Zypern-Trip,
Dezember 2022
Larnaka - Nikosia - Nord-Nikosia - Limassol - Paphos
Tag 1 - Tag
2 - Tag 3 - Tag
4 und 5
Langsam aber sicher ist es an der Zeit, gezielt bis dato blass gebliebene Flecken auf meiner persönlichen (Europa-) Landkarte ruhigen Gewissens "markieren" zu können. Die Faroer Inseln fehlen mir noch, Zypern (wenn auch lediglich politisch Europa zugerechnet, geografisch Asien zugeteilt; w) ebenfalls. Na ja fast, denn vor ein paar Jahren habe ich mal aus Kutaissi kommend ein paar Stunden auf den Weiterflug über Thessaloniki nach Hannover wartend vorm Flughafen von Larnaka abgeasselt - und ansonsten allerdings nichts von Zypern gesehen. Das soll sich nun ändern. Wizzair bietet mir ein kaum ablehnbares Angebot hinsichtlich der Zeit und des Preises nach Larnaka und so logge ich Ende November den Flug Budapest - Larnaka für läppische Pie mal Daumen 25,- Tacken ein.
Tag 1: Budapest (Flughafen) - Larnaka
Der Trip als solcher beginnt wie zuletzt so oft am "bud:terminal 2a".

Gottlob lediglich vorübergehender
Abschied am Flughafen Budapest

Daumen hoch für den Trip an sich und die neue Joggingbüx aus Fleckeby
(Danke, BA!)
BH war also wieder einmal so freundich und hat mich in der Früh zum Budapester Flughafen begleitet, dickes Danke dafür. An dem Flughafen geht wie üblich alles schnell, auch in Sachen Sicherheitskontrolle und so. Zack, schon stehe ich am Gate und freue mich übers pünktliche Boarding samt nur um wenige Minuten verspäteten Abflug.

Unterwegs mit Wizzair von
Budapest nach Larnaka
Gestern Abend hatte Wizzair mir noch eine Email mit dem Hinweis darauf, dass an Bord des Jets nach Larnaka eine Maske zu tragen wäre, gesendet. Hm, echt jetzt? Die im Internet bereitgestellten Informationen unterschiedlicher Quellen sind widersprüchlich. Auf Zypern gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln streng genommen anscheinend noch immer die depperte Maulkorbpflicht und bei einem Flug gelten wohl generell die Bestimmungen des Ziellandes. Wie auch immer, ich habe drei verschiedene Varianten vorsorglich am Start, benötige aber keine einzige davon. Weder die Crew noch mehr als eine Hand voll Verpeilter hat eine Maske im Gesicht und so kann ich frei durchatmen. Drei Stunden mit dem Lappen (von solchem Unsinn wie einer OP- oder gar einer FFP2-Maske ganz zu schweigen) in der Fresse hätten mir hart zugesetzt und mich innerlich massiv eskalieren lassen, keine Frage.
Themenwechsel.
Den Flug selbst, ich habe mal wieder einen Fensterplatz, verdaddel ich geübt. Über der Türkei reisst die Wolkendecke auf, fortan klebt meine unbedeckte Nase an der Luke.

Larnaka (Zypern): Landeanflug
auf "LCA"

Gelandet in Larnaka, Zypern
In Larnaka werde ich von muffeligen Leuten empfangen. Der Typ an der Passkontrolle, die Frau im Kiosk die ich nach den Bushaltestellen zwecks Ritts in die Stadt befrage und der Busfahrer sind allesamt mürrisch, wortkarg und offenbar nicht gerade guter Laune; falls doch, zeigen sie es nicht. Egal, Hauptsache alles weitere klappt nun weiter wie bisher, und zwar wie am Schnürchen. Schaut gut aus.

Für 2,- Euro geht
es mit dem Bus der Linie 431 vom Flughafen ins Zentrum von Larnaka (auch hier
gilt bezüglich offiziell noch immer abverlangter Masken lobenswerterweise:
Fehlanzeige!)
Nach weniger als zwanzig Minuten steige ich aus dem Bus und erfreue mich als erstes an einem schmucken Gebäude, vermutlich eine weiterführende Schule.

Larnaka: hier eine weiterführende
Schule in Larnaka (direkt bei der Bushaltestelle, an der ich vom Fluhafen
kommend aussteige)
Auf dem Weg zum vorab gebuchten Hotel schaue ich kurz im (erst- )besten, der Unterkunft nächstgelegenen Supermarkt rein und erwerbe bei der Gelegenheit auch gleich schon einen gewissen Grundstock an Lebensmitteln. Immer wieder interessant, der Erstbesuch in einem Supermarkt in einem bisher nicht nur in dieser Hinsicht nahezu unbekannten Land.

Super Discount Store in
Larnaka - empfehlenswert
Das Preisniveau im Supermarkt empfinde ich übrigens als "irgendwie und insgesamt so wie in Italien".

