steht. Gestern am späten Abend war das kein großer Akt. Heute früh geht es mir massiv auf den Sack, dass ich in kurzer Büx, T-Shirt und sockfuß am Morgenbüffet, der Rezeption, der Raucherecke und damit einhergehend an vielen fragend dreinschauenden Gesichtern vorbei muss.

Zudem sehe ich etliche der normalen Zimmer, deren Türen offen stehen. Nachdem dessen nun ausgeflogene letztmalige Bewohner mich eine/r nach dem/der anderen zuvor bei deren Check Outs geweckt und wach gehalten haben. Diese Zimmer haben nichts mit dem meinen gemeinsam. Fühle mich direkt wie ein Gast zweiter bzw. siebenundachtzigster Klasse. Oder so. Wie auch immer, ich bin vergnarzt drauf.

Wenigstens das Frühstück ist gut. Danach scheitere ich wieder beim Versuch, noch eine Mütze Schlaf zu erhaschen und checke aus. Gut, dass ich nicht nach meinem Befinden gefragt werde. Gut, dass die Rezeptionistin nicht wissen will, ob alles okay war und ich einen angenehmen Aufenthalt hätte. Ich wäre in Falling-Down-Manier abgedreht.

Am Bahnhof setze ich mich in die Sonne, telefoniere mit meiner besseren Hälfte und warte auf den Zug nach Würzburg.

Passauer Hauptbahnhof
Passauer Hauptbahnhof

Passauer Hauptbahnhof
Die Neue Hüpferlitasche auf Tour
Die Neue Hüpferlitasche auf Tour

Würzburg habe ich letztes Jahr, auf der Rückfahrt aus Bad Reichenhall erstmals genauer angeschaut. Hat mir sehr gut gefallen damals. Allerdings wurmt es mich bis heute, dass ich es noch nicht auf den Weinberg zum Bismarckturm gepackt habe, von wo aus man eine geniale Panoramasicht auf die Stadt haben müsste. Diese Lücke soll heute geschlossen werden. Als erstes deponiere ich meinen Krempel in einem Schließfach.

Schließfach Nr. 62 ist das vorübergehende Depot meines Krempels
Schließfach Nr. 62 ist das vorübergehende Depot meines Krempels

Dann erfreue ich mich an der sehenswerten Architektur des Würzburger Bahnhofs, der sowohl von innen als auch von außen sehr cool ausschaut.

Der Würzburger Bahnhof weiß von innen und von außen zu begeistern!
Der Würzburger Bahnhof weiß von innen...
Würzburg Hbf
... und von außen zu begeistern
Würzburg Hbf: auf den Weinberg im Hintergrund zieht es mich später noch zwecks finaler Asselei (der graue, betonierte Weg links führt mich dann hinauf)
Würzburg Hbf: auf den Weinberg im Hintergrund zieht es mich später noch zwecks finaler Asselei (der graue, betonierte Weg links führt mich dann hinauf) Liebreizender P-Park in Würzburg
Liebreizender P-Park in Würzburg

Doch ehe es auf den Weinberg geht, drehe ich eine für mein Dafürhalten obligatorische Pflichrunde durch die Würzburger Altstadt bis zur steinernen Mainbrücke und wieder zurück. Nachstehend ein paar Pics des Stadtspaziergangs.


Würzburger Dom

Grafeneckart
Grafeneckart

Würzburg, Blick von der steinernen Brücke über den Main auf die Festung Marienberg
Würzburg, Blick von der steinernen Brücke über den Main auf die Festung Marienberg
Bei dieser geringen Fotoauflösung nicht zu erkennen aber auf dem Weinberg am Horizont steht der Bismarckturm, zu dem ich gleich latsche
Bei dieser geringen Fotoauflösung nicht zu erkennen aber auf dem Weinberg am Horizont steht der Bismarckturm, zu dem ich gleich latsche
Alte Mainbrücke, Würzburg
Alte Mainbrücke, Würzburg
Alte Mainbrücke, Blick Richtung Zentrum von Würzburg
Alte Mainbrücke, Blick Richtung Zentrum von Würzburg

