Stena Line Minitrip: Kiel - Göteborg - Kiel, April 2019
Tag 1 - Tag 2 / Tag 3

Recht kurzfristig entscheide ich mich des frühlingshaften Wetters Mitte Mai, gerade erst vom Peking-Vietnam-Trip heimgekehrt, für einen Kurztrip nach Göteborg. Mit der guten, alten Stena Germanica. Bereits der zweite Trip dieser Art im noch recht jungen Jahr. 2018 waren es übrigens deren drei. Mittlerweile bin ich tatsächlich so etwas wie ein Stammgast an Bord der Fähren von Stena Line auf der Strecke Kiel - Göteborg - Kiel, soviel steht fest. Die Woche zwischen Buchung und Trip-Beginn vergeht ratz-fatz und exakt einen Tag zuvor purzeln mal wieder die Temperaturen.

Tag 1: Kiel und Abfahrt mit der Stena Scandinavica gen Göteborg

Mit geschulterter Neuer Hüpferlitasche verlasse ich mein trautes Heim und latsche auf inzwischen sicher auch dem einen oder anderen Stammleser zumindest von Bildern her bekannten Wegen zum Hauptbahnhof von Hannover.

Auf altbekannten Wegen latsche ich zum Hauptbahnhof
Auf altbekannten Wegen latsche ich zum Hauptbahnhof

Hin und wieder verkehren tatsächlich durchgehende ICEs von Hannover nach Kiel. Den frühesten Vertreter dieser Art nehme ich und ergattere mühelos einen Wunschplatz, das heißt eine Zweierreihe zur Einzelnutzung in Fahrtrichtung.

Unterwegs im durchgehenden ICE von Hannover nach Kiel (mit Zwischenhalten in HH-Dammtor und Neumünster)
Unterwegs im durchgehenden ICE von Hannover nach Kiel (mit Zwischenhalten am Hamburger Hauptbahnhof, in Hamburg-Dammtor und Neumünster)

Angekommen am Kopfbahnhof namens "Kiel Hbf"
Angekommen am Kopfbahnhof namens "Kiel Hbf"
Angekommen am Kopfbahnhof namens "Kiel Hbf"

Tatsächlich mal pünktlich komme ich am nur wenige Meter von der Förde (Top-Asselplätze sind dort übrigens reichlich vorhanden) entfernten Kopfbahnhof namens "Kiel Hbf" an. Dort befindet sich das 1988 (ich war tatsächlich bei der Eröffnungszeremonie dabei), das Einkaufszentrum "Sophienhof".

Blick von der den Bahnhof mit dem Sophienhof verbindenden Fußgeherbrücke gen Süden, schön zu erkennen der Kieler Fernsehturm
Blick von der den Bahnhof mit dem Sophienhof verbindenden Fußgeherbrücke gen Süden, schön zu erkennen der Kieler Fernsehturm
Blick von der den Bahnhof mit dem Sophienhof verbindenden Fußgeherbrücke gen Norden, links das Einkaufszentrum selbst und "hinten, geradeaus" das "Astor"-Hochhaus am Holstenlatz bzw. an der darbenden Shoppingmeile namens Holstenstrasse
Blick von der den Bahnhof mit dem Sophienhof verbindenden Fußgeherbrücke gen Norden, links das Einkaufszentrum selbst und "hinten, geradeaus" das "Astor"-Hochhaus am Holstenplatz bzw. an der darbenden Shoppingmeile namens Holstenstrasse

Im Sophienhof setze ich mich kurz hin. Na ja, was heißt hier kurz. Letzten Endes sitze ich eine geschlagene halbe Stunde einfach nur herum. Ich schaue die vorbeischlendernden Leute an, schwelge in Erinnerungen und lasse die Gedanken treiben. Das ganze ist übrigens durchaus als meditativ zu bezeichnen.