Bronxiger "Ost"-Style
im Zentrum von Larnaka

"Penguin Water",
Larnaka
Ein Anruf beim Hotel beschert mir einen Check In vor der offiziellen Einlasszeit, sauber. Beim Hotel handelt es sich ums Rise Street Art Hotel Larnaka, welches innen wie außen vom Design her alles andere als mein Ding ist - von den Bewertungen, der Lage und dem ÜF-Preis ist es das jedoch durchaus also habe ich mich hier (map) für eine Nacht eingebucht.

Rise Street
Art Hotel Larnaka
Ein Deluxezimmer würde ich nicht wieder buchen, der einzige Unterschied zum günstigeren Standardzimmer scheint darin zu bestehen, dass es eine Badewanne sowie eine kurioserweise wesentlich niedrigere (!) Chance, ein Zimmer mit Balkon zu ergattern, beinhaltet. Meines Erachtens lohnt sich der Zuschlag folgerichtig überhaupt nicht, es sei denn man will stundenlang in der Badewanne abhängen.

Deluxe-Room im Rise Street
Art Hotel mit "Braveheart"-Deko an der Wand und ohne Balkon

Ausblick aus meiner Bleibe
im Rise Street Art Hotel
Ich optimiere mein Gepäck, ballere mir einen Tee und einen Instantkaffe rein und mache zeitig wieder los. Als erstes will ich mir Larnaka (w) ansehen und den Bade-Länderpunkt "Zypern" holen.

In dem historischen Gebäude ist übrigens eine Sprachschule zu Hause

Zitronen gedeihen offensichtlich gut auf Zypern

Britische Einflüsse
sind vielfach sichtbar auf Zypern, wo übrigens Linksverkehr herrscht

Stellvertretend an dieser Stelle mal eine für Larnaka typische Gegend
Besonders schön ist das hier alles nicht. Ab an den Strand.

Kirmes an der Strandpromenade
von Larnaka
Auf dem Weg zum Badeländerpunkt Zypern prüfe ich die Abfahrtszeiten für den morgigen Busritt nach Nikosia.

Abfahrtszeiten für
den Bus nach Nikosia
Am Strand namens Finikoudes lasse ich mich nieder und marschiere schnurstracks ins Meer. Die Temperatur ist mir egal, der Badeländerpunkt ist so oder so fällig. Umso schöner, dass ich von der Wassertemperatur angenehm überrascht werde, die mir nicht bloß ein kurzes Abtauchen sondern gar ausgiebiges Planschen ermöglicht.
Finikoudes-Strand von Larnaka

Finikoudes-Strand von Larnaka

Finikoudes-Strand von Larnaka: gleich sammle ich ihn ein, den Bade-Länderpunkt
"Zypern"

Finikoudes-Strand von Larnaka
Zweimal gehe ich baden. Zwischendurch geniesse ich die Sonne und freue mich über die Aktion an sich. Danach latsche ich noch bis zum mittelalterlichen Fort von Larnaka, verzichte allerdings auf einen Innenbesuch des Gebäudes und Areals.

Weihnachtlich dekorierter
Steg am Strand, Larnaka

Venezianischer Löwe in Larnaka (hier bei der Gelegenheit gleichmal der
Link
zum TR von meinem letzten Aufenthalt in Venedig)

Blick aufs Fort von Larnaka

Fort von Larnaka

Strandpromenade in Larnaka, Blick gen Mackenzie (Beach) und Flughafen
Nun fehlt mir hier in Larnaka nur mehr die Ansicht der Agios-Lazaros-Kirche um ruhigen Gewissens den (neben dem Bad im Mittelmeer) lange ersehnten und akribisch geplanten Tageshöhepunkt einzufahren: den Besuch der auf Googlemaps entdeckten, vermutlich optimalen Asselbank neben der Kapelle Agios Nikolaos im britischen Überseegebiet (British Overseas Territory) von Dhekelia. Ich greife vor. Zunächst also erstmal durch arg touristisches Gebiet zur Agios Lazaros Kirche und dann zum Busbahnhof Larnakas.

Larnaka, unterwegs zur
Agios Lazaros Kirche

Agios-Lazaros-Kirche, Larnaka
Nach strammen Marsch erreiche ich den Busbahnhof. Sehr zu meiner Freude verkehren regelmäßig Busse bis zum Kraftwerk, der Dhekelia Power Station. Kurz vorher muss ich aussteigen um zur erwähnten Kapelle nebst prognostiziert saugeiler Asselbank zu gelangen.

Busbahnhof von Larnaka
(Larnaca Central Station)

Fahrplan der 426 nach Dekelia
in der unteren Fotohälfte - alle 20 Minuten, so so...

Irgendwie kommen immer alle Busse gleichzeitig und irgendwie entsteht immer
Chaos
Alle zwanzig Minuten soll von hier der Bus nach Dekelia abfahren. Eine Viertelstunde lang stehe ich herum, dann kommt tatsächlich eine 425 um die Ecke. Den Fahrschein (2,- Tacken) gibt es beim (anscheinend Einstellungsbedingung) übelgelaunten Busfahrer, der immerhin auf eine Maske pfeift und dann gen Osten nach Dekelia brettert.

