Venedig, Neapel, Capri, Rom, Castel Gandolfo, Sofia und Frankfurt am Main - Trip im Spätherbst 2017
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Tag 4: Neapel - Capri (Marina Grande - Capri-Stadt - Belvedere Tragara - Villa Malaparte - Anacapri - Seggiovia di Monte Solaro samt Monte Solaro (589m) - Monte Capello (514m)

Ein Frühstück gibt es nicht abzugreifen und dennoch bin ich nach nur sechsstündigem Schlaf bereits dabei, nach einer Dusche all den mitgeführten Krempel in den Weiten der Neuen Hüpferlitasche zu verstauen und loszumachen. Zeit gilt es gewiss keine zu verlieren, wartet doch heute ein intensives Programm auf mich. Der Blick aus dem Fenster verrät, dass das Wetter noch immer hält. Mitte Oktober auch in Neapel keine Selbstverständlichkeit. Und so checke ich bereits um 8:45h aus und latsche Richtung Hafen.

Bahnhofsgegend, Neapel
Bahnhofsgegend, Neapel
Bahnhofsgegend, Neapel
Bahnhofsgegend, Neapel
Piazza Garibaldi, Bahnhofsgegend, Neapel
Piazza Garibaldi, Bahnhofsgegend, Neapel
Piazza Garibaldi, Bahnhofsgegend, Neapel
Piazza Garibaldi, Bahnhofsgegend, Neapel
Bahnhofsgegend, Neapel
Bahnhofsgegend, Neapel

Den Hafen erreiche ich frei Schnauze. Nun muss ich "nur" noch ein passendes Fährterminal für meine Zwecke finden. Die großen Fähren halten an der Molo Immacolatella Vecchia und sind billiger als die Schnellboote. Dafür brauchen sie allerdings auch eine halbe Stunde länger. Würde ich locker in Kauf nehmen aber leider habe ich vom Timing her Pech, so dass das Schnellboot alternativlos (wie ich dieses Wort doch hasse... ) ist.

Hafen von Neapel, auf dem Weg zu m Fährterminal Molo Immacolatella Vecchia
Hafen von Neapel, auf dem Weg zum Fährterminal Molo Immacolatella Vecchia
Hafen von Neapel, Fährterminal Molo Immacolatella Vecchia
Hafen von Neapel, Fährterminal Molo Immacolatella Vecchia

Die nächste normale Fähre wird erst in ein paar Stunden ablegen also latsche ich weiter. "Weiter, immer weiter" ist einer meiner Lieblings-Motti, keine Frage. Die Antwort auf die brennende Frage, wo es denn heute überhaupt hingehen soll bin ich bislang schuldig geblieben, merke ich gerade. Voilà: auf die Insel Capri. Nach einiger Zeit erreiche ich das Castel Nuovo, auf dessen Höhe nun auch endlich die Schnellboote nach Capri zu finden sind.

Castel Nuovo
Castel Nuovo
Stazione Marittima, Neapel
Stazione Marittima, Neapel
Castel Nuovo, Neapel
Castel Nuovo, Neapel

Ein Blick auf die Uhr verrät, dass es mich zu sputen habe wenn ich die in acht Minuten ablegende Schleuder noch erwischen will. Rasch erwerbe ich die Mitfahrberechtigung und unterdrücke während des Bezahlvorgangs den angesichts des unverschämten Preises für die gut dreiviertelstündige Überfahrt absolut angemessenen Groll. Manche Dinge lassen sich nunmal nicht ändern, da muss ich durch. Und auf den Capri-Tag habe ich extrem Bock, so dass ich es nicht verkraftet hätte dieses Highlight von meiner Trip-Agenda zu streichen. Rund um Neapel gibt es natürlich noch etliche andere Top-Attraktionen, keine Frage. Aber bei einem derart kurzem zeitlichen Rahmen wie dem meinen muss man konsequent selektionieren und sich halt entscheiden. Und das Capri-Paket gefiel mir nach ausgiebigster Vorab-Recherche trotz der exorbitanen Fährkosten am Besten.

