Kurztrip nach Malle, Dezember 2009 - Tomasz und Buzz am Ballermann Sechs
Ein Wochenende auf Mallorca, Ryanair macht´s möglich!

Tag1 - Freitag

Wir hätten uns genauso gut in Hannover, Bonn, Dortmund oder Bremen treffen können. Das wäre dann von den gesamten Anfahrtskosten jedoch kaum günstiger gewesen als das Treffen der Kolobrzeg-Twins auf Mallorca. Unglaublich, aber wahr. Läppische 20,- Kracher bekommt der irische Sportsfreund Rainer pro Nase als Gegenleistung.

Und so kommt es, dass sich die beiden Protagonisten des Geschehens am Freitag auf den Weg zu den Ryanair-Flughäfen in Hahn und Bremen begeben, um mal eben in den Süden zu jetten.

Buzz muß nach Hahn.


Dort angekommen sucht er nach einer Möglichkeit, den Punto kostenneutral zu parken und wird fündig. Clever wie Buzz meistens ist, hat er daran gedacht, sein Bike mitzunehmen.

Kostenneutraler Parkplatz in Hahn

Kostenneutraler Parkplatz in Hahn

Dank seines treuen Weg- und Tourenbegleiters gelingt es ihm, die wenigen Kilometer zwischen dem PKW-Stellplatz und dem Ryanair-Terminal wie im Flug zurückzulegen.


Ryanair-Basis Frankfurt-Hahn

Ryanair-Basis Frankfurt-Hahn

Quasi ein Vorgeschmack auf die Reise nach Palma de Mallorca, wo er planmäßig eine knappe Stunde später als Tomasz landen wird. Sein Corratec findet einen sicheren Verweilort am Terminal und wird dort, bei Regen, Schnee und Minustemperaturen auf ihn warten.


Zur Mittagszeit breche ich in Hannover auf und latsche fröstelnd zum Bahnhof, die altgediente Hüpferlitasche (Foto) und sonst nichts geschultert. Ein Stück Handgepäck mit fest definierten Abmessungen und maximal zehn Kilogramm Gewicht pro Reisenden billigt Rainer seinen Fluggästen. Nicht erst seitdem zumindest am Bremer Flughafen streng kontrolliert wird, halte ich mich penibelst an diese Regelung. Verständlich, denn dies ist einer der unerläßlichen Bedingungen, spottbillige Kurztrips wie diesen überhaupt erst durchführen zu können. Die Fahrt mit dem RE zieht sich hin, mit einer Viertelstunde Verspätung rolle ich in Bremen ein und spendiere mir und meinen Nerven Fahrscheine für die Straßenbahn. Blackriderstress kann ich, bei aller Tradition und Erfahrung auf diesem Terrain, nicht gebrauchen.

Am Flughafen bleiben mir noch eine halbe Stunde Zeit um auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln und der ehemaligen Baustelle am Terminal, die sich mittlerweile zu einer Art Parkgelände gewandelt hat, einen Besuch abzustatten. Buzz zum Beispiel hat hier schon mal stylo unter einem Bauwagen übernachtet. Na ja, was heißt übernachtet, er hat bei Regen im November fünf Stunden überbrückt. Ging halt nicht anders. Und auch sonst haben wir hier schon häufig abgeasselt.

Kann kein Eis sehen und über Wasser laufen kann ich auch nicht

Kann kein Eis sehen und über Wasser laufen kann ich auch nicht

Flughafen Bremen

Flughafen Bremen

Die Schlange am Check In ist lang. Es stellt sich rasch heraus, dass viele der Anstehenden nicht nach Palma sondern Alicante wollen. Der Flieger wird, so vermute ich, nicht besonders voll sein. Gürtel, Handy, Kamera und so in eine Plastikkiste, die altgediente Hüpferlitasche in eine weitere und schon kann ich ohne Piepen durch den Detektorbogen schreiten. Gürtel wieder in die Hose, Sachen verstauen, das Scheißhaus beehren, einen der meiner Meinung nach zu wenigen Plastiksitze entern und solange Wurzeln schlagen, bis das Boarding beginnt. Alles wie immer, nur dass im Gegensatz zu einem England-Flug die Passkontrolle entfällt.

Ebenfalls wie immer stehen fast alle Esel sich die Beine in den Bauch. Ob sich die Leute, die dicht an dicht gedrängt anstehen und ihre Position aggro zu verteidigen und in jedem Fall, koste es was es wolle, zu halten bereit sind, wohlfühlen? Ob die noch ganz dicht sind, frage ich mich nicht, denn das können die bei den eigens zur Schau gestellten Hass- und Nerv-Visagen nicht sein.
Okay, es gibt keine festen Sitzplätze an Bord und es gilt das "first come - first serve"-Prinzip, aber auf einem so kurzen Flug ist es doch vollkommen egal, wo man sitzt, oder? Schwangere, gebrechliche und behinderte Fluggäste mal ausgenommen. Ich raffe es einfach nicht und beobachte das Treiben um mich herum, wie immer mit einer Mischung aus entsetztem (innerlichen) Kopfschütteln und Belustigung.