Im EKZ "Sophienhof", Kiel
Im EKZ "Sophienhof", Kiel

Nach einer guten halben Stunde also verlasse ich den Sophienhof und gelange auf den Holstenplatz. Weiter geht´s durch die Holstenstraße, eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands.

Holstenplatz, Kiel
Holstenplatz, Kiel
Unterwegs in der Kieler Holstenstraße
Unterwegs in der Kieler Holstenstraße

Das Wetter zeigt sich zu meiner freudigen Überraschung bereits seit Höhe Neumünster von seiner besten Seite, so dass ich aufatmen und den Top-Asselplatz auf der Seegartenbrücke ansteuern kann. Doch gemach, ich habe Zeit. Und so mache ich noch den einen oder anderen Schlenker auf dem Weg dorthin.

Blick auf die Sparkassenarena, Heimstätte des THW Kiel
Blick auf die Sparkassenarena, Heimstätte des THW Kiel
Kieler Rathaus mit seinem dem venezianischen Campanile auf dem Markusplatz nachempfundenen Turm
Kieler Rathaus mit seinem dem venezianischen Campanile auf dem Markusplatz nachempfundenen Turm

Kieler Rathaus, das Rathaus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt mit seinem dem venezianischen Campanile auf dem Markusplatz (der allerdings 7,4 m niedriger ist) nachempfundenen 106 m hohen RathausturmDiese Statue von 1912 steht seit 1972 an dieser Stelle auf dem Kieler Rathausplatz: "Der Schwertträger" oder auch "Der Schwertmann"
Diese Statue von 1912 steht seit 1972 an dieser Stelle auf dem Kieler Rathausplatz: "Der Schwertträger" oder auch "Der Schwertmann"

Vom Rathausplatz aus gehe ich am Ahlmannhaus und der sich derzeit in einer massiven Umgestaltungsphase befindlichen Holstenbrücke vorbei durch die Kehdenstraße Richtung Alter Markt.

An der Holstenbrücke wird seit Langem gebaut und umgestaltet - ob die geplante Aufwertung / Umstrukturierung ein Erfolg wird steht m.E. in den Sternen
An der Holstenbrücke wird seit Langem gebaut und umgestaltet - ob die geplante Aufwertung / Umstrukturierung ein Erfolg wird steht m.E. in den SternenDie Kieler Holstenbrücke befindet sich aktuell in einer massiven Phase der Umgestaltung
Die Kieler Holstenbrücke befindet sich aktuell in einer massiven Phase der Umgestaltung

Ziel der Aktion: Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, logisch. Es ist aber auch erschreckend, wie "tot" es mir und heute schon wieder vorkommt. Wie auch immer, die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres 2019 abgeschlossen sein. Privater Kraftverkehr wird hier zukünftig keiner mehr stattfinden, die Busse hingegen sollen irgendwann wieder hier lang fahren. Die Baukosten für den Ausbau des Kleinen-Kiel-Kanals sind auf vorraussichtlich 11 Mio € beziffert worden, von denen die Stadt Kiel selbst circa 3,5 Mio zu tragen haben wird (der Rest stammt aus dem Städtebauförderungsprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“). Logischerweise bin ich bei aller Skepsis hinsichtlich des (messbaren) Erfolgs der Maßnahme sehr neugierig aufs Resultat. Bleibt zu hoffen, dass nicht wieder Probleme wie damals beim Bau der Klappbrücke über die Hörn auftauchen.