Was es sonst noch in und um Neapel zu machen gibt? Nun, ich werfe einfach mal paar ein paar Schlagworte in den virtuellen Raum: Parco Virgiliano (Stadtwäldchen Neapels mit Top-Sonnenuntergangsblick bei entsprechenden Rahmenbedingungen), Pompeji, Vesuv, Ischia, Amalfiküste, Sorrento, Wanderungen in den Bergen und relaxte Asseleien am Meer, um nur einige zu nennen. Heute glaube ich übrigens, dass die Metropolregion Neapel locker die Substanz für einen einwöchigen Aufenthalt hat während dessen es gewiss nicht fad werden würde.

Mit dem Teil rase ich gleich also innerhalb einer guten Dreiviertelstunde nach Capri...
Mit dem Teil rase ich gleich innerhalb einer guten Dreiviertelstunde nach Capri...
Unverschämte, rotzfreche 21,20 € sind für den Schnellboot-Törn von Neapel nach Capri zu Berappen, verdammt!
Unverschämte, rotzfreche 21,20 € sind für den Schnellboot-Törn von Neapel nach Capri fällig, verdammt!
Immerhin ergattere ich einen Sitzplatz im Schnellboot nach Capri (das Teil ist bestens ausgelastet)
Immerhin ergattere ich einen Sitzplatz im Schnellboot nach Capri (das Teil ist bestens ausgelastet)

Leider hat das Schnellboot keinen Außenbereich, weshalb mir nichts anderes übrig bleibt als mir einen der letzten freien Sitzplätze im Inneren zu suchen und die Fahrt zu verpennen. Auch nicht schlecht, der Schlaf tut mir gut. Nach einem gefühlten Wimpernschlag legt das Boot an und spuckt wie soviele andere Boote auch die Menschenmassen aus. Capri ist derart überfüllt, dass ich später noch beinahe kotzen werde doch dazu mehr wenn´s soweit ist bzw. wenn´s fast soweit ist.

Capri, Marina Grande: alle Aussteigen!
Capri, Marina Grande: alle aussteigen!

Die Massen überfordern mich. An der Standseilbahn und der Bushaltestelle bilden sich lange Schlangen auf eine Mitfahrt wartender Touris.

Marina Grande, Blick auf den kleinen Strandabschnitt (Capri)
Marina Grande, Blick auf den kleinen Strandabschnitt (Capri)

Ich muss hier weg, weg aus dem Anlandehafen des Massentourismus Nummer 1 auf Capri, der sich Marina Grande nennt. Ich tapere gen Westen und haue mich an einem kleinen Strandabschnitt hin.

Wie lange gedenken die Esel eigentlich auf die Mitnahme seitens der Standseilbahn warten und sich die Beine in die Wampen stehen zu wollen? Zu Fuß dauert es maximal eine halbe Stunde von Marina Grande zur Piazzetta von Capri aber die Menschehit ist halt überwiegend stinkend faul...
Wie lange gedenken die Esel eigentlich auf die Mitnahme seitens der Standseilbahn warten und sich die Beine in die Wampen stehen zu wollen? Zu Fuß dauert es maximal eine halbe Stunde von Marina Grande zur Piazzetta von Capri aber die Menschheit ist halt überwiegend stinkend faul...

Dort stelle mir die Frage, ob ich über Nacht auf Capri bleibe oder nicht. Zwecks Entscheidungsfindung werfe ich die passende App an und beschließe nach Sichtung des Angebots an Unterkünften samt entsprechender Preise zu bleiben. Rasch buche ich eine passende Unterkunft in Marina Grande und springe wenig später erleichtert ob der gefällten Entscheidung ins kristallklare Mittelmeer. Das revitalisierende Bad weckt ungeahnte Kräfte und beschert mir einen bestens flashenden und dringend benötigten Gute-Laune-Schub.

Blick vom kleinen (auf Capri generell seltenen) Strandabschnitt auf den Hafen von Marina Grande
Blick vom kleinen (auf Capri generell seltenen) Strandabschnitt auf den Hafen von Marina Grande

Nach dem Bad latsche ich zur Unterkunft, dem Hotel Palatium Mari Capri. Dieses befindet sich in Gehweite zum Hafen und zum Strandabschnitt (jeweils circa zehn Minuten zu Fuß) und ist daher als "strategisch ideal gelegen" zu beurteilen. Auch preislich haut´s hin, ein Fuffi wechselt beim Check in den Besitzer (leider ohne Frühstück aber irgendwas ist bekanntermaßen immer).