Marienkapelle
Marienkapelle
Kirche St. Johannes im Stift Haug
Kirche St. Johannes im Stift Haug


Die Würzburger Residenz spare ich mir heute aus Zeitgründen. Trotzdem der Vollständigkeit halber ein Pic vom letzten Jahr:

Würzburger Residenz


Kurz vorm Bahnhof befindet sich der gut sortierte Supermarkt Kupsch, in dem ich mir Wasser, Brötchen und zwei kalte Würzburger Hofbräu Humpen ziehe. Vom Bahnhof hinauf auf den Weinberg brauche ich dann per Pedes schweißtreibende gute 30 Minuten. Der Weg ist, ein Blick auf ´ne Onlinekarte genügt, leicht zu treffen und stellt abgesehen von der teils doch recht ansehnlichen Steigung keine große Herausforderung dar. An einem öffentlichen Privatparkplatz (wusste gar nicht, dass es so etwas gibt) vorbei unterquere ich die Bahngleise und passiere Schnellstraßen, dann geht´s aufwärts. Im wahrsten Wortsinn.

Sachen gibt´s...
Sachen gibt´s...
Es geht auffie...
Es geht auffie...

Weinlage "Würzburger Stein"
Weinlage "Würzburger Stein"

Klitschenass erreiche ich den Bismarckturm.


Bismarckturm
Aussicht vom Bismarckturm auf Würzburg
Aussicht vom Bismarckturm auf Würzburg

Auf der Navigations-App ist wenige hundert Meter weiter ein zusätzlicher Aussichtspunkt verzeichnet. Denn will ich noch sehen, ehe ich die Wahl des finalen Asselplatzes treffe. Dafür werde ich belohnt, mit einem weiteren absolut erstklassigen Asselplatz der Premiumkategorie "Mehr geht nicht".

Panoramaweg zwischen dem Bismarckturm und dem weiteren Aussichtspunkt, der sich als eine auf einem Hügel gebaute Bank mit bester Aussicht herausstellt
Panoramaweg zwischen dem Bismarckturm und dem weiteren Aussichtspunkt, der sich als eine auf einem Hügel gebaute Bank mit bester Aussicht herausstellt - nächstes Mal mache ich diese Wanderung (PDF) definitiv!Würzburg: Blick vom absolut erstklassigen Asselplatz der Premiumkategorie "Mehr geht nicht"
Würzburg: Blick vom absolut erstklassigen Asselplatz der Premiumkategorie "Mehr geht nicht"

An einem solchen Ort kann die Zeit nur zu schnell vergehen, glaube ich. Seiten füllen, die Augen reibend den Blick umherschweifen lassen und einfach nur genießen. Da vergehen Minuten wie Sekunden. Schon ist´s Zeit für den Abstieg zurück zum Würzburger Hbf, der natürlich schneller und weniger schwitzig erledigt wird.

Nicht von mir...
Nicht von mir...
Zurück am Würzburger Hbf
Zurück am Würzburger Hbf
Zurück am Würzburger Hbf
Zurück am Würzburger Hbf
Zurück am Würzburger Hbf - von da oben komm´ich her...
Zurück am Würzburger Hbf - von da oben komm´ich her...

Der ICE zurück nach Hannover ist pünktlich, Knapp über zwei Stunden später steige ich dort schon wieder aus dem Zug. Eine weitere halbe Stunde später bin ich zuhause. Hinter mir liegt ein Bahntrip, der Lust auf mehr gemacht hat. Wenn die Preise doch bloß immer so genial wären... . Im September geht´s fürs gleiche Geld nach Zürich, Basel und Mannheim. Vielleicht folgt ein Trip-Report, mal sehen wie ich dann drauf bin.

Macht´s gut!