Da bin ich mal gespannt, was am Ende dabei herauskommt
Da bin ich mal gespannt, was am Ende dabei herauskommt
Zwischen dem Bootshafen und der Holstenbrücke wird, bis hin zum Kleinen Kiel, noch immer gebaut und man darf auf das Ergebnis gespannt sein
Zwischen dem Bootshafen und der Holstenbrücke wird, bis hin zum Kleinen Kiel, noch immer gebaut und man darf auf das Ergebnis gespannt seinBlick durch die sich im Siechtum befindende Shoppingmeile "Holstenstraße" Richtung Alter Markt und Nikolaikirche, Kiel
Blick durch die sich im Siechtum befindende Shoppingmeile "Holstenstraße" Richtung Alter Markt und Nikolaikirche, Kiel

Ganz in der Nähe der Nikolaikirche befindet sich, beim Anchor-Store Saturn im Untergeschoss, ein gut sortierter und überaus fair bepreister Ableger der Supermarktkette REWE, bei dem ich den Provianterwerb für den Stena-Trip nach Göteborg erledige.

Nikolaikirche, Kiel
Nikolaikirche, Kiel
Statue vor der Nikolaikirche: der "Geistkämpfer" von Ernst Barlach
Statue vor der Nikolaikirche: der "Geistkämpfer" von Ernst Barlach

Die Nikolaikirche (w) ist geöffnet und so betrete ich diese zum ersten Mal seit gefühlt zwanzig Jahren mal wieder und schaue mich um. Was ich zu sehen bekomme weiß zu begeistern.

Im Inneren der Kieler Nikolaikirche
Im Inneren der Kieler Nikolaikirche
Im Inneren der Kieler Nikolaikirche (Coventry ist übrigens die englische Partnerstadt Kiels)
Im Inneren der Kieler Nikolaikirche (Coventry ist übrigens die englische Partnerstadt Kiels)
Im Inneren der Kieler Nikolaikirche: der Erzväteraltar von 1460
Im Inneren der Kieler Nikolaikirche: der Erzväteraltar von 1460

Bestens gelaunt marschiere ich zur Seegartenbrücke und staune über die neu hochgezogenen, gediegenen Wohnhäuser in der Nähe des Alten Markts beziehungsweise der Nikolaikirche und dem Rotlichtbezirk, im Kieler Volksmund einfach nur "Küste" genannt.

Nikolaiviertel: recht neue, gediegene Wohnhäuser in der Nähe des Alten Markts beziehungsweise der Nikolaikirche und dem Rotlichtbezirk
Nikolaiviertel: recht neue, gediegene Wohnhäuser in der Nähe des Alten Markts beziehungsweise der Nikolaikirche und dem Rotlichtbezirk
Kieler Rotlichtviertel
Kieler Rotlichtviertel

Wenige Gehminuten später latsche ich am Schifffahrtsmuseum vorbei und stehe vor der Seegartenbrücke. Der Weg zur Top-Asselbank ist abgesperrt, die Seegartenbrücke selbst wird derzeit nicht von den Fördedampfern angesteuert und ich bin hellauf begeistert. Wieso? Weil das bedeutet, das ich auf der Stamm-Asselbank der Premiumkategorie "Top!" so gut wie keinen PSF zu befürchten habe, der Absperrung sei Dank.

Der Weg zur Top-Asselbank ist abgesperrt - sauber, mindert diese meinerseits ignorierte Maßnahme doch den mitunter nervenraubenden PSF
Der Weg zur Top-Asselbank ist abgesperrt - sauber, mindert diese meinerseits ignorierte Maßnahme doch den mitunter nervenraubenden PSF

Auf der gleichen Bank wie immer richte ich mich nahezu häuslich ein und schlage Wurzeln. Erinnerungen an vergangene Asseleien an Ort und Stelle poppen auf. Bis dato leere Seiten im Tb füllen sich rasend schnell. Ich lasse meinen Blick sowie meine Gedanken kreisen und genieße es in vollen Zügen, mal wieder hier sein zu dürfen. Ein toller Asselplatz, den ich heute sicher nicht zum letzten Mal beehrt haben werde.

