Venedig, Neapel, Capri, Rom, Castel Gandolfo, Sofia und Frankfurt am Main - Trip im Spätherbst 2017
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Tag 7: Ciampino - Sofia

Viel zu früh werde ich unsanft aus meinen Träumen gerissen. Ich springe in die bereitgelegten Klamotten, putze Zähne und plündere das in der Gemeinschaftsküche hingestellte typisch italienische Frühstücksangebot. Wenig später werde ich auf die Minute pünktlich von der Schwester des B&B Betreibers gegen Zahlung eines fairen Entgelts zum Flughafen chauffiert.

Bezüglich der Anzahl meinerseits als Passagier genutzter italienischer Flughäfen ist übrigens sozusagen eine Fußballmannschaft komplett. Rom-Ciampino ist der elfte (nach Trieste-Monfalcone, Mailand Malpensa, Bergamo, Treviso, Venedig, Rom-Fiumcino, Pescara, Cagliari, Verona und zuletzt Neapel). Das obligatorische Terminal-Foto hätte dementsprechend ruhig etwas gelungener sein können, das weiß ich selbst.

Roma-Ciampino, das obligatorische Terminal-Foto hätte dementsprechend ruhig etwas gelungener sein können, das weiß ich selbst
Roma-Ciampino, das obligatorische Terminal-Foto hätte dementsprechend ruhig etwas gelungener sein können, das weiß ich selbst

Ryanair fliegt mich nach Sofia, in die Hauptstadt Bulgariens. Wikipedia schreibt zum Thema "Sofia" (w) u.a. das hier: "Sofia ist die Hauptstadt Bulgariens. Die Stadt liegt in der gleichnamigen Ebene im Westen des Landes. Mit ihren 1.231.981 Einwohnern (Stand 2015) ist sie die größte und bevölkerungsreichste Stadt und administratives Zentrum des Bezirks (Oblast) Sofia-Stadt. Damit lebt etwa jeder sechste (17,5 Prozent) Einwohner Bulgariens in Sofia. Sofia ist in 24 Bezirke unterteilt. Im Stadtgebiet befinden sich der Fluss Iskar sowie mehrere kleinere Fließgewässer. Die Stadt ist seit der Jungsteinzeit kontinuierlich besiedelt und damit eine der ältesten Siedlungen und Städte Europas. In der Antike als Serdica oder Sardica und im Mittelalter als Sredez bekannt, wurde Sofia nach der wiedererlangten Unabhängigkeit Bulgariens 1878 zur Hauptstadt gewählt und in der Folge zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes. Aus diesem Grunde befinden sich hier heute die wichtigsten Theater, Museen und weitere Kultureinrichtungen des Landes. Mit seinen Universitäten, die älteste aus dem Jahre 1888, Hochschulen und Forschungseinrichtungen stellt Sofia das überragende Bildungszentrum und mit zahlreichen Verlagen, Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie Tages- und Monatszeitungen auch das dominierende Medienzentrum des Landes. Sofia ist Sitz der bulgarischen Regierung, des bulgarischen Präsidenten, der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche und weiterer wichtiger Verwaltungs- und Militärbehörden sowie Residenz des Bulgarischen Patriarchen."

Den Flug verpenne ich gekonnt, was mir angesichts des unerwarteten Glücks, eine Dreierreihe zur Einzelnutzung zu ergattern, nicht allzu schwer fällt. In Sofia gelandet stelle ich fest, dass die bewährte Geldwechselstelle in Gestalt einer korrekt arbeitenden Bank leider sonntags geschlossen ist. Die zahlreichen mit dreisten wie unverschämten Abzieherkursen auf Dummenfang gehenden Wechselschalter kann ich dennoch getrost ignorieren, da ich noch ein paar Lewa vom letzten Bulgarienaufenthalt übrig behalten und tatsächlich auch am Start habe. Ich latsche zur Metrostation und kaufe eine mit 4,- BGL (circa 2,- €) absolut fair (ChrissFlyer würde dem ganzen vermutlich das Top-Prädikat "real" verleihen) bepreiste Tageskarte für alle (Metro, Trolleybus, Bus, Tram) Öffis der Stadt.

Mein erstes Ziel ist natürlich das gebuchte Hotel namens Best Western Premier Sofia Airport, alleine schon um mich frisch machen und das Gepäck deponieren zu können.

