Lissabon und die Azoren (Sao Miguel), Januar 2016
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Tag2:

Ja, der gestrige Tag wurde final ein bischen zu lang aber dennoch schaffe ich es, überpünktlich am Lissaboner Flughafen zu erscheinen.

Lissabon, Airport
Lissabon, Airport

Ich habe die benötigte Zeit des Transfers aus der Innenstadt Lissabons zum Satellitenterminal der Billigflieger überschätzt, klarer Fall. Zu allem Überfluss dauert es auch noch zwei geschlagene Stunden länger (verglichen mit der planmäßigen Zeit), ehe der Jet gen Ponta Delgada abhebt.

Endlich startet das Boarding des FR-Flugs von Lissabon nach Ponta Delgada (Azoren)
Endlich startet das Boarding des FR-Flugs von Lissabon nach Ponta Delgada (Azoren)

Den Flug verpenne ich. In Ponta Delgada gelandet eile ich zum Mietwagenschalter. Zack, schon sitze ich im Clio (die Kleinwagen werden auch immer größer, jedenfalls wenn ich an meinen alten eigenen Clio Baujahr 1993 denke und dessen Innenraum mit jenem, in dem ich gerade sitze, vergeleiche) und fahre westwärts. Auf der Azoreninsel Sao Miguel. Nachfolgend eine Karte für dich.

Sao Miguel: größte Insel der Azoren, 746,8 Quadratkilometern groß, 63,8 km lang und 16 km breit. Gesamtbevölkerung: gut 140.000 Menschen. In der Hauptstadt alleine, in Ponta Delgada, leben 65.000 davon. Ponta Delgada werde ich übermorgen beehren. Zurück ins "Hier und Jetzt".

Unterwegs auf der Azoreninsel Sao Miguel.
Unterwegs auf der Azoreninsel Sao Miguel

Den erstbesten Aussichtspunkt steuere ich an und lasse meinen Blick über die Azorenlandschaft schweifen. Erster Eindruck: eine Mischung aus dem Norden Schottlands sowie dem mir bekannten Westen Irlands und Wales. Gepaart mit Einflüssen von Madeira und Menorca. Interessante Mische, zweifelsohne. Sagt mir massiv zu.

Gemieteter Clio, Sao Miguel
Gemieteter Clio, Sao Miguel

Mein Ziel ist ein Naturphänomen. Bei Ginetes strömt heißes Wasser aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche und bereitet Wasserratten wie mir ein übers ganze Jahr verfügbares Badevergnügen im an Ort und Stelle gleichbleibend wohltemperierten Atlantik. Geil, darf ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Ab geht´s gen Westen der Insel.

Typisches Azorendorf im Westen von Sao Miguel
Typisches Azorendorf (Feteiras) im Westen von Sao Miguel

In Feteiras finde ich einen kleinen Supermarkt, in dem ich mich mit den Basics versorge. Feteiras ist keineswegs ein Dorf sondern für lokale Relationen tatsächlich städtischen Charakters. Wie auch immer, weiter geht der Ritt, westwärts. Am Leuchtturm Farol da Ponta da Ferraria raste ich und stelle fest, dass sich die Azorenbananen geschmacklich nicht hinter den kanarischen Verwandten verstecken brauchen und eine Coke bei mir stets einen enormen Kraftschub verursacht, der überraschend lang anhält.

Leckere Azorenbananen und eine Coke bringen mich senkrecht nach vorne (ich gehe nicht steil, sondern... )
Leckere Azorenbananen und eine Coke bringen mich senkrecht nach vorne (ich gehe nicht steil, sondern... )

Farol da Ponta da Ferraria (w) , Sao Miguel, Azoren

Farol da Ponta da Ferraria, Sao Miguel, Azoren

Nach der kurzen Snack- und Erholungspause verlasse ich den Farol da Ponta da Ferraria. Schon wenig später biege ich ab Richtung Thermalbad "Termas da Ferraria".