Besonders amüsant finde ich die ersten Ballermänner, die ich zu sehen bekomme. So an die zehn Leute, darunter drei Mädels in Stiefeln, Minirock und mit Cowboyhut auf den dem dämlich-schrillen Gelächter nach wahrscheinlich hohlen Rüben. Die Bunnies werden von Kerlen begleitet, die teilweise gleich zwei Bierdosen auf einmal in ihren Flossen halten, erstes Suffgegröhle durch die Ryanairhalle erschallen lassen und sofort die komplette Aufmerksamkeit der anderen Wartenden und des Flughafenpersonals auf sich ziehen. Na super, irgendwie freue ich mich über die Eseltruppe. Erstens verspricht deren Präsenz einen kurzweiligen bis lustigen Flug und zweitens heißt das, dass Buzz und ich heute Abend schon mal nicht vollkommen alleine im Bierkönig in Arenal auftauchen werden. Dass ich zu späterer Stunde außer dem Partymob noch etliche andere Mitpassagiere wiedersehen werde, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Pünktlich sitze ich im Flieger, habe eine Dreierreihe für mich alleine und starre aus dem Fenster. Erst ab Genf gibt es etwas zu sehen.
Ich freue mich über den grandiosen Blick (genau dieser Anblick bietet sich mir) auf das Mündungsdelta der Rhône (w, Karte) und die nahezu komplette französische, westlich von Marseille gelegene Mittelmeerküste. Ich meine sogar, Sète (w) exakt lokalisieren zu können und stelle mir vor, dass irgendeines der Lichter dem Doc aka "Le Sètois" zuzuordnen ist. Nach knapp zweieinhalb Stunden ist es soweit: zum ersten Mal seit 1994 bin ich wieder auf Mallorca. Während des Flugs wurde ich von der Ballermann-Gang prächtig unterhalten. Außerdem habe ich hoch erfreut registriert, dass viele Esel sich ein bis zwei Bier und Scratch-Cards gegönnt haben. Weiter so, Leute! Und Danke! Damit finanziert ihr mir meine Billigtrips!

Der Flughafen von Palma (w) wurde zwischendurch derart vergrößert und umgebaut, dass ich ihn freilich nicht wiedererkenne und mich erstmal orientieren muss. Ich verlasse das Terminal. Jetzt gilt es, den Fußweg vom Flughafen an die Playa de Palma zu finden. Nach einigen Zweifeln, ob ich wirklich richtig gehe, erspähe ich schließlich die blaue Metallkonstruktion, die Fußgängerbrücke, die Buzz auf Google-Earth entdeckt hat und mit deren Hilfe ich und später auch Buzz die Autobahn überqueren wollen.

Doch es ist gar nicht so einfach, auf die Brücke zu gelangen. Ich schlüpfe durch ein Loch im Maschendrahtzaun, laufe etliche Zick-Zack-Kurse und habe es dann tatsächlich geschafft. Ich stehe auf der Fußgängerbrücke, unter mir rasen die Autos von Palma nach Llucmayor und umgekehrt und ich starre auf das hell erleuchtete Flughafengelände. Unglaublich aber wahr, ich bin auf Mallorca! Nun trennen mich nur noch wenige Schritte auf einem nicht asphaltierten, dunklen Weg voller Schlaglöcher und Hubbel von C`an Pastilla (Luftbild). Im Abbruchhaus am Wegesrand bellt ein Hund, aus dem Schornstein steigt Rauch auf. Da wohnen welche. Leute, mit denen ich keine Bekanntschaft machen möchte. Schnellen Schrittes eile ich voran und stehe wenig später mitten im Ort. Bei Eroski kaufe ich den notwendigen Proviant zu vernünftigen Preisen, pflanze mich auf eine Bank an der Promenade und lasse meinen Blick über die Playa de Palma (w, sehr zu empfehlender Winter-Reisebericht) schweifen. Zücke mein Tagebuch, fülle einige bis dato leere Seiten mit Leben und genieße es, angekommen zu sein.

Plötzlich reißt mich mein Mobiltelefon aus der Träumerei.


Buzz ist da!

Buzz ist da!

