Spanien-Trip (Ende 2017)
Tag 1/2 - Tag 3 - Tag 4/5

Das tripreiche Jahr 2017 endet, wie es begann. Na ja fast. Jedenfalls triptechnisch ist dies der Fall denn sowohl für die erste als auch die letzte Aktion (S.A.) des Jahres 2017 habe ich mir eines meiner absoluten Lieblingsländer als Ziel ausgesucht: Spanien. Und da es in Spanien noch immer ein paar bislang ungesehene Regionen und Städte gibt bleibe ich während des knapp fünftägigen Aufenthalts trotz des verlockend-mediteran-spätsommerlichen Wetters nicht etwa einfach nur in der leider massivst überlaufenen Top-Metropole Barcelona sondern beschließe, den bis dato meinerseits unbesucht gebliebenen Regionen Kantabrien (Santander) sowie dem Baskenland (Bilbao) die Ehre zu erweisen. Doch gemach, alles der Reihe nach, los geht´s wie zuletzt erfreulich oft am heimischen dem IATA-Code "HAJ" zugeordneten Flughafen Hannover-Langenhagen.

Tag 1: Hannover (HAJ) - Barcelona (BCN) - Barcelona Poble Nou

Normalerweise ist es für mich ein preiswertes wie rasch zu bewerkstelligendes Unterfangen, vom eigenen Zuhause aus den Flughafen Hannover zu erreichen. Zu Fuß zum Bahnhof und von dort mit der S5 weiter, das kostet derzeit 3,40 € und dauert alles zusammen circa 40 Minuten. Bei gutem Wetter fahre ich mit dem Rad, was eine gute Dreiviertelstunde dauert. Ende 2017 gießt es beim Verlassen der Wohnung wie aus Kübeln und so latsche ich zum Bahnhof, ziehe mir ein Ticket und stelle wenig später entgeistert am Gleis fest, dass bei der S5 der Wurm drin ist. Ich steige in die erstbeste sich bietende S-Bahn Richtung Norden und verlasse eben jene am Haltepunkt Langenhagen-Mitte. Die S5 zum Flughafen ist mittlerweile ersatzlos gestrichen und aufgrund des verspätungsbedingt (schuldig bin nicht ich sondern der Bahnbetrieb) verbrauchten Zeitpolsters für unerwartete Zwischenfälle hilft mir der Bus der Linie 470 nun auch nicht mehr weiter. Und so bin ich gezwungen, die Dienste der Taxifahrerzunft in Anspruch zu nehmen. Von Langenhagen-Mitte zum Flughafen sind inklusive eines der Norm entsprechenden und seitens des guten und freundlichen Fahrers auch angemessenen Trinkgelds 17,- das Budget belastende Euro fällig. Wenn ich nun noch die 3,40 € fürs S5-Ticket addiere komme ich auf 20,40 € für den Ritt hierher, für eine Strecke von gerademal 10-11 km. Mehr als die Hälfte dessen, was mich der 1.369 km-Flug (flugstatistik.de nennt diese Entfernung; falls Du dich fragst, wie ich auf diese Distanz komme... ) von Hannover nach Barcelona El Prat bei Vueling gekostet hat. Irre.

Der Ausfall der S5 zwingt mich zur Inanspruchnahme der Dienste der Taxler-Zunft
Der Ausfall der S5 zwingt mich zur Inanspruchnahme der Dienste der Taxler-Zunft

Anschließend geht alles glatt.

Vueling bringt mich überpünktlich und so wie es sein soll, nämlich ohne nennenswerte Vorkommnisse, von Hannover nach Barcelona (El Prat)
Vueling bringt mich überpünktlich und so wie es sein soll, nämlich ohne nennenswerte Vorkommnisse, von Hannover nach Barcelona (El Prat)

Überpünktlich startet das Boarding und ich bringe wieder einmal das Kunststück fertig, mir eine Dreierreihe zur Einzelnutzung zu sichern und anschließend gekonnt gut 90% des Fluges zu verschlafen. A propos Flug, auf die Schnelle eine Karte zur besseren Orientierung.

Zack (*fingerschnipp´*), schon beginnt der Landeanflug. Eine halbe Stunde vor der planmäßigen Ankunfstzeit spuckt der Vueling-Jet seine Passagiere bereits bei bestem, spätsommerlich anmutendem Wetter in Barcelona aus. Leider am hintersten Gate überhaupt.

