Venedig, Neapel, Capri, Rom, Castel Gandolfo, Sofia und Frankfurt am Main - Trip im Spätherbst 2017
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Tag 6: Neapel - Rom - Castel Gandolfo - Ciampino

Wenn man mich nicht kennt und lediglich die Aktivitäten der ersten heutigen Tageshälfte zur Urteilsbildung zu Verfügung hat kommt man unweigerlich zur Erkenntnis, dass ich ein absoluter Eisenbahn-Fan bzw. ein regelrechter Freak sein muss. Denn irgendwie mache ich im Laufe des Vormittags heute gefühlt nichts anderes als bahnfahren - ich gondele dauernd von a nach b und hin und her. Und nachmittags nochmal. Aber, damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen Amigos: nicht aus Jux und Dollerei sondern weil es nicht anders geht und ich einige Ortswechsel zu vollziehen habe. Mein Bahn-Routing des heutigen Tages: Neapel - Roma Termini, Roma Termini - Ciampino, Ciampino - Roma Termini, Roma Termini - Castel Gandolfo und Castel Gandolfo - Ciampino. Ich sitze heute also wirklich in vielen Zügen und verbringe eine Menge Zeit in eben jenen. Zu allem Überfluss handelt es sich bei den heute meinerseits genutzten Vehikeln ausnahmslos um neumodische Teile, in welchem sich die Fenster nicht nach unten drücken lassen. Schön die Birne während der Fahrt raushalten, den Fahrtwind spüren und dabei Mucke hören - so macht (-e einst) Bahnfahren Spaß. In diesen seelenlosen, klimatisierten und viedoüberwachten Dingern nicht. Meine Meinung. Wie alles andere auf diesen meinerseits ins Netz gestellten Inhalten auch. Wie auch immer, zurück zum Tagesgeschehen.

Als erstes geht es um kurz nach 8h in der Früh mit dem italienischen Pendant zum ICE (Le Frecce; w) von Napoli Centrale nach Roma Termini.

Ursprünglich war übrigens ein Ritt nach Bologna geplant. Von Bologna aus wollte ich nach Otopeni (im Norden Bukarests) und von dort am Folgetag direkt nach Hause, nach Hanover jetten. Alles graue Theorie denn dann machte Wizzair meinen Plan kaputt indem der Flug OTP - HAJ komplett gestrichen wurde. Und so kommt es, dass ich mit einem viel zu kostspieligen Ticket nach Bologna unterwegs bin, mir heute Rom ansehen und morgen von Ciampino aus Richtung Bulgarien weiterfliegen werde.

Der ganze Trip hat sich dadurch verlängert und grundlegend verändert. Da muss ich nun durch. Bei dem Wetter gibt es außerdem freilich schlimmeres.

Heute bin ich ausnahmsweise schneller startklar, als ich dachte; Zeit, nochmal final die Füße hochzulegen im Hotel La Stazione zu Napoli (für anspruchslose Bahnreisende absolut empfehlenswert)
Heute bin ich ausnahmsweise schneller startklar, als ich dachte; Zeit, nochmal final die Füße hochzulegen im Hotel La Stazione zu Napoli (für anspruchslose Bahnreisende absolut empfehlenswert)Einer der Frecce-Hochgeschwindigkeitszüge (genauer gesagt das Exemplar, welches mich nun im wahrsten Sinne des Wortes zügig nach Rom befördern wird)
Einer der Frecce-Hochgeschwindigkeitszüge (genauer gesagt das Exemplar, welches mich nun im wahrsten Sinne des Wortes zügig nach Rom befördern wird)
Mein präferierter Sitzplatz, sogar in Fahrtrichtung (eine Sitzplatzreservierung ist übrigens stets im Ticketpreis inbegriffen)
Mein präferierter Sitzplatz, sogar in Fahrtrichtung (eine Sitzplatzreservierung ist übrigens stets im Ticketpreis inbegriffen)

In Roma Termini beschließe ich, als erstes mein Gepäck loszuwerden und fahre deshalb nach Ciampino. Der Name des Stadtteils im Südosten Roms kommt dem einen oder anderen vermutlich bekannt vor, des nahegelegenen (Billigflieger- ) Lufthafens wegen. Von eben jenem fliege ich morgen mit Rainer nach Sofia. Zukunftsmusik, keine Frage. Ich erwähne es dennoch bereits an dieser Stelle, um die Auswahl der Bude bzw deren Lage zu begründen. Diese ist für meine Belange als "strategisch ideal" zu betiteln.