Blick auf den Hafen von Marina Grande
Blick auf den Hafen von Marina Grande

Das geräumige Zimmer ist bezugsfertig, so habe ich es gern.

Zimmer im Hotel Palatium Mari Capri (Marina Grande)
Zimmer im Hotel Palatium Mari Capri (Marina Grande)

Kurz in die Badewanne und danach aufs Bett zu gleiten und eine Runde zu pennen scheidet als Option der unmittelbaren Freizeitgestaltung definitiv aus. Bin nicht nach Capri gereist, um bei bestem Wetter in der Bude zu verschimmeln. Habe die 21,20 € für die Überfahrt nicht in die gierigen Mäuler der Reedereieigentümer geworfen um hier nun nichtstuend herumzuhängen. Nein, ich bin hier, weil ich heiß auf Capri bin und bis zum Sonnenuntergang und darüber hinaus eine Menge vor habe. Also los! Ich pushe mich sebst und ziehe wenig später auch bereits wieder los Richtung Capri-Stadt (w), zum mit fast 7.200 Einnwohnern größten Ort der Insel. Stellt sich allerdings die Frage, wieviele dieser Leute auch auf Capri (oder meinetwegen in Neapel, Sorrent oder so) geboren wurden und als waschechte Locals zu klassifizieren wären. Würde mich jedenfalls interessieren.

Die Eigenmotivationsrede jedenfalls lässt mich zwar nicht senkrecht, dafür aber steil gehen und das ist auch gut so. Hier auf Capri sind nämlich mitunter heftige Steigungen zu überwinden, so auch auf dem Fußmarsch von Marina Grande zum Hauptort der Insel, der genauso heißt wie eben jene: Capri. Anbei eine Karte für dich.

Nach schweißtreibendem Aufstieg erreiche ich schließllich Capri und schaue mich sogleich im der Insel ihren Namen gebenden Hauptort um.

Capri, Hauptkreuzung (exakt geradeaus befindet sich übrigens der normalste Supermarkt mit dem anständigsten Sortiment und Preisniveau der gesamten Insel)
Angekommen im Ort Capri: Hauptkreuzung (exakt geradeaus befindet sich übrigens der normalste Supermarkt mit dem anständigsten Sortiment und Preisniveau der gesamten Insel)Unterwegs in Capri (auf Capri)
Unterwegs in Capri (auf Capri)
Großer Andrang am Busbahnhof (quasi der ZOB) von Capri
Großer Andrang am Busbahnhof (quasi der ZOB) von Capri
Chiesa di Santo Stefano, die Kirche des heiligen Stefan also; Capri
Chiesa di Santo Stefano, die Kirche des heiligen Stefan also; Capri
Die Piazzetta von Capri (hier befindet sich übrigens auch die Bergstation der Standseilbahn)
(Heftigst überfüllte) Piazzetta von Capri (hier befindet sich übrigens auch die Bergstation der Standseilbahn)

Gern würde ich etwas anderes berichten aber die Piazzetta stresst mich kaum mehr als der Rest der Stadt Capri. Hier ist eindeutig zuviel los und dass das alles überwiegend dem für diese Jahreszeit phänomenalen Wetter (ja, es ist der absolute Knaller, da wiederhole ich mich gern) geschuldet ist wage ich zu bezweifeln, da es sich in der Masse kaum um Last-Minute-Reisende handeln dürfte. Ob es sich aus Sicht der Insulaner um einen Fluch oder Segen handelt weiß ich ebenfalls nicht abschließend zu beurteilen. Die Bürgermeister der beiden Gemeinden (Capri und Anacapri, ganz einfach... ) auf Capri übrigens auch nicht (obwohl auf stern.de erschienen hier mal thematisch passend ein absolut lesenswerter Artikel). Aber sei es wie es sei, mir geht der Trubel mächtig auf die Nüsse und so entferne ich mich schnellen Schrittes aus dem Epizentrum und peile die Südostküste an. Dort soll es einen Panorama-Spazierweg (Via del Pizzolungo) entlang der pittoresken Küste geben, den es nun meinerseits ausfindig zu machen gilt.