Der Vueling-Jet aus Hannover spuckt seine Passagiere leider am hintersten Gate überhaupt aus...
Der Vueling-Jet aus Hannover spuckt seine Passagiere leider am hintersten Gate überhaupt aus...

Vueling nutzt das Terminal 1, zu dessen Metrostation ich marschiere. Dort kaufe ich ein 48h gültiges Öffiticket (nutzbar in allen Bussen, Straßenbahnen, Metrolinien und auch Vorortzügen innerhalb der Stadt-Zone) und steige in die Metro. An der Haltestelle El Prat Estacio wechsle ich das Transportmittel, weiter geht der Ritt ins Zentrum Barcelonas mit einem der Vorortzüge (Rodalies). Neben der Option des Aerobus (dessen Nutzung allerdings nicht in der Öffi-Flat inkludiert ist, weshalb er für mich keine Rolle spielt) ist dies vermutlich die zeitsparendste Methode um vom Flughafen ins Zentrum zu gelangen.

Metro-Haltestelle El Prat Estacio
Metro-Haltestelle El Prat Estacio

Der Wechsel der Transportmittel (der Umstieg von Metro auf Vorortzug) dauert keine fünf Minuten.

Rodalies-Haltestelle El Prat Estacio
RENFE-Rodalies-Haltestelle El Prat Estacio
Kollektives Warten auf den Zug nach Barcelona
Kollektives Warten auf den Zug nach Barcelona

An der Haltestelle Passeig de Gràcia wechsle ich zurück in die Metro und fahre bis zur Station Llacuna. Der Wechsel des Transportmittels dauert hier wesentlich länger, da von den Rodalies- zu den Metrogleisen eine überraschend große Strecke zurückgelegt werden muss.

Metrostation Llacuna
Metrostation Llacuna

Von der Metrostation Llacuna aus erreiche ich innerhalb von zehn Gehminuten die mir für die nun folgenden beiden Nächte Unterschlupf bietende Travelodge Poblenou. Travelodge? War da nicht was? Ja richtig, die Travelodge Harlow ist dem einen oder anderen aufmerksamen Leser meiner TRs sicher ein Begriff und mit eben jener war ich bislang stets hochzufrieden, und zwar in sämtlichen Belangen. Und so kommt es, dass ich diesmal Gelegenheit habe, den Ableger in Barcelona (Poblenou, es gibt meines Wissens noch eine Travelodge beim Messegelände) zu testen.

Travelodge Poblenou, Barcelona
Travelodge Poblenou, Barcelona

Beim Betreten des Hotels muss ich mich selbst kneifen denn plötzlich kommt es mir tatsächlich so vor als wäre ich nicht in Barcelona sondern in England. Der Check In ist fix erledigt und so begebe ich mich zwecks Deponierung des Gepäcks hurtig zum mir zugewiesenen Zimmer. Alles in diesem Hotel erinnert mich an den Schuppen in Harlow, vom Teppich auf dem Flur bis zu den Türklinken. Auch das Zimmer selbst fällt natürlich nicht aus der Reihe. In diesem Ambiente werde ich mich gewiss wohlfühlen. Ich widerstehe der Versuchung des Versackens und ziehe schnell wieder los, mich zieht es an den Strand, an die Platja del Bogatell. Auf dem Weg dorthin komme ich an etlichen Einkaufsoptionen aller Art vorbei und verproviantiere mich in einem gutsortierten Supermarkt der Kette Veritas.

Je näher ich dem Meer komme, desto schneller werde ich. Endlich erreiche ich den Strand. Mit den Füßen wate ich im Mittelmeer und bestaune das sich mir bietende Bild, den Blick gen Westen.

Abendsstimmung an der Platja del Bogatell, Poblenou, Barcelona
Abendsstimmung an der Platja del Bogatell, Poblenou, Barcelona

"Eine kurze Asselei muss drin sein" denke ich im Stillen und pflanze mich auf einen Felsbrocken. Aus der kurzen Asselei wird eine fast dreistündige, kein Wunder bei der Atmosphäre, dem Ambiente, dem Wetter, dem Blick und meiner sensationell guten Stimmung.