Im Vorortzug von Roma Termini nach Ciampino, der Ritt dauert im Normalfall, d.h. ohne große Verspätungen oder sonstige nervigen Vorkommnisse läppische 15-20 Minuten
Im Vorortzug von Roma Termini nach Ciampino, der Ritt dauert im Normalfall, d.h. ohne große Verspätungen oder sonstige nervigen Vorkommnisse läppische 15-20 Minuten und kostet schmale 1,5 € - Ciampino bietet sich folgerichtig auch Rom-Besuchern als Übernachtungsort an

Direkt in Ciampino habe ich mich nämlich für die folgende Nacht eingenistet. Mit dem Betreiber der Unterkunft habe ich bereits alles abgesprochen, d.h. die Bude ist bei meiner vormittaglichen Ankunft bereits bezugsfertig. Die Schwester des Betreibers und ich treffen uns vor der Apotheke am JFK-Bahnhofsausgang. Wir unterhalten uns sofort ohne Punkt und Komma und verstehen uns blendend.

Maximal drei Gehminuten vom B&B entfernt befindet sich die Haltestelle des Öffi-Bus vom Bahnhof Ciampino zum Flughafen Ciampino
Maximal drei Gehminuten vom B&B entfernt befindet sich die Haltestelle des Öffi-Bus vom Bahnhof Ciampino zum Flughafen Ciampino

Nicht bloß der Lage wegen sondern auch preislich haut´s hin, 36,- € wechseln beim Check in den Besitzer. Und für einen weiteren Zehner werde ich morgen in aller Herrgottsfrühe von ihr zum Flughafen transportiert werden (ein Taxi würde aufgrund der in Italien generell maximalst unverschämten Preise locker 25,- € kosten und der nur wenige Gehminuten vom Dreamhouse B&B abfahrende Öffibus verkehrt aktuell derart früh leider nicht), was für mich natürlich alternativlos ist. Ein Fußmarsch entlang der Schnellstraße scheidet aus und würde auch schätzungsweise eine gute Stunde in Anspruch nehmen. Wie auch immer, der Zehner geht klar und so verabreden wir vor dem vorübergehenden Abschied eine passende Abholzeit.

Geschwind befreie ich mich überflüssigen Ballasts und sprinte zurück zum Bahnhof von Ciampino. Klar war ich bereits ausgiebig in Rom und kenne die Stadt einigermaßen aber ein solches Highlight komplett links liegen zu lassen vermag ich dann doch nicht durchzuziehen. Ich erreiche den Bahnsteig gerade noch rechtzeitig, um das Signal der sich nun atomatisch schließenden Türen ignorieren und in den modernen Triebwagen (würg) reinhechten zu können.

Im Zug von Ciampino nach Roma Termini
Im Zug von Ciampino nach Roma Termini
Dieses Bild täuscht keineswegs: es ist wirklich heiß in Rom, und das zu dieser Jahreszeit...
Dieses Bild täuscht keineswegs: es ist wirklich heiß in Rom, und das zu dieser Jahreszeit...
Auch dieses Bild täuscht keineswegs: es sind etliche Migranten vertreten (wertfrei formuliert, versteht sich, liebe Freunde der Nazikeule)
Roma Termini
Bahnhofsvorplatz im Herzen Roms; Roma Termini
Bahnhofsvorplatz im Herzen Roms; Roma Termini

Ich marschiere als erstes los Richtung Kollosseum, welches ich ebenso wie den Trevibrunnen nach all den Jahren auf jeden Fall wiedersehen möchte. Natürlich hat Rom nicht zuletzt aufgrund seiner umwerfenden Geschichte extrem viele Sehenswürdigkeiten zu bieten deren Aufzählung ich selbst wenn ich´s wollte nicht bewerkstelligen könnte. Ein Blick in den umfassenden Artikel (w) auf Wikipedia, dem folgender Textauszug entnommen wurde, kann m.E. nicht schaden.