Blick von der Piazzetta auf das Haupteinfallstor des Massentourismus auf Capri, auf Marina Grande
Blick von der Piazzetta auf das Haupteinfallstor des Massentourismus auf Capri, auf Marina Grande (im Hintergrund der guten Sicht sei Dank zu erkennen: Neapel)
Blick von der Piazzetta aus Richtung Westen (grob); oben auf dem Plateau befindet sich übrigens die zweitgrößte Inselsiedlung die sich Anacapri nennt
Blick von der Piazzetta aus Richtung Westen (grob); oben auf dem Plateau befindet sich übrigens die zweitgrößte Inselsiedlung die sich Anacapri nennt (im Hintergrund die Insel Ischia)
Rathaus von Capri
Rathaus bzw. Verwaltungssitz von Capri

Ich Depp habe keinen Stadtplan dabei und muss sowohl den Akku des Fotoapparats in Gestalt des Smartphones als auch mein in der Monatspauschale inkludiertes und leider schon heute am Limit kratzendes Datenvolumen schonen. Entsprechend navigiere ich frei Schnauze und verfranse mich mehrere Male. Trial and error nennt man solche Aktionen. So nervig es auch sein mag, nach locker fünf Minuten Wegstrecke ohne Abzweiger plötzlich vor den Toren einer der vielen Bonzen-Villen (von denen mir gewiss einige gefallen würden) oder einem Abgrund oder einem Stacheldrahtzaun zu stehen, so sehr bekomme ich durch dieses Herumirren ein Gefühl für die Insel. Capri ist und bleibt, mal abgesehen von Horden der Tagesausflügler, ein exquisites Pflaster. Etliche sich nicht ums Kleingeld kümmern müssende Stars haben auf diesem schmucken Inselchen ihre Buden, keine Frage.

Zack, hier heißt es wieder einmal "Ende Gelände" und schon darf ich zehn Minuten lang wieder bergauf zum letzten Abzweiger latschen und mich dabei darum bemühen, nicht wie das berühmte HB-Männchen zu explodieren
Zack, hier heißt es wieder einmal "Ende Gelände" und schon darf ich zehn Minuten lang wieder bergauf zum letzten Abzweiger latschen und mich dabei darum bemühen, nicht wie das berühmte HB-Männchen zu explodieren
Unterwegs an der Südküste vcn Capri: schon wieder ist das Ende des vielversprechenden Pfades erreicht, so eine Kacke aber auch...
Unterwegs an der Südküste vcn Capri: schon wieder ist das Ende des vielversprechenden Pfades erreicht, so eine Kacke aber auch...

Schließlich erreiche ich den Aussichtspunkt "Belvedere Tragara", von dem aus der Panorama-Spazierweg nicht verfehlbar ist. Auch nicht für mich, den verpeilten und unter dem Schlafdefizit der vergangenen (es sind nun auch wieder deren drei) Nächte leidenden Esel.

Blick vom Aussichtspunkt "Belvedere Tragara" auf die Küste und in Ansätzen auch den Ort Marina Piccola
Blick vom Aussichtspunkt "Belvedere Tragara" auf die Küste und den Ort Marina Piccola
Via del Pizzolungo, Capri (Südküste, Blick gen Kap von Sorrent)
Via del Pizzolungo, Capri (Südküste, Blick gen Kap von Sorrent)
Südküste Capris, vom Via del Pizzolungo aus betrachtet
Südküste Capris, vom Via del Pizzolungo aus betrachtet

Via del Pizzolungo, Capri (Südküste, Blick gen Kap von Sorrent)

Die rote Bude da unten, die mir wie zahlreiche andere Behausungen auf Capri gut als Zweitwohnsitz munden würde, ist die anscheinend durchaus bekannte Villa Malaparte (w), von der ich offen gestanden bis dato noch nichts gehört habe (was heißt das schon), die mich jedoch auch mächtig inspieren würde...

Was in der Bude wohl so für krasse Aktionen abgegangen sein mögen versuche ich mir gar nicht erst vorzustellen - Künstler eben.