Zurück in der Bude folgt das standartisierte Abendprogramm: duschen, Sachen dem morgigen Tagesplan entsprechend vorpacken, Schrott via Laptop reinziehen und möglichst rasch einpennen.

Meine Bude in der Travelodge Poblenou, Barcelona
Meine Bude in der Travelodge Poblenou, Barcelona

Während des Drifts ins Dreamland kommt es mir übrigens wiederkehrend so vor als wäre ich nicht in Barcelona sondern wie gesagt in Harlow, was mich ab und zu leicht verwirrt.

Tag 2: Barcelona, Santa Coloma, Puig Castellar

Das heutige Programm hat es in sich und so gilt es, keine Zeit zu verdaddeln sondern struktiert und zügig zu agieren. Als erstes plündere ich das hinsichtlich der Hotelklassifizierung überragend gute Frühstücksbüffet bestmöglich. Dabei verleibe ich mir eine bis zum späten Nachmittag ausreichende solide Nahrungsgrundlage ein und lasse zudem etwas Obst mitgehen.

Frühstücksraum der Travelodge Barcelona Poblenou
Frühstücksraum der Travelodge Barcelona Poblenou
Das Frühstücksbüffet der Travelodge Barcelona Poblenoukann sich sehen lassen und verdient das Prädikat "top", keine Frage
Das Frühstücksbüffet der Travelodge Barcelona Poblenou kann sich sehen lassen und verdient das Prädikat "top", keine Frage

Zu allererst zieht es mich an den Platja de Bogatell.

Unterwegs im Viertel namens Poblenou, Barcelona
Unterwegs im Viertel namens Poblenou, Barcelona
Unterwegs im Viertel namens Poblenou, Barcelona
Unterwegs im Viertel namens Poblenou, Barcelona
Platja de Bogatell, Blick gen Westen, Richtung Zentrum von Barcelona
Platja de Bogatell, Blick gen Westen, Richtung Zentrum von Barcelona

Boah ey, welch phänomenal geiles Wetter ich heute wieder genießen darf ist schier unglaublich. Ich wate kurz durchs Wasser und werfe anschließend die sehr empfehlenswerte Öffi-Planungs-App "moovit" an. Diese verrät mir, wie ich von hier aus zum ersten großen Höhepunkt meines diesmaligen Barcelonabesuchs, dem Montjuic, gelangen kann. Und zwar mit dem Bus.

Mit dem Bus geht es ins Zentrum Barcelonas
Mit dem Bus geht es ins Zentrum Barcelonas

Nach einem Umstieg und knapp vierzig Minuten Fahrtzeit stehe ich vor der leider derzeit geschlossenen Talstation der Standseilbahn auf den Hausberg, den Montjuic. So ein Mist. Ich, richtig erraten, hasse Mist (und zwar mindestens so sehr wie Biff Tannen).

Montjuic Funicular: wegen Wartungsarbeiten derzeit geschlossen, so ein Mist
Montjuic Funicular: wegen Wartungsarbeiten derzeit geschlossen, so ein Mist

Immerhin haben die Öffi-Betreiber Barcelonas (TMB) einen Ersatzbus eingerichtet, mit dem ich die Seilbahn, die Teleferic de Montjuic (w) erreiche. Kurz muss ich beim Betrachten des Preisaushangs schlucken und keimenden Geiz bekämpfen, dann löse ich ein Rückfahrticket (aktuell 12,70 €) und steige in eine der zu diesem recht frühen Tageszeitpunkt zahlreichen leer hin- und herfahrenden Gondeln. Das muss einfach mal drin sein und ich, das nehme ich vorweg, werde den Invest auch retrospektiv keinesfalls bereuen, ganz im Gegenteil. Die Seilbahnfahrt wird nicht zuletzt der sich aus der Kabine bietenden Aussicht wegen zu einem der Höhepunkte des noch jungen Trips.