Blick auf die ultimative Top-Asselbank an der Kieler Förde (jedenfalls im innerstädtischen Bereich); gegenüber schön zu sehen die Werftanlagen von HDW
Blick auf die ultimative Top-Asselbank an der Kieler Förde (jedenfalls im innerstädtischen Bereich); gegenüber schön zu sehen die Werftanlagen von HDWOstseekai, Kiel (hier haben damals die Fähren von und nach Bagenkop an- bzw. abgelegt)
Ostseekai, Kiel (hier haben damals die Fähren von und nach Bagenkop an- bzw. abgelegt)
Blick von der Top-Asselbank gen Westen, rechts der Museumsdampfer "Stadt Kiel"
Blick von der Top-Asselbank gen Westen, rechts der Museumsdampfer "Stadt Kiel"
Blick von der Top-Asselbank auf der Seegartenbrücke landeinwärts, d.h. grob gesagt Richtung Süd-Westen
Blick von der Top-Asselbank auf der Seegartenbrücke landeinwärts, d.h. grob gesagt Richtung Süd-Westen
Die Umgebung der Seegartenbrücke ist einfach nur "deluxe"
Die Umgebung der Seegartenbrücke ist einfach nur "deluxe"

Schneller als es mir lieb ist, was zugegebenermaßen zu erwarten war, muss ich zum Stena-Terminal aufbrechen.

Lauschiger Wartebereich im Inneren des Kieler Stena-Terminals
Lauschiger Wartebereich im Inneren des Kieler Stena-Terminals
Kurze Warteschlange vor dem Check In für die Überfahrt an Bord der Stena Germanica von Kiel nach Göteborg
Kurze Warteschlange vor dem Check In für die Überfahrt an Bord der Stena Germanica von Kiel nach Göteborg

Der Check In geht reibungslos innerhalb weniger Minuten über die Bühne. Gezahlt habe ich für den Minitrip übrigens sensationelle 45,- € (ungefähr, ganz genau weiß ich das heute, beim Tippen dieses TRs nicht mehr), in der billigsten Kabinenkategorie (die im Preis inbegriffen und obligatorisch ist) und ohne jegliche Zusatzleistung wie einer Mahlzeit oder sonstigem Kram. Die Bahnfahrkarten waren jedenfalls trotz "Sparpreis" und Bahncard 25 wesentlich teurer.

Stena-Terminal Kiel, Gangway zur Stena Germanica
Stena-Terminal Kiel, Gangway zur Stena Germanica
Stena Germanica im Kieler Hafen, Blick gen Süden
Stena Germanica im Kieler Hafen, Blick gen Süden

Als erstes tapere ich zur mir zugewiesenen Kabine der billigsten Kategorie und deponiere meinen Kram.

Meine Innenkabine auf der Stena Germanica (Deck 9) für die beiden folgenden Nächte
Meine Innenkabine auf der Stena Germanica (Deck 9) für die beiden folgenden Nächte

Als erstes pfeffere ich meinen Krempel in die Kabine, dann besorge ich ein paar Kleinigkeiten im schon geöffneten Bordshop und betrete wenig später das Oberdeck. Ich schlendere ein wenig herum und freue mich darüber, dass es meinen angestammten Stena-Germanica-Asselplatz immer noch gibt und sich dort nichts verändert hat. Die Stena Germanica ist ganz eindeutig mein favorisiertes Schiff. Auf den beiden letzten Minitrips nach Göteborg wurde ich mit dem Schwesterschiff Stena Scandinavica einfach nicht warm, da dieses ein paar für mich signifikante Unterschiede zur Stena Germanica bereit hält, die mir überhaupt nicht schmecken. Wie auch immer, schön wieder hier an Bord der Stena Germanica zu sein.