Er hat es also auch gepackt, die Fußgängerbrücke zu finden und steht nun, genau wie ich, an der Bucht von Palma (Foto). Nach einem kleinen Mahou Clasica (Test) begeben wir uns zu der via Trivago bzw. Booking.com gebuchten Unterkunft des Vertrauens, dem *** Roc Leo (ehemals Hotetur Leo), hier zahlreiche Bewertungen anderer Urlauber.

Der Typ an der Rezeption spricht kein Deutsch, dafür aber passables Englisch und so nimmt der Check In kaum Zeit in Anspruch. Allerdings will er unbedingt den ausgedruckten Voucher von Booking.com sehen, was ich irgendwie nicht kapiere. Ich mein´, die nötigen Informationen muss er doch auch dem internen System entnehmen können oder nicht? Wahrscheinlich ist der Macker einfach zu faul dafür. Oder zu unfähig. Oder zu einfältig. Oder zu blöd. Wie auch immer, in weiser Vorraussicht, hin und wieder kommt das bei mir vor, habe ich den Voucher in ausgedruckter Form dabei und kann ihn über die Theke schieben.

Her mit dem Schlüssel, rauf auf die Butze, Kurzinspektion: Zimmer ist okay! Netter Balkon mit Meerblick, räudige Glotze mit deutschen TV-Sendern, muffiges Bad aber ansonsten sauber. Im Sommer sollte man allerdings entweder für eine Elektro-Kühlbox oder aber, zumindest an den relevanten Abenden, für ausreichend Eis im Waschbecken sorgen. Es gibt nämlich keine Minibar, auch keinen Kühlschrank. Für uns zu dieser Jahreszeit freilich kein Thema, kein Problem.

Alles in allem: was will man mehr erwarten für läppische 34,- Tacken fürs gesamte DZ incl. HP pro Nacht?

Wir hatten gegen Zahlung eines minimalen Aufpreises wie gesagt die Halbpension mitgebucht also ran ans abendliche Buffet, welches normalerweise bis 22h, heute bis 21h serviert wird und auf jeden Fall ausreichend ist, um sich eine solide Grundlage einzuverleiben. Sowohl von der Auswahl als auch von der Qualität der Speisen gibt es am Buffet des Roc Leo unserer Meinung nach nichts zu beanstanden.

Nach dem Essen wollen wir zwar keine Zeit verlieren, tun es aber doch. Zu verlockend ist das Angebot deutscher Fernsehsender. Wir eisen uns los und begeben uns mit schwerem Gepäck an den Strand. Sonst hätten wir ja gleich in good old Germany bleiben können.

Es ist kaum zu begreifen, wo wir uns gerade befinden. Mal so eben für ein Partywochenende nahezu für lau nach Malle zu fliegen übersteigt unseren Begriffsrahmen. Hinzu kommt, dass ich letzte Woche zur gleichen Zeit mit Nitusz an der polnischen Ostsee (w) stand (Foto) und in Sopot Party gemacht habe. Fakt ist, dass Buzz und ich echt wegespult sind und dass wir es kaum zu realisieren wissen, was wir gerade wo, weshalb und für welches Entgelt veranstalten. Schulle, aber auch in den Zeiten der Globalisierung, der Billig(st)flieger und der eigenen zunehmenden Abgewichsheit finde ich es echt heftig, mal eben für zwei Nächte zweitausend Kilometer weit zu fliegen, einfach nur so, just for fun. Für wie zuvor erwähnt weniger als 20,- € pro Zinken.

Der angemessene Flow stellt sich erst ein, als der Liter-Humpen San Miguel verhaftet und die Geschichte des Timmasper Turmzimmers erzählt ist. Nun dreht sich die Zeitspirale immer schneller, immer unaufhaltsamer.

Die Busfahrt zum Bierkönig, kostet pro Person 1,25€. Wir steigen auf Höhe des Ballermann Sechs (w) aus dem Bus und spazieren schnurstracks hin. Zum Schauplatz etlicher netter Anekdoten des Herbsturlaubs 1994. Damals war ich 17 Jahre jung und hatte während der zwei Wochen im Fontanellas Playa jede Menge Spaß mit Neill aus London, der Irren aus Freiburg im Breisgau, den Posern aus Toulouse und Wiebke aus Bergen. Außerdem natürlich mit dem jungen Buzz und auf Touren mit dem gemieteten lausigen Billigst-MTB, unter anderem auf der Fahrt von und nach Bunyola.

Auch heute habe ich eine Menge Spaß. Mit dem "alten" Buzz. Wir lehnen uns an das Geländer des Ballermann 6, zischen ein paar bei Eroski in Can Pastilla preiswert erworbene Hülsen weg und philosophieren über alles mögliche. Ja, wir sind wieder mal die Größten. Besser geht es kaum. Wenn jetzt noch der Bierkönig bevölkert ist, sagen wir nur noch ein Wort: Bingo!