"Tal"station der Seilbahn namens Teleferic de Montjuic
"Tal"station der Seilbahn namens "Teleferic de Montjuic"
Derart früh ist kaum etwas los auf dem Hausberg Barcelonas und in den Kabinen der Seilbahn
Derart früh ist kaum etwas los auf dem Hausberg Barcelonas und in den Kabinen der Seilbahn
Blick auf die Mittelstation der Seilbahn und die wunderschöne Metropole Barcelona (gen Osten, aus der Kabine heraus)
Blick auf die Mittelstation der Seilbahn und die wunderschöne Metropole Barcelona (gen Osten, aus der Kabine heraus)
Castel de Montjuic
Castel de Montjuic (w)

Ich verzichte darauf, das Castel de Montjuic von innen anzuschauen und über die Mauern zu spazieren. Mir kommt es in erster Linie auf die sich von hier oben bietende Aussicht über Barcelona an, weshalb ich eine Runde um die Burg herum drehe. Hierfür bietet sich der Panoramaweg an.

Blick vom das Castel de Montjuic umgebenden und zum Meer hin Top-Aussichten bietenden Spazierweg auf den Hafen von Barcelona
Blick vom das Castel de Montjuic umgebenden und zum Meer hin Top-Aussichten bietenden Spazierweg auf den Hafen von Barcelona
Top-Aussichten bieten sich in Hülle und Fülle (Doppel-Klick aufs Bild und der Verfasser dieses TRs lässt sich blicken... )
Top-Aussichten bieten sich in Hülle und Fülle (Klick aufs Bild und der Verfasser dieses TRs lässt sich blicken... )

Hafen von Barcelona
Panoramaweg am Castel de Montjuic, Meerseite
Panoramaweg am Castel de Montjuic, Meerseite
Castel de Montjuic
Castel de Montjuic

Auf der Hälfte der Strecke Runde ums Castel herum lege ich eine Rast ein. Der Mirador del Migdia ist prädestiniert dafür und ich habe ihn sogar überwiegend für mich alleine.

Blick vom Mirador del Migdia gen Südosten
Blick vom
Mirador del Migdia gen Südosten
Barcelona, vom Montjuic aus betrachtet
Barcelona, vom Montjuic aus betrachtet

Nach der Komplettierung der Runde ums Castell de Montjuic steige ich in eine leere Gondel und an der Mittelstation wieder aus. Dort wartet ein weiterer Top-Aussichtspunkt (Mirador) auf mich.

Zeit, mal wieder die Füße hochzulegen
Zeit, mal wieder die Füße hochzulegen
Blick vom bei der Mittelstation der Seilbahn gelegenen Aussichtspunkt auf Barcelona
Blick vom bei der Mittelstation der Seilbahn gelegenen Aussichtspunkt auf Barcelona

Von der Talstation aus fahren Busse. Einer von ihnen bringt mich zum Katalonienplatz aka Placa Catalunya.


Placa Catalunya, Barcelona

Natürlich bietet Barcelona etliche Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Sagrada Familia, die Hauptflaniermeile Las Ramblas und etliche pittoreske Stadtviertel. Nicht zu vergessen die zahlreichen sicherlich interessanten Museen und die gepflegten Strände. Da ich allerdings schon diverse Male vor Ort war reizt es mich massivst, endlich mal wieder so wie eben gerade den Montjuic etwas neues zu entdecken. Idealerweise einen Aussichtspunkt. Ich liebe Aussichtspunkte. Perfekt wird die Nummer dann, wenn sich zudem auch noch der Sonnenuntergang mitverfolgen lässt.

Letztes Mal, im Januar diesen Jahres besuchte ich die Bunkeranlagen von Carmel, die abgesehen vom allgegenwärtigen Auflauf der Menschenmassen in erster Linie aussichtsmäßig vollends zu begeistern wussten aber halt leider absolut keinen Geheimtipp mehr darstellen. Ganz im Gegenteil, sie scheinen in keinem der aktuellen Reiseführer, egal ob gedruckt oder online, zu fehlen. A propos, nachfolgend zwei Bilder des sich von der Bunkeranlage Carmel bietenden Blicks, aufgenommen im Januar diesen Jahres (zugegebenermaßen eine Top-Aussicht, die sich von dort aus bietet, aber halt zu überlaufen für meinen sicherlich streitbaren Geschmack).