In wenigen Minuten legt sie ab, die Stena Germanica
In wenigen Minuten legt sie ab, die Stena Germanica
Kurz vorm Ablegen, an Bord der Stena Germanica
Kurz vorm Ablegen, an Bord der Stena Germanica (*Klick* aufs Bild und der irre Freak, der diesen TR durchgeführt hat, lässt sich blicken)
Blick aufs südliche Ende der Kieler Förde, auf die Hörn
Blick aufs südliche Ende der Kieler Förde, auf die Hörn

Während des Auslaufens aus der Kieler Förde laufe ich auf dem Oberdeck hin und her. Ich wechsle immer wieder den Standort, da es einiges zu sehen gibt. Stena-Minitrips pflege ich inzwischen, anders als in den für mich in vielen Kategorien als "golden" zu bezeichnenden 90er Jahren, stets alleine durchzuziehen. Ein Stena-Trip war in den 90ern natürlich eine gänzlich andere Nummer, klarer Fall. Hinsichtlich des mitunter ausschweifenden Partytreibens an Bord konnte man, es liegt in der Natur der Sache, Glück oder Pech haben. Mit T.L. (R.I.P.) hatte ich Pech, mit der R.-Schlange abgesehen von einem selbstverschuldeten Griff ins Klo stets Glück und auch mit Andy.Rea lief es bestens in der Bord-Diskothek. Wie gesagt, die Fähren an sich waren damals anders gebaut und aufgeteilt, aufgrund der zollfreien Einkaufsmöglichkeiten hatten die Überfahrten einen ganz anderen Charakter und das Klientel setzte sich anteilig unterschiedlich zusammen. Kurzum: es ist abgesehen von der Route Kiel-Göteborg-Kiel und dem Betreiber der Fähre (Stena Line) nichts mehr wie es war. Im Prinzip verbinde ich dennoch mit jeder "Ecke" hier an Bord etwas, mir fallen unzählige Anekdoten ein. Ich sollte wirklich mal ein Buch schreiben, vielleicht sogar mehrere. Und wenn es nur für mich selbst ist, egal. Mal sehen, vielleicht starte ich das Projekt ja demnächst endlich mal.

Zurück in die, nennen wir sie mal so, Gegenwart.

Links das Stena Terminal, dann der "Kleine Bootshafen", der nun mit dem "Kleinen Kiel" verbunden werden soll) und rechts die Nikolaikirche am Alten Markt; Kiel
Links das Stena Terminal, dann der "Kleine Bootshafen", der nun mit dem "Kleinen Kiel" verbunden werden soll) und rechts die Nikolaikirche am Alten Markt; KielLeuchtturm Friedrichsort
Leuchtturm Friedrichsort
Laboe
Laboe

Kaum ist Laboe passiert und die Stena Germanica aus der Kieler Förde draußen, wird es spürbar ruhiger im Freien beziehungsweise an Deck. Zeit, sich am Asselplatz einzurichten und dort Wurzeln zu schlagen. Langeland weckt Sehnsucht auf einen erneuten Besuch, dann kommt der Sonnenuntergang und schließlich eine ganze Weile lang nichts besonderes außer der Ostsee selbst.

Sonnenuntergang, Blick zurück nach Schleswig-Holstein, die beiden Hochhäuser gehören zum Kieler Stadtteil Schilksee
Sonnenuntergang, Blick zurück nach Schleswig-Holstein, die beiden Hochhäuser gehören zum Kieler Stadtteil Schilksee
Sonnenuntergang über der Ostsee, von der Stena Germanica aus auf dem Weg von Kiel nach Göteborg fotografiert
Sonnenuntergang über der Ostsee, von der Stena Germanica aus auf dem Weg von Kiel nach Göteborg fotografiert
Südspitze von Langeland zur Blauen Stunde, von der Stena Germanica aus auf dem Weg von Kiel nach Göteborg fotografiert
Südspitze von Langeland zur Blauen Stunde, von der Stena Germanica aus auf dem Weg von Kiel nach Göteborg fotografiert

Stimmung, Atmosphäre, Wetter - alles bestens. Wieder einmal spüre ich, weshalb ich diese Minitrips der Stena Line immer wieder aufs Neue buche und durchziehe. Hier an Bord steht die Zeit irgendwie still und so kann ich mich ausgiebig mit mir selbst und meinen Gedanken beschäftigen. Das monotone Brummen der Schiffsmotoren, das Plätschern der Wellen und hin und wieder Möwengeschrei bieten eine überragende Soundkulisse und auch die Augen werden von beeindruckenden Farbspielen verwöhnt. Dazu noch die wohltuende Seeluft, mehr geht nicht. Und hin und wieder gibt es zu allem Überfluss sogar echte Wegmarken zu bestaunen.