Privat-Shuttle nach Dhekelia
(Dekelia? - wie auch immer, ich schreibe fortan Dekelia)
Nach knapp einer halben Stunde steige ich aus der 425 und latsche ans Meer. Und sieh mal einer an, da ist sie nun wenige hundert Meter von mir entfernt: die anvisierte Kapelle des heiligen Nikolaus in der Dekelia-Zone.
Sofort gleiten meine Mundwinkel nach oben und bleiben nun erstmal eine ganze Weile wie festgetackert ebenda. Ich liebe es, wenn sich die sorgfältige Planung auszahlt und der Plan an sich final auch aufgeht, so wie jetzt mal wieder.

Da ist sie, die Kapelle des heiligen Nikolaus in der Dekelia-Zone (UK): mit
etwas Konzentration und Fokussierung kann man sehr gut rechts der Kapelle
(bei Draufsicht) die beiden Top-Asselbänke erkennen
Kurz überlege ich, einfach an Ort und Stelle nochmal ins Meer zu hüpfen. Würde das dann als neuer Länderpunkt zählen? Immerhin bin ich hier auf UK-Territorium (auf Zypern). Hm, was nun? Ehe mir die Überlegungen zu anstrengend werden und ehe eben diese sich verselbständigen befolge ich einfach artig das Verbotsschild mit der unmissverständlichen Maßgabe "No swimming".

Einladende Bucht im britischen
Überseegebiet (British Overseas Territory) von Dekelia
So, nun aber ab zur Asselbank, denn die Zeit rast schon wieder davon. Mitte Dezember wird es trotz der Zeitverschiebung derart weit im Südosten naturgemäß arg früh dunkel.

Laser: the "Chapel
of Agios Nikolaos" (Dhekelia, Xylotymvou, Vereinigtes Königreich)
Dhekelia Power Station

Wahrlich eine Top-Asselbank!
Ich pflanze mich, schlage Wurzeln, zücke das Tb und lasse den Stift über bis dato leere Seiten tanzen. Immer wieder halte ich inne und genieße das Gesamtpaket. Einfach nur geil hier. Nach einer halben Stunde den Dreh bekomme ich Besuch, in dessen Gesellschaft ich mich sehr wohl fühle. Beruht vermutlich auf Gegenseitigkeit.

Angenehmer, freundlicher,
neugieriger und entspannter Besucher bei mir auf der sensationellen Asselbank
in der Dekelia-Zone, Zypern

Top-Asselbank, die sämtliche
vorab gehegten Erwartungen meinserseits nicht zu erfüllen sondern zu
übertreffen versteht - top, einfach nur top!
Rasch ist es dunkel, war klar. Ich lege das Tb beiseite und genieße den Moment. Mega Aktion, für die ich mir selbst auf die Schulter klopfe.

Abendstimmung der Bucht
von Dekelia mit Blick auf Larnaka
So richtig traue ich den Öffis hier nicht. Hoffentlich verkehrt die Linie 425 wirklich bis in die Abendstunden hinein (und darüber hinaus idealerweise im angegebenen 20-min-Takt). Kurzum: zeitig genug, um notfalls einigermaßen stressfrei auf Schusters Rappen zurück ins Stadtgebiet Larnakas gelangen zu können, verlasse ich die wirklich tolle Asselbank Richtung Bushaltestelle.

Waterloo Road: Blick auf
die hardcore stylishe (von der Lage und den Besfestigungen und Zäunen
und so her alleine schon... laser!) Bushaltestelle der Linie 425 in der Dekelia-Zone,
Zypern

Bushaltestelle der Linie
425 in der Dekelia-Zone, Zypern
Allzu lange stehe ich hier in der endzeitmäßigen Gegend nicht herum, schon ballert der Bus durch den Kreisel. Ausladend winkend mache ich dem, richtig geraten, grimmig dreinschauenden Busfahrer unmissverständlich klar, dass ich mitfahren will. Er hält dann auch an, vertickt mir knurrend den Fahrschein und schon geht der rasante Ritt nach Larnaka los. Innerhalb der UK-Zone ist der Zossen sozusagen wieder mein Privat-Shuttle. Ohne das Kraftwerk gäbe es, da lege ich mich einfach mal fest, diese Verbindung mit Sicherheit nicht.

An Bord der Linie 425,
unterwegs von Dekelia nach Larnaka (hier schert sich erfreulicherweise wieder
niemand um eine Deppenmaske im Gesicht)
Leicht geflashed von den Tageserlebnissen latsche ich vom Busbahnhof zurück zum Hotel.

Am Abend eines ereignisreichen
Top-Trip-Tages zurück beim Rise Street Art Hotel in Larnaka
Im Hotelzimmer haue ich mich als erstes in die Badewanne. Im Anschluss folgt dann das übliche Programm zum Tagesausklang. Welch selten geiler, überaus gelungener Trip-Tag. Top! Glücklich und zufrieden reise ich schließlich wie auf Knopfdruck ins Reich der Träume.