Top-Attraktion in Barcelona, die sicher keinen Geheimtipp mehr darstellt: die Bunkeranlagen Del Carmel
Top-Attraktion in Barcelona, die sicher keinen Geheimtipp mehr darstellt: die Bunkeranlagen Del Carmel
Barcelona, Bunquer Del Carmel: Top-Aussicht von einem (abgesehen vom hohen PSF) Top-Asselplatz
Barcelona, Bunquer Del Carmel: Top-Aussicht von einem (abgesehen vom hohen PSF) Top-Asselplatz

Der PSF (zwischen 7 und 8) dort war jedoch derart abstoßend, dass ich im Vorfeld dieses Trips fleißig die Karten auf googlemaps und mapy.cz [mapy.cz ist übrigens der absolute Knaller, eine wahre Goldgrube (besonders wenn man den touristischen Darstellungsmodus wählt)] recherchemäßig studiert habe und nun einen bislang recht unbekannten Hügel aus dem Hut zu zaubern im Stande bin. Die Rede ist vom im Westen der Stadt gelegenen Puig Castellar. Jahreszeitlich bedingt wird es auch in dieser vom Klima verwöhnten Region zeitig dunkel und so beschliesse ich, mich umgehend auf den Weg zum Ausgangspunkt meiner kurzen Wanderung zu begeben. Hierfür steige ich am Placa Catalunya in die Metrolinie L1 Richtung Fondo. An der vorletzten Haltestelle (Santa Coloma) steige ich aus und kehre an die Erdoberfläche zurück.

Zurück an der Erdoberfläche, bei der vorletzten Haltestelle (Santa Coloma) der Metro L1 Richtung Fondo
Zurück an der Erdoberfläche, bei der vorletzten Haltestelle (Santa Coloma) der Metro L1 Richtung Fondo

Von hier aus werde ich mit einem Bus des Betreibers TUSGAL [Achtung: die Öffi-Flat ist nur in den roten Stadtbussen gültig, in den gelben von TUSGAL (ebenso wie das BT) nicht, was den Erwerb einer Einzelkarte beim die Mitfahrberechtigung beim Zustieg kontrollierenden Buslenker (derzeit 2,15 €) erforderlich macht] zur Haltestelle Can Franquesa (Haltestellennummer: 102879, es kommen die Linie B14, B80 und die B81 in Frage). Alle Nase lang fahren Busse gen Can Franquesa ab, so dass ich in aller Ruhe Ausschau nach einem kalt zu genießende Getränke und Eiswürfel bescherenden Supermarkt halten kann. Futter habe ich noch immer, dem wie gesagt tollen Frühstücksbüffet der Travelodge Poblenou sei Dank, ausreichend am Start.

Fußgeherzone am östlichen Stadtrand Barcelonas (Santa Coloma)
Fußgeherzone am östlichen Stadtrand Barcelonas (Santa Coloma de Gramenet; w)

Supermärkte gibt es in Hülle und Fülle und so fahre ich wenige Minuten später bereits mit dem Bus zum Ausgangspunkt der kurzen Wanderung auf den Puig Castellar. 2,15 € sind beim Fahrer zu blechen und zack, schon geht die viertelstündige Fahrt auch schon los.

TUSGAL bringt mich für 2,15 € von Santa Coloma zum Ausgangspunkt der Wanderung auf den Puig Castellar
TUSGAL bringt mich für 2,15 € von Santa Coloma zum Ausgangspunkt der Wanderung auf den Puig Castellar
So gut wie mittig gut zu sehen: der TUSGAL-Bus, der mich hierher zum Ausgangspunkt der kurzen Wanderung auf den Puig Castellar befördert hat
So gut wie mittig gut zu sehen: der TUSGAL-Bus, der mich hierher zum Ausgangspunkt der kurzen Wanderung auf den Puig Castellar befördert hat Schon wenige Gehminuten nach Verlassen des Transportmittels aus dem Stall von TUSGAL bietet sich diese schöne Aussicht auf Barcelona, mittig übrigens das 1970 erbaute und 2011 stillgelegte ehemals thermische Kraftwerk der Vorortgemeinde Sant Adrià
Schon wenige Gehminuten nach Verlassen des Transportmittels aus dem Stall von TUSGAL bietet sich diese schöne Aussicht auf Barcelona, mittig übrigens das mit seinen drei Türmen charakteristische, 1970 erbaute und 2011 stillgelegte ehemals thermische Kraftwerk von Sant AdriàDer rechts neben dem Strommast befindliche Feuerwehr-Wachturm ist für mich und jeden anderen gewöhnlichen Touri leider nicht besteigbar...
Der rechts neben dem Strommast befindliche Feuerwehr-Wachturm ist für mich und jeden anderen gewöhnlichen Touri leider nicht besteigbar...
Stylisher Sportplatz einer Schule nahe der Bus-Endhaltestelle Can Franquesa
Stylisher Sportplatz einer Schule nahe der Bus-Endhaltestelle Can Franquesa