"Rom ist die Hauptstadt Italiens. Mit etwa drei Millionen Einwohnern im Stadtgebiet bzw. rund vier Millionen Einwohnern in der Agglomeration ist sie die größte Stadt Italiens. Rom liegt in der Region Latium an den Ufern des Flusses Tiber. Rom wurde erstmals im 1. Jahrhundert v. Chr. vom Dichter Tibull Ewige Stadt genannt. Diese Bezeichnung, ursprünglich eine Antonomasie, wurde zu einem Ehrennamen für die Stadt wegen der Bedeutung in ihrer bis heute drei Jahrtausende umspannenden Geschichte.
Sie ist heute Verwaltungssitz der Region Latium und der Metropolitanstadt Rom, bis 2015 Provinz Rom. Innerhalb der Stadt bildet der unabhängige Staat der Vatikanstadt eine Enklave. Der Vatikan ist der Sitz des Papstes, das heißt des Bischofs von Rom und Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche sowie des Heiligen Stuhls. Zudem ist Rom seit 1834 Sitz des Malteser-Ritterordens, der ein eigenständiges (jedoch nichtstaatliches) Völkerrechtssubjekt ist, sowie der UNO-Unterorganisationen FAO, IFAD und WFP.
Rom ist außerordentlich reich an bedeutenden Bauten und Museen und Ziel zahlreicher Touristen. Die Altstadt von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahr 1980 zum Weltkulturerbe erklärt."

Roma Termini
Roma Termini
Rom, Basilika Santa Maria Maggiore
Santa Maria Maggiore [eine der fünf Papstbasiliken Roms im Rang einer Basilica maior und eine der sieben Pilgerkirchen; Quelle: Artikel auf Wikipedia (w)], Außenansicht der Apsisseite samt Obelisk

Weiter geht´s zur Basilica di San Pietro in Vincoli (w). Im Inneren gibt es eine Menge zu sehen, u.a. das nachstehende mich flashende Teil.

Im Inneren der Kirche San Pietro in Vincoli al Colle Oppio werde ich massiv geflashed...
Im Inneren der Kirche San Pietro in Vincoli al Colle Oppio werde ich massiv geflashed...

Und wieder geht´s weiter. Nach einigen Minuten erreiche ich schließlich das Kollosseum zu dem Wikipedia im zugehörigen Artikel (w) u.a. das hier schreibt:

"Das Kolosseum (antiker Name: Amphitheatrum Novum oder Amphitheatrum Flavium, italienisch: Colosseo) ist das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater, der größte geschlossene Bau der römischen Antike und weiterhin das größte je gebaute Amphitheater der Welt. Zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet, diente das Kolosseum als Austragungsort zumeist höchst grausamer und brutaler Veranstaltungen, die von Mitgliedern des Kaiserhauses zur Unterhaltung und Belustigung der freien Bewohner Roms und des römischen Reichs bei kostenlosem Eintritt ausgerichtet wurden. Heute ist die Ruine des Bauwerks eines der Wahrzeichen der Stadt und zugleich ein Zeugnis für die hochstehende Baukunst der Römer in der Antike."

Kollosseum, Rom
Kollosseum, Rom
Kollosseum, leider im Gegenlicht
Kollosseum, leider im Gegenlicht

Das Kollosseum faszniert auch beim heutigen Besuch. Ebenso die Besuchermassen, diese jedoch im negativen Sinne. Derart überlaufen hatte ich Rom nicht in Erinnerung. Was soll´s, lange gedenke ich eh nicht zu bleiben und so schlendere ich weiter und folge den Informationen des damals (2009) irgendwo in meinem Gedächnis abgelegten und tatsächlich noch immer abrufbaren Stadtplan des Zentrums von Rom, grob ausgedrückt zum Trevibrunnen.

Stylish
Stylish
Zu Fuß unterwegs im Herzen Roms
Zu Fuß unterwegs im Herzen Roms
Forum Romanum
Forum Romanum (w)
Auch in Rom ist Terrorangst allgegenwärtig
Auch in Rom ist Terrorangst allgegenwärtig
Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II (Nationaldenkmal, dem ersten König des neugegründeten Königreichs Italien, Viktor Emanuel II.gewidmet)
Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II (Nationaldenkmal, dem ersten König des neugegründeten Königreichs Italien, Viktor Emanuel II gewidmet)
Pantheon
Pantheon (w)

Mit Sicherheit einer der berühmtesten Brunnen der Welt: der Trevi-Brunnen
Mit Sicherheit einer der berühmtesten Brunnen der Welt: der Trevi-Brunnen (w) in Rom