Auf dieser Karte sieht man, wann die Stena wo vorbeischippert
Auf dieser Karte sieht man, wann die Stena wo vorbeischippert

Genau genommen ist es Tradition, auf der Hinfahrt nach Göteborg in jedem Fall zwischen 23:30h und 0:15h an Deck zu stehen um die Unterquerung der Storebæltsbroen, der Brücke über den Großen Belt zu zelebrieren. Und das mache ich heute natürlich auch. Bis dahin sind etliche bis dato leere Tb-Seiten gefüllt, das ist klar. Schön, mal wieder.

Storebæltsbroen (deutsch: Großer-Belt-Brücke)
Storebæltsbroen (deutsch: Großer-Belt-Brücke)

Kurz ein paar Informationen zu genannter Brücke, wie üblich dem zugehörigen Artikel (w) auf Wikipedia entnommen:

"Storebæltsbroen (deutsch Großer-Belt-Brücke, auch: Brücke über den Großen Belt ist ein Brückenzug in Dänemark. Das Bauwerk ist Teil der Storebæltsforbindelsen genannten Querung der Meerenge Großer Belt zwischen den Inseln Fünen (dänisch Fyn) und Seeland (dän.: Sjælland). Der Kraftfahrzeugverkehr wird über eine mautpflichtige Autobahn geführt.

Im Westen verbindet eine Spannbeton-Hohlkastenbrücke Fünen mit der kleinen Insel Sprogø. Den östlichen Brückenabschnitt bildet eine Hängebrücke, die mit einer Hauptspannweite von 1624 Metern zu den längsten Hängebrücken der Welt gehört. Die Kosten für das Bauwerk betrugen umgerechnet ca. 7,5 Milliarden D-Mark. Die Baukosten sollen – nach Schätzungen des Betreibers im Jahr 1998 – in 35 Jahren, mithilfe von Mautgebühren, refinanziert werden.

Bis zur Inbetriebnahme der Großer-Belt-Brücke bestand eine Fährverbindung zwischen Fünen und Seeland. Eingesetzt wurden kombinierte Straßenfahrzeug- und Eisenbahnfährschiffe, die Häfen lagen bei Nyborg und Korsør. Die Eisenbahn- und Straßenbrücke liegen im Westteil zwischen Fünen und Sprogø parallel nebeneinander. Auf der Ostseite zwischen der künstlich vergrößerten Insel Sprogø und Seeland verlaufen die beiden Verkehrswege unabhängig voneinander. Die Bahnstrecke København–Fredericia führt durch einen acht Kilometer langen Tunnel unter der Hauptfahrrinne des Großen Belts, die Straße über eine Hochbrücke. Die Eisenbahnverbindung ging 1997 in Betrieb, die Straße im darauffolgenden Sommer 1998. Die Mautstelle befindet sich auf der seeländischen Seite."

Letzten Endes bin ich tatsächlich froh, nach Unterquerung der Brücke ruhigen Gewissens in die Kabine gehen und mich unter die Dusche stellen zu können denn ich bin unabstreitbar tatsächlich elend müde. Anschließend surfe ich in der Kabine mittels einer gegen Zahlung eines m.E. überteuerten Entgelts nutzbaren Internetverbindung allerdings dämlicherweise noch ein bischen im Internet. Hohle Aktion. Wie auch immer, nach einer guten Stunde reise ich dann schließlich, im Prinzip viel zu spät, ins Reich der Träume.

Weiter zu Tag 2