Der zum Glück einzig Fußgängern und Radfahrern vorbehaltene Schotter-Fahrweg Richtung Puig Castellar ist, sofern man über ein Quäntchen Orientierungsgeschick verfügt, von der Bus-Endhaltestelle Can Franquesa aus kaum zu verfehlen. Sachte geht es zunächst aufwärts und ich freue mich darüber, anscheinend der einzige Typ zu sein den es heute auf den Aussichtshügel bei der steinalten ehemaligen iberischen Siedlung aus der Eisenzeit zieht. Steinalte, ehemalige iberische Siedlung (Poblat Iberic) aus der Eisenzeit? Auf dem Puig Castellar (w)? Habe ich bislang, merke es gerade selbst, noch gar keine Worte drüber verloren. Hole ich nun nach. Ja, auf dem Aussichtshügel haben sich bereits vor etlichen Jahren Menschen sicher, wohl und zuhause gefühlt. Entdeckt wurde die meines Wissens ungefähr 200 vor Christus aufgegebene Siedlung Puig Castellar übrigens erst nach einem langen Dornröschenschlaf, und zwar zwischen 1904 und 1905. Bewohnt wurde die ehemalige Siedlung vom sechsten Jahrhundert bis zum frühen zweiten Jahrhundert vor Christus und, ich nehme es an dieser Stelle ruhigen Gewissens vorweg, es gibt dort oben auf gut 300 Metern über dem Meeresspiegel Ausgrabungen und allerlei Mauerreste sowie Info-Tafeln zu sehen. Darüber hinaus bietet sich eine sensationelle Aussicht. Ein beeindruckender (und zudem so wie ich es gern habe kostenneutral betretbarer) Ort zu dem ich nun latsche, keine Frage.

Willkommen im Parc de la Serraiada de Marina, im Osten von Barcelona
Willkommen im Parc de la Serraiada de Marina, im Osten von Barcelona
Blick aufs Hinterland von Barcelona
Blick aufs Hinterland von Barcelona
Halbrechts der "Gipfel" des Puig Castellar
Halbrechts der "Gipfel" des Puig Castellar
Links neben dem Strommast trotz heftigem Gegenlichts gut zu erkennen: der Feuer-Wachturm mit dem Namen CHARLIE (Torre de vigilancia CHARLIE)
Links neben dem Strommast trotz heftigem Gegenlichts gut zu erkennen: der Feuer-Wachturm mit dem Namen CHARLIE (Torre de vigilancia CHARLIE)
Unterwegs bietet sich mir ein weiterer Top-Blick auf Barcelonas Osten
Unterwegs bietet sich mir ein weiterer Top-Blick auf Barcelonas Osten
Puig Castellar, durch einen den direkten Zugangsweg versperrenden (um die derzeitige Ausgrabungsstätte zu schützen) Zaun hindurch abgelichtet
Puig Castellar, durch einen den direkten Zugangsweg versperrenden (um die derzeitige Ausgrabungsstätte zu schützen) Zaun hindurch abgelichtet
Unterwegs im Parc de la Serraiada de Marina, im Osten von Barcelona
Unterwegs im Parc de la Serraiada de Marina, im Osten von Barcelona
Von hier aus (nur von hier aus legal) kann man das Ausgrabungsgelände (gratis) betreten
Von hier aus (nur von hier aus legal) kann man das Ausgrabungsgelände (gratis) betreten
Interessant, interessant...
Interessant, interessant...
Interessant, interessant...
Interessant, interessant...
Interessant, interessant...
Interessant, interessant...

Interessant, interessant...

So interessant die im Zuge der Ausgrabungsarbeiten auch zutage tretenden Erkenntnisse sein mögen, mich zieht es tatsächlich nahezu ausschließlich der Top-Ausicht wegen auf den Puig Castellar. Dort erwartet mich eine einen Top-Sonnenschutz bietende, perfekte Asselbank mit Rundumsicht..