Trevi-Brunnen
Mächtig was los am Trevi-Brunnen (würg, nichts wie weg... )
Mächtig was los am Trevi-Brunnen (würg, nichts wie weg... )

Am Trevi-Brunnen ist mächtig was los. Aufmerksam studiere ich die Details des Brunnens und freue mich darüber, ihn überhaupt wiedersehen zu dürfen. Hinsetzen und abhängen kommt bei einem 10er-PSF natürlich nicht in Frage und so entscheide ich mich dafür, eine mir bis dato unbekannte Sehenswürdigkeit am Rande Roms zu besuchen und damit die Lage meiner Unterkunft gleich zweifach auszunutzen. Zum einen liegt sie wie schon erwähnt strategisch ideal für frühe Abflüge vom Ciampino Airport und zum anderen, diese Info ist neu, perfekt für einen Besuch in Castel Gandolfo. Und so kommt es, dass ich bereits am frühen Nachmittag mit qualmenden Socken und brennenden Fußsohlen zum Bahnhof Termini eile um einen der stündlich verkehrenden Züge zu erwischen, der mich zu einem wahrlich fairen Preis (unter drei Euro, meine ich mich jedenfalls "heute" beim Tippen dieser Zeilen zu erinnern) nach Castel Gandolfo bringen wird.

Auf dem Weg zurück zum heutigen Ausgangspunkt meiner Stippvisite in Rom, dem Bahnhof Termini
Auf dem Weg zurück zum heutigen Ausgangspunkt meiner Stippvisite in Rom, dem Bahnhof Termini

Castel Gandolfo ist ein schmuckes wie charmantes kleines Städtchen, in dem übrigens die Sommerresidenz des Papstes zu finden ist. Wikipedia schreibt im Artikel (w) dazu.:

"Castel Gandolfo (auch Castelgandolfo, lateinisch Castrum Gandulphi) ist eine italienische Gemeinde mit 8971 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016), die zur Metropolitanstadt Rom in der italienischen Region Latium gehört. Bekannt ist die Stadt wegen der hier befindlichen Papstresidenz, die seit dem 17. Jahrhundert den Päpsten als Sommerresidenz diente und seit 21. Oktober 2016 als Museum allgemein zugänglich ist. Castel Gandolfo liegt 24 km südöstlich von Rom in den Albaner Bergen oberhalb des Albaner Sees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 155 bis 519 m s.l.m.
Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).

Castel Gandolfo teilt sich in vier Gebiete auf:
Die Altstadt von Castel Gandolfo liegt auf dem Rand der Caldera, eines erloschenen Vulkans.
Der Albaner See, der zum Gemeindegebiet gehört, liegt auf dem Kratergrund, 130 m unterhalb der Stadt. Entlang des Ufers liegen Ausflugslokale und Strandbäder.
Am Westhang der Caldera liegt der Stadtteil Mole mit moderner Wohnbebauung.
Im Südwesten liegt um einen weiteren, heute trockengelegten Kratersee (Laghetto di Turno) der Ortsteil Pavona, der in den 1920er Jahren entstand. In ihm leben heute die meisten Einwohner der Gemeinde. Hier befindet sich auch das Gewerbegebiet.

Archäologische Ausgrabungen und historische Quellen lassen vermuten, dass an der Stelle des heutigen Ortes um etwa 1100 v. Chr. bis 600 v. Chr. die antike Stadt Alba Longa lag, die lange der kulturelle Mittelpunkt und Hauptstadt des Latinerbundes war. Alba Longa spielte in der römischen Mythologie bei der Gründung Roms eine herausragende Rolle. 665 v. Chr. wurde Alba Longa von Rom zerstört.