Freitagnacht, El Arenal (w) im Dezember 2009: außer dem Bierkönig ist kein Schuppen geöffnet, nicht mal das Oberbayern. Vom Riu Palace oder dem Mega Park ganz zu schweigen. Und selbst obwohl sich niemand woanders hin verlaufen kann, ist im Bierkönig nicht viel los. Dennoch ist die Stimmung okay, so dass wir knapp zwei Stunden bleiben. Überflüssig zu erwähnen, dass sich auch die zehnköpfige Ballermann-Gang in extra für diesen Anlass angefertigten T-Shirts in volltrunkenem Zustand eingefunden hat. Die Kerle baggern ohne jegliche Aussicht auf Erfolg an einer Gruppe Russinnen herum, sind hoffnungslos perdu und merken absolut keine Einschläge mehr. Wundert mich, dass sie von den männlichen Begleitern der sehr ansehnlichen Osteuropäerinnen nicht ihre Fressen poliert bekommen. Die drei Girls erwehren sich unterdessen der Anmachversuche der anderen brünftigen selbsternannten Sangria- bzw. Bierkönige. Buzz und ich pflanzen uns zum Russenpulk, haben unseren Spaß und kommen voll auf unsere Kosten.

Tag2 - Samstag

Morgens um halb fünf fallen wir, nach einem halbstündigen Spaziergang an der Platja de Palma (Karte) in unsere Betten. Die Wände im Roc Leo sind übrigens extrem hellhörig, die Gäste neben uns hauen wie die Idioten gegen die Wand, obwohl wir uns nur auf Zimmerlautstärke unterhalten und noch bischen Schrott im TV glotzen wollen. Im Gegenzug werden wir am Samstag in der Früh von deren Rammelgeräuschen geweckt. Ziemlich ungeil, die beiden stönen regelrecht um die Wette, so scheint es. Wir lassen es uns nicht nehmen, nach einigen Minuten zurückzuklopfen und den Eseln mitzuteilen, dass wir alles mitbekommen haben. Ätsch.

Der Blick vom Balkon des Roc Leo auf die Playa de Palma und Can Pastilla

Der Blick vom Balkon des Roc Leo auf die Playa de Palma und Can Pastilla

Dem schönen Wetter sei Dank gelingt es uns, rasch aus den Federn und aus dem Arsch zu kommen. Duschen wird überbewertet, wir haben, vor allem bei dem Wetter, keine Zeit zu verlieren und stürmen das Frühstücksbuffet. Überrascht sind wir von der guten Auswahl an Speisen.

Blick vom Hotel Roc Leo auf den Flughafen von Palma und die blaue Fußgängerbrücke über die Autobahn

Blick vom Hotel Roc Leo auf den Flughafen von Palma und die blaue Fußgängerbrücke über die Autobahn

Satt satteln wir eine Hüpferlitasche und latschen ans Meer. Badesachen haben wir dabei, das Planschen jedoch verschieben wir auf den Nachmittag. Zunächst latschen wir am Strand entlang und durch Can Pastilla.

Uferpromenade von Can Pastilla

Uferpromenade von Can Pastilla

Marktplatz mit Pfarrkirche Sant Antoni de la Platja, Can Pastilla

Marktplatz mit Pfarrkirche Sant Antoni de la Platja, Can Pastilla - hier habe ich schon im Herbst 1994 geasselt und Tb geschrieben, krass, das ist nun schon 15 Jahre her...

Can Pastilla ist schnell abgegrast und so stellen wir uns an die Bushaltestelle und warten auf die nächste Mitfahrgelegenheit nach Palma. Wir verpassen es, am für eine allererste Stadtvisite in Palma de Mallorca optimalen Ausstiegspunkt den Bus zu verlassen und steigen deshalb eine Station nach der Haltestelle "Placa D´Espana" aus dem Bus.

Palma de Mallorca

Palma de Mallorca

Kaum in Palma angekommen, haben wir mehrere Missionen zu erfüllen. Als erstes müssen wir beide derbst pissen. Leichter gesagt, als getan. Nahezu jeder Winkel der Stadt ist kameraüberwacht, so eine Scheiße! In einer Nebenstraße, zwischen Glascontainern und parkenden Autos werden wir dann aber trotzdem des geübten Kennerblicks wegen fündig und können entleeren.

Placa d´Espana, Palma de Mallorca

Placa d´Espana, Palma de Mallorca

Wir befinden uns also am kulturellen, verkehrstechnischen Mittelpunkt der Stadt Palma. Was nun? Lassen wir uns einfach von der Intuition treiben oder versuchen wir besser, den Katalog der vielfältigen mallorquinischen Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten? Wir handhaben es wie immer und lassen uns von spontanen Eingebungen leiten. Und starten den großen Palma-Entdeckungs-Spaziergang.