Eine ganze Menge Stufen...
Eine ganze Menge Stufen...
Capri [der Ort auf der gleichnamigen Insel; im Hintergrund links der Gipfel des Monte Solaro und rechts (ein geübtes Auge erkennt sogar das Gipfelkreuz) der Monte Capello]
Capri (der Ort auf der gleichnamigen Insel; im Hintergrund links der Gipfel des Monte Solaro und rechts der Monte Capello)

Der Via del Pizzolungo war ein mit schönen Aussichten gespickter und ausnahmsweise mal nicht überlaufener Höhepunkt. Wenig später bin ich wieder in Capri und begebe mich zum Busbahnhof.

Zurück in Capri (auf Capri)
Zurück in Capri (auf Capri)
Capri, Blick von der Piazzetta bei der oberen Endstation der Standseilbahn auf Marina Grande
Capri, nochmals der Blick von der Piazzetta bei der oberen Endstation der Standseilbahn auf Marina Grande

Der ganz große Andrang auf die Inselbusse hat offenbar nachgelassen und so komme ich schon mit dem zweiten gen Anacapri abfahrenden mit. Nach einer Viertelstunde Fahrt, die so gut wie ausschließlich der schmalen Küstenstraße aufwärts folgt, steige ich vor dem Seesellift in Anacapri aus.

Angekommen in Anacapri, Ausstieg beim Sessellift, dem sogenannten Seggiovia di Monte Solaro
Angekommen in Anacapri, Ausstieg beim Sessellift, dem sogenannten Seggiovia di Monte Solaro

Für die einfache Fahrt hinauf auf den Monte Solaro sind 8,- € zu blechen. Dafür dauert eben jene aber auch gut zehn Minuten und lohnt sich absolut.

Der Seggiovia di Monte Solaro bringt mich auf den mit 586m höchsten Punkt der Insel Capri
Der Seggiovia di Monte Solaro bringt mich auf den mit 586m höchsten Punkt der Insel Capri
Bergstation des "Seggiovia di Monte Solaro"
Bergstation des "Seggiovia di Monte Solaro"

Unmittelbar beim der Bergstation des "Seggiovia di Monte Solaro" nahegelegen Aussichtspunkt, der übrigens über ein Restaurant verfügt, ist für meinen Geschmack wie erwartet viel zu viel Betrieb. Ich schaue mich nur kurz um, drehe eine kleine Runde und leite umgehend die Wanderung zum Monte Capello, dem zweithöchsten Gipfel Capris, ein. Wobei an dieser Stelle unbedingt festzuhalten gilt, dass die Aussicht vom Monte Solaro definitiv "top" ist und eine längere Verweildauer durchaus rechtfertigt.

Top-Blick vom Trampelpfad zwischen dem Gipfel des Monte Solaro und jenem des Monte Capello gen Osten über Capri auf das Festland bei Sorrent und die Amalfiküste
Top-Blick vom Trampelpfad zwischen dem Gipfel des Monte Solaro und jenem des Monte Capello gen Osten über Capri auf das Festland bei Sorrent und die Amalfiküste

Die Ruhe und relative Einsamkeit während der kurzen Wanderung bekommt mir bestens, ich blühe regelrecht auf. Die Landschaft ist wie das Wetter ein Traum und meine Laune bestens.

Links eine der schönsten Asselbänke Capris, die ich jedoch nicht beehre da ich eine Tagesausklangsasselei oben beim Gipfelkreuz des Monte Capello der von dort aus wesentlich besseren Aussicht wegen eindeutig bevorzuge
Links eine der schönsten Asselbänke Capris, die ich jedoch nicht beehre da ich eine Tagesausklangsasselei oben beim Gipfelkreuz des Monte Capello der von dort aus wesentlich besseren Aussicht wegen eindeutig bevorzugeAnacapri von einer der schönsten Bänke Capris aus betrachtet
Anacapri von einer der schönsten Bänke Capris aus betrachtet

In den Weiten des Internets war ich im Zuge der Vorab-Recherche übrigens auf die vermeintlich schönste (Assel-) Bank Capris (link) gestoßen, die wirklich nicht übel ist und dennoch auf meinen Besuch verzichten muss. Die Aussicht vom Gipfelkreuz des Monte Cappello ist einfach um Längen faszinierender und so schlage ich auf einem Felsen direkt beim letztgenannten Wurzeln.