Auch aufgrund der günstigen Lage an der Via Appia (ab 312 v. Chr. erbaut) wurden in dem Gebiet zahlreiche Villen errichtet, darunter als größte die Villa des Kaisers Domitian. Sie ist der Vorgängerbau des heutigen Päpstlichen Palastes. Im Mittelalter gehörte die Domitianvilla unter dem Namen Massa Caesariana den Grafen von Tusculum. 1221 erwarben sie die Savelli und bauten sie zu ihrer Burg um. 1596 wurde sie aufgrund unbeglichener Schulden der Familie Savelli von der Apostolischen Kammer beschlagnahmt und in der Folge zum barocken Palast umgebaut. Seit 1628 wird dieser als Sommerresidenz des Papstes genutzt. Als 1798 Castel Gandolfo von französischen Soldaten besetzt wurde, schloss es sich der kurzlebigen Republik von Albano an. 1870 wurde der Kirchenstaat aufgelöst und Castel Gandolfo ins Königreich Italien eingegliedert. Mit den Lateranverträgen von 1929 wurden die Grenzen der Papstresidenz als exterritoriales Gebiet des Vatikans festgeschrieben."

Klingt interessant und vielversprechend also nichts wie hin. Und zack, schon bin ich da. Der Vorortzug hat von Roma Termini aus etwa eine Dreiviertelstunde gebraucht.

Angekommen in Castel Gandolfo, Blick vom Bahnhof in den mit Wasser (Albaner See) gefüllten Krater
Angekommen in Castel Gandolfo, Blick vom Bahnhof in den mit Wasser (Albaner See) gefüllten Krater

Vom Bahnhof aus folge ich ein kurzes Stück weit der Landstraße bergauf und überquere diese, um einem sich im Zick-Zack-Kurs hinauf zur historischen Altstadt Castel Gandolfos windenden und mit überschaubaren Treppenstufen versehenen Fußweg zu folgen und dabei bereits Ausschau nach einem angenehmen Asselplatz für den gediegenen, stimmungsvollen Tagesausklang mit möglichst guter Aussicht zu halten.

Albaner See
Albaner See

Vom Bahnhof aus sind es zu Fuß ungefähr zwanzig-dreißig Minuten, je nach Verfassung desjenigen, der gerade auf Schusters Rappen vom Haltepunkt Trenitalias hinauf auf den Caldera-Rand, auf dem das Herz des liebreizenden Ortes samt Sommerresidenz des Papstes zuhause ist, unterwegs ist. Hinunter geht´s freilich schneller, jedenfalls für mich. Castel Gandolfo ist natürlich kein Geheimtipp sondern Bestandteil des Besichtigungsprogramms etlicher anderer Touristen auch. Dennoch verteilen sich die Besucher in den Gassen derart, dass der Ort keineswegs überlaufen daher kommt. Wie angenehm, nach dem Rom-Erlebnis vorhin welches nichts anderes außer einer zeitigen Flucht vor den Menschenmassen zuließ. Ich schlendere durch die Altstadt und schaue mich um.

Haupt-Flaniermeile in Castel Gandolfo
Haupt-Flaniermeile in Castel Gandolfo
Haupt- bzw. Freiheitsplatz (Piazza della Libertà) in Castel Gandolfo
Haupt- bzw. Freiheitsplatz (Piazza della Libertà) in Castel Gandolfo
Kirche "San Tommaso da Villanova", Castel Gandolfo
Kirche "San Tommaso da Villanova", Castel Gandolfo
Unterwegs in Castel Gandolfo
Unterwegs in Castel Gandolfo
Trotz Monopolstellung in der Altstadt überraschend fair bepreister Lebensmittelladen, in dem ich zwei gut gekühlte Peroni-0,66er-Humpen mitgehen lasse
Trotz Monopolstellung in der Altstadt überraschend fair bepreister Lebensmittelladen, in dem ich zwei gut gekühlte Peroni-0,66er-Humpen erwerbe

Mit gut gekühlten Peroni-Humpen mache ich mich nach der Stadterkundung auf die Suche nach einem gen Westen ausgerichteten Asselplatz. Eine eventuelle Sicht aufs Mittelmeer und den Sonnenuntergang sind einfach zu verlockend und so latsche ich meilenweit umher. Um es gleich vorweg zu nehmen: der Marsch endet erfolglos.