Regierungspalaste

Regierungspalast

Tomasz und Buzz lassen es sich gutgehen...

Tomasz und Buzz lassen es sich gutgehen...

Das Wetter ist einfach nur geil. Warm genug, um in T-Shirt durch die Gegend zu laufen, während in Hannover Minusgrade den Ton angeben. Die Sonne versteckt sich zwar hinter einer zum Abend hin immer dichteren Wolkendecke aber das ist uns egal. Hauptsache, es regnet nicht.

Weihnachtliches Palma de Mallorcali

Weihnachtliches Palma de Mallorca

Weihnachtliches Palma de Mallorca

Wir latschen so einige Km durch Palmas Innenstadt, ehe wir uns auf den direkten Weg zum Hafen begeben. Und einen Riesenfehler begehen. In einem 24h-Chinokken-Shop gönnen wir uns je zwei 0,33er Dosen Estrella Damm (Test). Na wenn schon, denn schon. Das unserer Meinung nach beste Bier Spaniens. Wenn nicht der Iberischen Halbinsel.

Nur das portugiesische Superbock (Test) kommt an das Estrella Damm heran.

Und, ich darf es nicht verschweigen, Buzz und ich haben nicht genügend Eier in der Büx, die Zahlung beim Chinokken angesichts der nahezu unverschämten Entgeltforderung in Höhe von sage und schreibe 4,80 € zu verweigern. Teures Bier. Wir Esel.

.Palma im Dezember 2009

Palma im Dezember

Na wenigstens haben Buzz und ich uns ich pro Nase zwei Dosen des unserer Meinung nach besten spanischen Gerstensafts gesichert.

Palma de Mallorca, Yachthafen

Palma de Mallorca, Yachthafen

Und dann sehen Buzz und ich endlich die Kathedrale von Palma. Sind ziemlich geflashed angesichts der Eigenschaften des Zielgebiets an sich.

Jenes ist wohlbekannt aus glohr- und ruhmreichen TV-Serien wie "Hotel Paradies" (w).

La Seu (w), Mallorca

La Seu (w), Mallorca

La Seu (w), Mallorca

La Seu (w), Mallorca

Tomasz und Buzz in Palma de Mallorca, am Hafen nahe La Seu

Tomasz und Buzz in Palma de Mallorca, am Hafen nahe La Seu

Die Zeit vergeht mal wieder viel zu schnell und schon ist es dunkel. Die weihnachtlichen Straßen Palmas sind herrlich illuminiert und hochfrequentiert. Die offensichtlich auch im Winter eingehaltene Siesta ist vorüber und schon steppt in der Innenstadt der oftzitierte Bär. Buzz und ich bekommen Lust auf das Nachtleben in Palma und checken die Busverbindungen. Nachtbusse zurück nach Can Pastilla gibt es keine und ein Taxi würde uns gut 18,- bis 20,- Eier kosten (der Typ an der Rezeption des Roc Leo bestätigt übrigens zu späterer Stunde diese wage und doch zutreffende Schätzung). Der erste Bus fährt erst um sechs Uhr in der Früh und ein Spaziergang am Wasser entlang ist definitiv zu weit, zumal Buzz und ich die Butze am Sonntag schon um zwölf Uhr geräumt haben müssen. Läuft also wohl doch wieder auf eine Partynacht am Ballermann bzw. im Bierkönig heraus. Na ja, es gibt schlimmeres.

Mit dem schnellen Bus, der über die Autobahn nach Can Pastilla heizt und seinen ersten Stop für uns passend beim Hotel El Cid hat, fahren wir zurück. Statten Eroski einen Besuch ab, verzichten der forangeschrittenen Stunde wegen auf ein Bad im Mittelmeer und stürzen uns auf das Abendbuffet. Im Vergleich zum gestrigen Angebot gibt es kaum Neues. Auch heute reicht es wieder locker aus, um eine solide Grundlage für die zweite Partynacht herzustellen.