Mit der Metro geht es ein bischen näher an meine heutige Unterkunft heran als wenn ich gänzlich latschen würde
Mit der Metro geht es ein bischen näher an meine heutige Unterkunft heran als wenn ich gänzlich latschen würde

Schon eine Station später steige ich aus, quasi mitten im Nirgendwo. Die Metrohaltestelle Sofiyska Sveta gora ist sicherlich perspektivisch, also für die Zukunft in der aufgrund des Wachstums der bulgarischen Hauptstadt auch hier alles bebaut sein wird ins sprichwörtliche "nichts" geschissen worden. Doctor Emmet Brown würde mir übrigens vermutlich an dieser Stelle für die Fähigkeit, vierdimensional zu denken, freudigst und hochachtungsvoll gratulieren. Momentan ergibt die Haltestelle wie´s mir erscheint keinen Sinn aber wer weiß, vielleicht stellt sich das ganze ja unter der Woche anders dar als wie heute an einem Sonntag. Die Angestellte am Ticketschalter jedenfalls würde ohne ihr dämliches Smartphonespiel vermutlich irre werden vor Langeweile und der Sicherheitsmann, der gerade quarzend vor dem Gebäude steht kann sich sicherlich auch spannendere Tätigkeiten vorstellen als hier in der Einöde sinnlos herumzustehen und sich die Zeit mit Kippenlutschen, neben der Smartphone-Daddlerin-Sitzen und Ausschau-nach-grimmig-anzuschauenden-sich-hierher-verlaufenden-Fahrgästen-halten zu vertreiben. Es gibt aber auch wirklich unfassbar ätzende Kack-Jobs, keine Frage.

Ich verlasse die Metrostation Sofiyska Sveta gora und marschiere über brachliegendes Land frei Schnauze los, Richtung Hotel. Welches ich zwanzig Minuten später um 11:15h Ortszeit (CET +1) erreiche. Gut anderthalb Kilometer sind zurückzulegen und eine mehrspurige Schnellstraße zu unterqueren.

Brachland in der Nähe der Metrostation Sofiyska Sveta gora
Weg zum Hotel, ab durchs Brachland in der Nähe der Metrostation Sofiyska Sveta gora
Almählich wandelt sich das Gebiet in ein gewerblich genutztes
Almählich wandelt sich das Gebiet in ein gewerblich genutztes
Hotel namens Best Western Premier Sofia Airport
Sozusagen mitten im "Nichts" ist es hier vor Kurzem wie ein Mutanten-Pilz aus dem Boden geschossen, das Hotel Best Western Premier Sofia Airport

Der Check In gestaltet sich kompliziert, weil die beiden Typen an der Rezeption mich noch nicht ins Zimmer lassen wollen. Obwohl es bereits bezugsfertig ist und ich im Grunde genommen nur kurz meinen Kram loswerden, das Klo beehren und eine Katzenwäsche machen will. Ich soll mich, dies sei nunmal Vorschrift, mindestens bis 12h gedulden und solange in der Lobby warten. Oder aber eine im Falle eines vorzeitigen Zimmerbezugs fällige und sich auf sage und schreibe um die 50,- $ (meine ich mich zu erinnern) belaufende Gebühr entrichten. Geht´s noch? Ich eskaliere und darf dann doch sofort aufs Zimmer. Geht doch.

Mein Zimmer im Premier Best Western Sofia Airport: das nenne ich endlich mal wieder eine gediegene, standegemäße (*räusper*) Wohlfühl-Bude ganz nach meinem Geschmack
Mein Zimmer im Premier Best Western Sofia Airport: das nenne ich endlich mal wieder eine gediegene, standegemäße (*räusper*) Wohlfühl-Bude ganz nach meinem Geschmack

Das Zimmer weiß zu begeistern und lässt sich natürlich nicht mit der während des ersten Besuchs in Sofia vor nun auch schon wieder fast neun Jahren (zusammen mit Ulf im Rahmen der Backpacker-Balkan-Tour) bewohnten Bruchbude im in Fachkreisen nicht nur des kombinierten Dusch-Klos wegen einen legendären Ruf genießenden Enny-Hostel vergleichen. Dennoch werden Erinnerungen an den Trip wach, als ich aus dem Zimmerfenster Richtung Witoschagebirge schaue.


A Propos Enny-Hostel, schnell mal ein Foto von dem Schuppen:

Tomasz vor dem in Fachkreisen nicht nur der kombinierten Dusch-Klos wegen einen legendären Ruf genießenden Enny-Hostel, Sofia (Foto aufgenommen im März 2016)
Tomasz vor dem in Fachkreisen nicht nur der kombinierten Dusch-Klos wegen einen legendären Ruf genießenden Enny-Hostel, Sofia (Foto aufgenommen im März 2016)


Bereits um 12h mache ich schon wieder los. Also zu der Zeit, zu der ich eigentlich erst das Zimmer hätte betreten dürfen. Hätte, hätte... - ja genau. Mit einem von einer auf dem Marsch zum Hotel entdeckten und nur 500m entfernten Bushaltestelle verkehrenden Klapper-Bus lasse ich mich in die Stadt kutschieren. Es gibt also doch nähergelegene Öffi-Optionen als die Metrostation Sofiyska Sveta gora, puh.

Nahe der Alexander-Newski-Kathedrale steige ich aus und stolpere förmlich über einen Ableger der hierzulande ähnlich weit wie in Österreich verbeiteten Supermarktkette Billa. Im Billa stelle ich mir an der Frischetheke eine Top-Auswahl leckerer Speisen zusammen und pflanze mich in einem nahegelegenen Park auf eine Bank.