Puig Castellar, eine Sonnenschutz bietende, perfekte Asselbank hat nur noch auf mich gewartet 8so scheint es zunächst)
Puig Castellar, eine Sonnenschutz bietende, perfekte Asselbank hat nur noch auf mich gewartet so scheint es zunächst)
Top, alles "top"!
Top, alles "top"!

Dass ich diesen sensationell-geilen Asselplatz für mich alleine habe hätte ich nie und nimmer für möglich gehalten. Und doch ist es so, zumindest während der ersten halben Assel-Stunde. Plötzlich höre ich Stimmengewirr vom Tal her erschallen. Auf dem Fahrweg bahnt sich eine Gruppe Jugendlicher samt Betreuer, vermutlich eine Schulklasse auf Exkursion, den Weg zu mir nach oben. So ein Mist. Und wenige Minuten später ist es mit der Ruhe und dem Zauber des Asselplatzes auf dem Puig Castellar vorbei. Eine Stunde lang befindet sich der Puig Castellar im Belagerungszustand, mit mir mitten drin. So ein Mist!

Eine Stunde lang befindet sich der Puig Castellar im Belagerungszustand
Eine Stunde lang befindet sich der Puig Castellar im Belagerungszustand

Nach einer geschlagenen Stunde verzieht sich die Meute wieder und ich atme auf. Rasch breitet sich wieder eine sensationelle Atmosphäre aus, die ich in vollen Züge genieße und die mich wieder einmal in meinem fragwürdigen Treiben bestätigt - genau diese Situationen sind es, die dem großen Ganzen einen Sinn geben und maßgeblich dazu beitragen, dass Leben als lebenswert betrachten zu können. Meine bescheidene Meinung. So wie alles andere auf diesen Seiten inhaltlich verbreitete auch, logisch.

Top, alles "top"!
Top, alles "top"!

Mir fehlen die Worte. "Wow, absolut wow!" schießt mir wiederkehrend durch den Kopf. Ja, ich bin maximalst geflashed. Alles "vale", sozusagen.

"Vale"
"Vale"
Top-Aussicht, aufgesogen und auf der inneren Festplatte abgespeichert auf dem Puig Castellar
Top-Aussicht, aufgesogen und auf der inneren Festplatte abgespeichert auf dem Puig Castellar

Wie beim Tennis schaue ich hin und her und ab und zu auch um mich herum. An dieser wunderschönen Aussicht kann ich mich einfach nicht sattsehen. Bis dato leere Seiten des in Bohumin (CZ) erworbenen Büchleins füllen sich wie von alleine und die Zeit rast mal wieder davon. Alles wie immer.

Schon ist es wieder soweit, dass die Sonne sich vorübergehend abmeldet
Schon ist es wieder soweit, dass die Sonne sich vorübergehend abmeldet
Phänomenale Aussicht vom Puig Castellar
Phänomenale Aussicht vom Puig Castellar
Rasend schnell schwindet das letzte Dämmerlciht, Zeit zurück zur Bushaltestelle Can Franquesa zu marschieren
Rasend schnell schwindet das letzte Dämmerlciht, Zeit zurück zur Bushaltestelle Can Franquesa zu marschieren

Es zum gefühlt millionsten Male zu wiederholen ist überflüssig aber ich mache es dennoch: schon wieder ist die Zeit viel zu rasch vergangen. Schon wieder würde ich liebend gern eine Stunde oder auch zwei dazukaufen können. Bin aber nicht Herr über die Zeit und so latsche ich im letzten Dämmerlicht nach erfolgtem Sonnenuntergang zurück an den Stadtrand, zur Bushaltestelle Can Franquesa. Dort steige ich in einen Bus und unterwegs um in einen weiteren und erreiche eine knappe Stunde später das Viertel Poblenou.

Zur Feier des Tages gönne ich mir eine Pizza, verziehe mich damit auf meine Bude in der Travelodge und lasse den Tag piano ausklingen. Früh gelingt mir der Drift ins Dreamland und das ist auch gut so, denn morgen geht es bereits recht früh weiter. Nach Santander.

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