Nach dem Mampf duschen wir und machen den Fehler, die Glotze anzuschmeißen und uns aufs Bett zu legen. Auf diese Weise verdaddeln wir viel Zeit, zu viel Zeit. Erst gegen 22h schaffen wir es, unsere Ärsche hochzukriegen und fahren mit dem Bus nach Arenal. Steigen auf der Höhe des Ballermann 6 aus und stellen uns an den Balneario, wo wir noch einige stumme Zeugen in Form von leeren Hülsen der vorangegangenen Nacht begrüßen und schnell auf Touren kommen. Mist, wir haben eindeutig zu wenig Zeit. Und jedermann weiß: wir hassen Mist! Um ein Uhr entern wir den Bierkönig und kommen aus dem Staunen kaum heraus. Hier geht was! Kein Vergleich zu gestern! Auch wenn alle gestern ausgemachten Gestalten auch heute wieder am Start sind. Die zehnköpfige Eseltruppe, die Russengang, alle sind sie heute wieder da. Der Laden ist, zumindest im Erdgeschoss, echt gut gefüllt. Und als Krönung tritt heute auch noch eine echte Ballermann-Koryphäe, Helmut aus Mallorca, bekannt aus dem Top-Kinofilm "Ballermann 6" (w) live auf. Der Typ ist der Knaller! Das nenne ich mal Party, verdammt!
Kommen noch mit paar deutschen Mädels ins Gespräch, die perfekt spanisch sprechen und hier paar Monate lang gearbeitet haben. Wir nutzen die Gunst der Stunde und befragen sie nach dem Nachtleben in Palma. Gut dass wir da nicht hingefahren sind. Angeblich, und das können wir uns gut vorstellen, zumal an der Glaubhaftigkeit der Girls keinerlei Zweifel bestehen, hat man dort als deutscher Touri nichts verloren und wird allerortens abgezockt, verarscht und ist nicht gern gesehen. Verschiedenpreisige Getränkekarten und Eintrittsforderungen seien lediglich die Spitze des Eisbergs. Man kann hier und da auch ganz gern mal eins aufs Maul kriegen und bei den einheimischen Chicas sieht man zu 90% eh keine Sonne. Interessante, nützliche Informationen!
Auch sonst sind wir in netter Gesellschaft und müssen bei Ladenschluss aus dem Bierkönig rausgekehrt werden. Unterwegs leder ich mich nach dem Wasserlassen in einer Hecke noch derbst ab, ansonsten haben wir einen abgesehen vom leichten Regen netten Rückweg zum Roc Leo. Am Fontanellas Playa legen wir eine Zwischenrast ein und sabbeln noch eine Weile, ehe wir zurück auf unserem Gemach sind und wegratzen.

Tag3 - Sonntag

Das Frühstück lassen wir ausfallen. Ist gestern eindeutig zu spät geworden.
Um kurz vor zwölf stehen wir an der Rezeption und checken aus. Ich habe ein Problem. Irgendwie habe ich meinen Ryanair-Boardingpass verschludert. Das Problem ist schnell gelöst, denn in der Lobby stehen zwei Rechner samt Drucker herum, die man gegen Zahlung eines Entgelts nutzen kann. Die Internetverbindung ist in etwa so langsam wie damals im Sommer 2004 (Bericht) in Bela Crkva (w). Maximal 56k! Aber egal, ich will nicht großartig surfen und schaffe es, mich innerhalb von einer Viertelstunde auf der Ryanairseite zum Online Check Inn zu navigieren und den begehrten Zettel erneut auszudrucken.

Unser Gepäck lagern wir im dafür vorgesehenen Raum und ziehen an die Playa.

Da kommen Erinnerungen an die gute alte Zeit hoch!

Oldschool!

Playa de Palma, von Can Pastilla aus fotografiert

Playa de Palma, von Can Pastilla aus fotografiert

Stilecht untergebrachtes Proviantpaket für unseren (vorerst) letzten Tag an der Platja de Palma

Stilecht untergebrachtes Proviantpaket für unseren (vorerst) letzten Tag an der Platja de Palma

So um 18h den Dreh werden wir uns beide am Flughafen von Palma einfinden müssen, mein Flug nach Bremen geht ungefähr eine Dreiviertelstunde vor dem von Buzz nach Frankfurt Hahn. Was nichts anderes bedeutet, als das Buzz und ich noch gut fünf Stunden an der Bucht von Palma zu überbrücken haben. Alles andere als ein Problem, denn wir haben noch einen umfangreichen, nicht zu unterschätzenden (nicht nach Deutschland handgepäckmäßig exportierbaren) Flüssigkeitsvorat zu vernichten. Also machen wir aus der Not eine Tugend, die uns wie auf den Maß geschneidert ist.

Wir leeren die Vorräte in der Umgebung von Can Pastilla. Dabei streifen wir durch die Umgebung und entdecken einige, gerade während dieser Anti-Saison durchaus bemerkenswerte Plätze.

Cala Estancia

Cala Estancia

Wenige Meter von der Playa de Palma entdecken wir auf diese Weise die wesentlich authentischere Gegend um die Cala Estancia. Klar, dass wir dort auf den scharfkantigen Klippen paar Dosen leeren und uns pudelwohl fühlen. Schon am frühen Nachmittag wisen wir, dass die Zeit mit zunehmender Verweildauer ziemlich knapp werden wird.