Gipfelkreuz des Monte Cappello, im Hintergrund Ischia
Gipfelkreuz des Monte Cappello, im Hintergrund Ischia
Blick Richtung Osten (von meinem Asselplatz auf dem Monte Cappello aus)
Blick Richtung Osten (von meinem Asselplatz auf dem Monte Cappello aus)
Blick vom zweithöchsten Berg Capris auf Anacapri, immerhin auch noch in 275 m ü. NN Höhe gelegen
Blick vom zweithöchsten Berg Capris auf Anacapri, immerhin auch noch in 275 m ü. NN Höhe gelegen

Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten um sofort nach meinem Eintreffen vorhersagen zu können, dass die Zeit wieder einmal viel zu schnell vergehen und regelrecht davonrasen wird. Ich sitze beim Gipfelkreuz, lasse meine Gedanken, ab und zu den Kuli über die Seiten meines (übrigens in Bohumin gekauften und coolerweise sogar in Tschechien hergestellten) Büchleins und ganz besonders meine Blicke über die wunderschöne Umgebung kreisen und erschrecke mich jedes Mal, wenn ich auf dem Display meines Smartphones die Uhrzeit sehe. Stunden werden wieder einmal zu Minuten und Minuten zu Sekunden, jedenfalls gefühlt.

Sonnenuntergang, vom Gipfelkreuz des Monte Cappello aus begeistert betrachtet (Capri)
Sonnenuntergang, vom Gipfelkreuz des Monte Cappello aus begeistert betrachtet (Capri)
Ja, nach all den gemeinsamen Trips sind wir zwei zu einem guten Team geworden und zusammengewachsen...
Ja, nach all den gemeinsamen Trips sind wir zwei zu einem guten Team geworden und zusammengewachsen (wobei ich ganz klar betonen muss, dass ich es voll daneben finde stetig ein Maskottchen oder "Was auch immer - Ersatz" mit abzulichten und abzufeiern- keine Sorge!
Sonnenuntergang, vom Monte Cappello aus begeistert betrachtet (Capri)
Sonnenuntergang, vom Monte Cappello aus begeistert betrachtet (Capri)
Es ist unbeschreiblich, wie pervers die Viecher stinken, kein Witz (über derart bestialischen Gestank macht man, so auch ich, gewiss keinerlei Scherze!)...
Es ist unbeschreiblich, wie pervers die Viecher stinken, kein Witz (über derart bestialischen Gestank macht man, so auch ich, gewiss keinerlei Scherze!)

Nach dem fulminanten Sonnenuntergang ziehe ich schweren Herzens los. Welch wundervoller Abend.

Abendlicher Blick auf Anacapri, im Hintergrund Ischia
Abendlicher Blick auf Anacapri, im Hintergrund Ischia

Mehr Zeit hätte ich mir auf dem Berg nicht lassen dürfen. Beim Erreichen Anacapris ist es trotz klaren Himmels dunkel wie der sprichwörtliche Bärenarsch. An der Bushaltestelle steht ein Typ, den ich frage ob er eine Ahnung hat wann denn mit dem nächsten Vehikel Richtung Capri zu rechnen sein könnte und er antwortet mir, dass das jeden Moment der Fall sein müsste. Sieh an, da kommt das Teil auch schon agebraust. Den Fahrschein gibt´s beim Fahrer, er kostet derzeit 2,50 €. Im Vorverkauf, beispielsweise in einem Lotto-Toto-Laden oder so übrigens nur 2,- €.

In Capri schließt sich die dramaturgische Klammer, was die Tagesaktivitäten betrifft. Erst marschiere ich runter nach Marina Grande, dann gehe ich an den kleinen Strand und nehme ein abschliessendes Bad im Mittelmeer, welches mir nun bei den ohne Sonne wesentlich niedrigeren Lufttemperaturen herrlich warm erscheint. Dabei summe ich einen mir den ganzen Tag über bereits nicht von der Seite weichenden Ohrwurm.

In der Bude haue ich mich hin und penne quasi so, als hätte man mir den Stecker gezogen, weg.

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