Es geht steil bergab, runter zum Thermalbad
Es geht steil bergab, runter zum Thermalbad
Thermalbad "Termas da Ferraria", Sao Miguel, Azoren
Thermalbad "Termas da Ferraria", Sao Miguel, Azoren
Sao Miguel: wilder Atlantik
Sao Miguel: wilder Atlantik am Ponta da Ferraria
Thermalbad
Thermalbad

Mein Traum platzt. Bei dem Sturm und dem damit einhergehenden Wellengang ist ein Bad im Meer leider unmöglich. Will Wellness, keinen Selbstmord. Auf einen Besuch im Thermalbad habe ich Esel weshalb auch immer keine Lust.

Der Weg führt zur sagenumwobenen Badestelle, die heute wegen Sturm und Brandung leider absolut nicht nutzbar ist - so ein Pech, verdammt!
Der Weg führt zur sagenumwobenen Badestelle, die heute wegen Sturm und Brandung leider absolut nicht nutzbar ist - so ein Pech, verdammt!
Blick aufs Thermalbad-Gebäude
Blick aufs Thermalbad-Gebäude

Und so fahre ich weiter gen Westen, Richtung Mosteiros. Dort soll es einen der auf Sao Miguel seltenen Strände geben. Da es inzwischen, gottlob nur sprichwörtlich, Hunde und Katzen regnet, verzichte ich auf einen Besuch. Der Regen ist übrigens das eine, die orkanartigen Böen das andere. Weiß gerade nicht, was mir mehr auf den Sack geht. Der Regen oder der Sturm? Beides riesengroßer Mist.

Typische Landschaft auf Sao Miguel, Azoren
Typische Landschaft auf Sao Miguel, Azoren
Unterwegs auf der Azoreninsel Sao Miguel
Unterwegs auf der Azoreninsel Sao Miguel (w)
Unterwegs auf der Azoreninsel Sao Miguel
Unterwegs auf der Azoreninsel Sao Miguel

In einem malerischen kleinen Kaff vertrete ich mir die Beine. Die kurze Trockenphase muss ich einfach ausnutzen. Die Dorfkirchen sehen für mich überall mehr oder weniger gleich aus. So wie die modernen Fussballarenen europaweit bedauerlicherweise auch. Der Unterschied ist der, dass die Kirchen wenigstens Style und Charme besitzen. Aber das Thema (Profi-) Fussball gehört nicht hierher. Es ist, diese Anmerkung sei gestattet, dennoch bemerkenswert, wie sehr selbst mir der kommerzielle Fußball mittlerweile am Arsch vorbei geht. Wendepunkt war das Ende der CFHH (vid). Dazu noch ein paar vids (1 - 2 - 3) on top. HH international war einst laser, soviel ist mal sicher.

Die Dorfkirchen auf Sao Miguel sehen für mich überall mehr oder weniger gleich aus
Die Dorfkirchen auf Sao Miguel sehen für mich überall mehr oder weniger gleich aus

Kaum erreiche ich den Mietwagen, fängt es auch wieder an zu schiffen. So ein Dreckswetter. Ab zur Pension, heute ist nirgends mehr etwas zu reißen. Die Pension nennt sich Quinta das Hortências und befindet sich in 9545-531 São Vicente. Hier kannst Du dir die Unterkunft ansehen (kein Affiliate-Link; ich verdiene nachwievor, alleine schon wegen meiner Philosophie, Ideologie und Prinzipien keinen einzigen lausigen Cent an diesen TRs). Auf dem Weg dorthin kaufe ich ein. Leckeren Mampf für die Abendstunden vor dem TV. Das Zimmer ist geräumig. Der Feuchtigkeit wegen riecht es muffig aber das lässt sich vermutlich seitens der Betreiber in diesen Tagen kaum ändern. Seit Weihnachten, so die netten Gastgeber, sei das Wetter schon so wie heute. Und morgen soll es so richtig kacke werden. So ein Mist. Abwarten und Daumendrücken lautet mein Motto.

Quinta das Hortências, Dreibettzimmer zur Einzelnutzung; müder Blick gen Mattscheibe die deutschsprachige Sender parat hat
Quinta das Hortências, Dreibettzimmer zur Einzelnutzung; müder Blick gen Mattscheibe die deutschsprachige Sender parat hat

Die Glotze hält RTL bereit und die Fenster lassen den Regen draußen. Er peitscht gegen die Fenster, kommt aber nicht hinein. Der Sturm heult. Gemütlich. Rasch reise ich ins Dreamland.

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