Hey, was geht ab?!?

Hey, was geht ab?!?

Fakt ist, dass Buzz und ich eine Menge Spaß in Can Pastilla haben und ziemlich traurig sind, als wir zurück zum Roc Leo latschen müssen um unser Gepäck in Form der beiden altgedienten Hüpferlitaschen (Foto) abzuholen. Da fällt mir gerade, aus Gründen der Ethik und Moral wegen fremdschämend-siedend heiß ein, dass Buzz der undankbare Assi die Ehe mit seiner alten Hüpferlitasche nach nicht mal fünf Jahren einer jüngeren zuliebe geopfert hat. Das nenne ich mal zutiefst undankbar, ekel- und unehrenhaft! Der Gedanke widert mich an.

Wir haben noch locker zwei Stunden Zeit, um das Terminal für unsere Ryanair-Flüge zu erreichen und machen uns auf die Socken. Beim Hotel El Cid in Can Pastilla kann man, vorrausgestzt man ist mutig und einigermaßen orientiert auf den Fußweg von Can Pastilla zum Flughafen Palma de Mallorca gelangen. Ehrlich gesagt ist der Fußweg, mit ein wenig lokaler Kenntniss, kaum zu verfehlen.

Buzz auf der blauen, stählernen Fußgängerbrücke über die Autobahn von Palma nach Llucmayor

Buzz auf der blauen, stählernen Fußgängerbrücke über die Autobahn von Palma nach Llucmayor

Seltsame, aber ungefährliche Gegend auf dem Fußweg vom Flughafen Palma de Mallorca nach Can Pastilla

Seltsame, aber ungefährliche Gegend auf dem Fußweg vom Flughafen Palma de Mallorca nach Can Pastilla

In der Mitte der Fußgängerbrücke, über der Autobahn Palma de Mallorca - Llucmayor

In der Mitte der Fußgängerbrücke, über der Autobahn Palma de Mallorca - Llucmayor

Bei dem miesen Wetter, es hat sich mit zunehmender Tagesdauer eingeregnet, leider kein Platz für einen gepflegten Asselabschied. Aber das macht nichts, denn ich habe noch einen auf dem Hinweg entdeckten, trockenen Verweilort im Gedächnis, den es nun zügigen Schrittes aufzusuchen gilt.

Can Pastilla zum Flughafen Palma ist es der Fußgängerbrücke sei Dank nicht weit

Von Can Pastilla bis zum Flughafen Palma ist es der Fußgängerbrücke sei Dank nicht weit

Am rechten Bildschirmrand bereits erkennbar: der überdachte Asselplatz in unmittelbarer Flughafennähe

Am rechten Bildschirmrand bereits erkennbar: der überdachte Asselplatz in unmittelbarer Flughafennähe

Mein Gedächnis spielt mir keinen Streich, das fensterlose Büdchen taucht wenige Meter nach der überquerten Autobahn auf und entpuppt sich als Asselplatz in vollendeter Perfektion. Wind- und regengeschützt, sauber und stylish. Das Klo verfügt sogar noch über seine Tür. Entweder ist dieses Büdchen erst vor kurzem dem Verfall preisgegeben worden oder aber es wurde nie fertiggestellt. Uns und den Hüpferlitaschen ist es egal.

Mein Gedächnis spielt mir keinen Streich, das fensterlose Büdchen taucht wenige Meter nach der überquerten Autobahn auf und entpuppt sich als Asselplatz in vollendeter Perfektion. Wind- und regengeschützt, sauber und stylish. Das Klo verfügt sogar noch über seine Tür. Entweder ist dieses Büdchen erst vor kurzem dem Verfall preisgegeben worden oder aber es wurde nie fertiggestellt. Uns und den Hüpferlitaschen ist es egal.

Die altgediente, inzwischen fünzehnjährige Hüpferlitasche fühlt sich ebenfalls sichtlich wohl im Büdchen

Blick aus dem Büdchen am Flughafen von Palma de Mallorca auf die Fußgängerbrücke

Blick aus dem Büdchen am Flughafen von Palma de Mallorca auf die Fußgängerbrücke

Die Zeitspirale dreht sich erbarmungslos und immer schneller. Hätten wir nicht erwartet, dass uns die Zeit am Sonntag, bei derart miesem Wetter, zum Ende so knapp werden würde. Im Büdchen gefällt es uns spitzenmäßig, wir wollen noch nicht los, verdammt. Aber Ryanair wird nicht auf uns warten. Also machen wir das beste aus der Situation und genießen unsere letzte halbe Stunde im Büdchen, ehe wir die letzte Distanz zum Terminal in Angriff nehmen. Das Wetter wird minütlich mieser.