Unterwegs in Castel Gandolfo
Unterwegs in Castel Gandolfo
Unterwegs in Castel Gandolfo; Blick zum Stadttor (wenn man durchlatscht landet man auf der Piazza della Libertà)
Unterwegs in Castel Gandolfo; Blick zum Stadttor (wenn man durchlatscht landet man auf der Piazza della Libertà)
Das nenne ich Timing: kaum geht mein Trinkwasservorrat zur Neige komme ich an einem eben solches spendenden Brunnen vorbei
Das nenne ich Timing: kaum geht mein Trinkwasservorrat zur Neige komme ich an einem eben solches spendenden Brunnen vorbei
Rotter Style, Sitzgelegenheiten im Überfluss aber leider keine freie Sicht gen Westen...
Rotter Style, Sitzgelegenheiten im Überfluss aber leider keine freie Sicht gen Westen...
Zufahrt zum Papst-Palast, Castel Gandolfo
Zufahrt zum Papst-Palast, Castel Gandolfo
Castel Gandolfos Ostseite
Castel Gandolfos Ostseite
Zeit (und Gelegenheit), die Wasserflasche erneut aufzufüllen
Zeit (und Gelegenheit), die Wasserflasche erneut aufzufüllen
Castel Gandolfo, Altstadt
Castel Gandolfo, Altstadt
Castel Gandolfo und der Albaner See
Castel Gandolfo und der Albaner See
Blick von der auf dem Caldera-Rand gelegenen Altstadt über den Albaner See
Blick von der auf dem Caldera-Rand gelegenen Altstadt über den Albaner See

Auf einer den Weg zurück zum Bahnhof säumenden Mauer richte ich mich ein. Der sich von hier aus bietende Ausblick über den Albaner See (hat nichts mit Albanien zu tun) ist umwerfend und der PSF niedrig. Rasch schlage ich Wurzeln. Ebenso rasch vergehen wieder einmal Minuten wie Sekunden. Ein wahrlich toller Asselplatz, keine Frage. In der Disziplin "Asselplatz-Suche" bin ich im Laufe der Jahre regelrecht zum Spürhund geworden. Oder zu einem Spür-Schwein. Gibt es sowas? Ja, durchaus. Es gibt Trüffelschweine und ganz offensichtlich auch "Asselplatzschweine".

Blick vom atmosphärisch wundervollen und mit einer Top-Aussicht ausgestatteten Asselplatz am Fußweg von der Altstadt Castel Gandolfos zum Bahnhof über den Albaner See - mehr geht nicht!
Blick vom atmosphärisch wundervollen und mit einer Top-Aussicht ausgestatteten Asselplatz am Fußweg von der Altstadt Castel Gandolfos zum Bahnhof über den Albaner See - mehr geht nicht!

Viel zu schnell vergeht die Zeit. Sozusagen alles wie immer. Und wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Na toll. Ich latsche zurück zum Bahnhof und kaufe das Ticket nach Ciampino. Der Automat nimmt übrigens ausschließlich Kartenzahlungen entgegen. Wer mit Bargeld kommt wird es nicht los und muss notgedrungen das BT, das auch heute Gültigkeit besessen hätte, daumendrückend bemühen.

Achtung, der Fahrkartenautomat am Bahnhof von Castel Gandolfo akzeptiert kein Bargeld
Achtung, der Fahrkartenautomat am Bahnhof von Castel Gandolfo akzeptiert kein Bargeld

In Ciampino angekommen beehre ich den direkt beim B&B gelegenen Discounter und frage mich, weshalb dieser 24/7 geöfnet ist.

Quasi direkt gegenüber der Unterkunft und nur wenige hundert Meter vom Bahnhof Ciampino befindet sich ein sage und schreibe rund um die Uhr geöffneter Discounter der Kette "Todis"
Quasi direkt gegenüber der Unterkunft und nur wenige hundert Meter vom Bahnhof Ciampino befindet sich ein sage und schreibe rund um die Uhr geöffneter Discounter der Kette "Todis"

Im Zimmer haue ich mich nach einer ausgiebigen Dusche hin. Und stehe wieder auf um die Klamotten für morgen bereitzulegen. Und die Neue Hüpferlitasche zu packen.

Meine Bude (3er-Zimmer zur Einzelnutzung) im an dieser Stelle meinerseits weiterempfohlenen "Dreamhouse B&B": spartanisch aber absolut sauber, gepflegt, vernünftig bepreist und für frühe Abflüge ab Ciampino bestens gelegen
Meine Bude (3er-Zimmer zur Einzelnutzung) im an dieser Stelle meinerseits weiterempfohlenen "Dreamhouse B&B": spartanisch aber absolut sauber, gepflegt, vernünftig bepreist und für frühe Abflüge ab Ciampino bestens gelegen

Ab ins Reich der Täume.

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