Leider ist das Büdchen seit November 2010 nicht mehr auf dem Weg von und nach Can Pastilla erreichbar.

Dezember 2010 (eigener Reisebericht von der großen Inselrundfahrt im Dezember 2010): mir bleibt lediglich ein wehmütiger Blick durch die undurchdringbaren Maschen des Drahtzauns, schluchz! Mach es gut, liebes Büdchen!


Im April 2011 erreichte ich allen Widrigkeiten zum Trotz das Büdchen trotz der geschlossenen Lücke im Zaun, unter Zuhilfenahme eines gemieteten Rennrads.

Ich entdeckte, über zwei Jahre später, die Zeugen der im Dezember 2009 mit Buzz an Ort und Stelle erlebten spaßigen Asselei. Und zwar auf dem Boden des Klos des anscheinend niemals fertig werdenden Büdchens.

Zwei stumme Zeugen der im Dezember 2009 mit Buzz an Ort und Stelle erlebten spaßigen Asselei

Zwei stumme Zeugen der im Dezember 2009 mit Buzz an Ort und Stelle erlebten spaßigen Asselei


Endspurt zum Terminal

Endspurt zum Terminal

Zeit für ein erstes Fazit. Buzz und ich waren bezüglich des Wochenendtrips anfangs sehr skeptisch und hätten die Flüge beinahe verfallen lassen. Gut, dass wir das nicht getan haben. So ein Wochenendtrip in die Sonne ist einfach eine geile Sache. Und Malle bietet sich förmlich an. Die Playa de Palma ist fußläufig erreichbar, ausreichend Hotels zu günstigen Preisen sind permanent kurzfristig verfügbar und am Wochenende kann man vermutlich das ganze Jahr über zumindest im Bierkönig Party machen. Immerhin waren wir zur wohl totesten Zeit überhaupt da und am Samstag ging richtig was in dem Laden.

Buzz und ich jedenfalls beschließen noch im Büdchen, dass wir definitiv innerhalb des nächsten Vierteljahres, gesetzt der Fall dass Rainer mit seinen Preisen wieder derart freundlich aus dem irischen Knick kommt, wiederkommen werden. Aus diesem Grunde verstecken wir ein großes San Miguel im Gebüsch beim Büdchen, welches wir nächstes Mal als Willkommensdrink zischen werden.

Die Sicherheitsschleuse ist rasch passiert, auch wenn Buzz seinen Liter Kakao nicht durchbekommt. Hatte er vergessen. So wie ich die exakte Abflugzeit. Hätten noch locker weitere zwanzig Minuten im Büdchen abhängen können. Na ja, besser zu früh als zu spät. So gammeln wir zwangsläufig noch eine Weile in den verschiedenen Shops ab und regen uns über die exorbitant hohen Preise der gastronomischen Betriebe im Airport von Palma de Mallorca auf.

Auf zu unseren Gates!

Auf zu unseren Gates!

Mein Flieger nach Bremen geht eine knappe Stunde eher als der von Buzz. Klar, dass ich als letztes in den Airbus steige. Umso verwunderlicher, dass ich nicht wieder in der Mitte, sondern in der vorletzten Reihe einen Dreier ganz für mich alleine bekomme. Es ist bereits stockdunkel, das Wetter total verkackt und der Blick aus dem Fenster deshalb zwangsläufig uninteressant. Interessanter sind da die um mich herum sitzenden Mitglieder der zehnköpfigen Ballermann-Truppe. Die haben nämlich die Fähigkeit, Flüstergespräche zu führen, verloren und erzählen den Mitpassagieren von ihren Suff-Abenteuern. Ich bin ganz Ohr, erfahre, wer die ehrenvollen Titel des freitag- und sonnabendnächtlichen Tagesvollsten verliehen bekommt und was sonst noch so alles erlebt wurde. Besser und kurzweiliger als jedes Hörbuch. Der Mob hatte seinen Spaß.

Pünktlich lande ich in Bremen, die Passkontrolle entfällt und so erreiche ich locker den 22:19h RE, der mich zurück nach Hannover chauffiert.


Buzz seinerseits landet ebenfalls planmäßig in Hahn, muss sein Fahrrad von Schnee und Eis befreien und friert sich auf dem kurzen pedalgetriebenen Transfer zum im Wohngebiet wartenden Punto den Arsch ab. Aber auch er liegt wenige Stunden später wohlauf im heimischen Bett.

War ein geiles, rundum gelungenes Partywochenende! Danke, Ryanair!

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