Sofia hat vielerorts herrlich stylishes Ost-Flair zu bieten
Sofia hat vielerorts herrlich stylishes Ost-Flair zu bieten
Park in der Nähe der Alexander-Newski-Kathedrale
Park in der Nähe der Alexander-Newski-Kathedrale

Ich gönne mir ein leckeres Mittagessen und beschließe, den ursprünglichen Tagesplan, alle relevanten Sehenswürdigkeiten außer des Witoschagebirges und der letztes Mal ohnehin schon angegafften Boyana-Kirche wegzuscheppern, zu verwerfen. Dies ist mein mein mittlerweiler vierter Besuch in Sofia und im Prinzip habe ich bereits alles relevante gesehen. Von daher gestatte ich mir selbst, das Programm deutlich auszudünnen. Doch nun heißt es erstmal "Bon appetit!".

Es ist mal wieder an der Zeit, anständig zu futtern...

Blick von der Mittags-Bank im Park in der Nähe der Alexander-Newski-Kathedrale

Bestens gestärkt geht es weiter zum wohl bekanntesten Bauwerk Sofias, zur Alexander-Newski-Kathedrale (w). Die Kathedrale wurde übrigens in Gedenken an Zar Alexander II. und die ungefähr 20.000 bei der Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877–78 gefallenen russischen Soldaten erichtet und ist gewiss nicht nur meines Erachtens eines der Top-Wahrzeichen Sofias.


Alexander-Newski-Kathedrale, Sofia



Die Alexander-Newski-Kathedrale sieht bei Tip-Top-Wetter natürlich gleich um einiges toller aus (Foto aufgenommen im März 2016)


Natürlich betrete ich die Kathedrale und setze mich innen drin kurz hin. Immer wieder beeindruckend dort. So auch heute. Anschließend zieht es mich weiter zum Nationalen Kulturpalast.

Sofia, mittig schön zu sehen das Witoschagebirge, übrigens ein wunderbarer Wandergebiet
Sofia, mittig schön zu sehen das Witoschagebirge, übrigens ein wunderbares Wandergebiet
Letzter Blick zurück auf die Alexander-Newski-Kathedrale (bis nächstes Mal, vorraussichtlich im Mai oder Juni 2018)
Letzter Blick zurück auf die Alexander-Newski-Kathedrale (bis nächstes Mal, vorraussichtlich im Mai oder Juni 2018)

Manchmal läuft es wie am Schnürchen, denn kaum habe ich die sich an der nächstbesten Bushaltestelle bietenden Optionen studiert kommt auch schon ein sich für den Ritt zum Nationalen Kulturpalast anbietender Bus angebrettert. Ich steige ein und wenige Fahrminuten später wieder aus. Zack, schon stehe ich vorm prächtigen Vorzeigebau (leider?) längst vergangener Zeiten, dem Nationalen Kulturpalast von Sofia. Der Nationale Kulturpalast (kurz NDK) ist ein absolutes Stylemonster, an dem ich mich einfach nicht sattsehen kann.

Was weiß Wikipedia im zum dem krassen Teil zugehörigen Artikel (w) so zu berichten? Unter anderem folgendes: "Der Nationale Kulturpalast (meist nur kurz: NDK) ist ein Kongress- und Konzertzentrum im Stadtzentrum der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Er ist mit seinen Sälen und Konferenzräumen das nationale Kulturzentrum Bulgariens für Konferenzen, ebenso für Kulturveranstaltungen, wie Ausstellungen, Konzerte, Opern- und Ballettaufführungen und weitere Veranstaltungen. Der Kulturpalast ist das größte Kongresszentrum Südosteuropas. Der Erste Spatenstich erfolgte am 25. Mai 1978. Die dritte und letzte Bauphase beim Bau des Kulturpalastes wurde Ende 1985 abgeschlossen. Der Kulturpalast trug bis 1990 den offiziellen Namen „Volkspalast der Kultur ‚Ljudmila Schiwkowa‘“. Der Bau des NDK war Teil einer Initiative zur Begehung der 1300-Jahr-Feier Bulgariens im Jahr 1981, mit der die Gründung des Bulgarischen Staates 681 prachtvollen begangen werden sollte. Die Gründung Bulgariens war wohl schon 679, die Anerkennung als unabhängiger Staat seitens des Byzantinischen Reichs erfolgte aber 681. Der NDK beherbergte eine große Zahl von Veranstaltungsräumen. Von den insgesamt 13 Sälen verfügt der größte Saal über 3380 Plätze. Das Gebäude hat eine überbaute Fläche von 18.300 m² und eine Gesamtfläche von 123.000 m², die sich über acht Etagen und zusätzlich drei unterirdische Ebenen erstrecken. Der umbaute Raum beträgt 576.800 m³."

Dazu kann ich nichts anderes als "wow, absolut wow" sagen!

Blick über die imposante Brunnenanlage hinweg direkt auf die Front des monumentalen wie imposanten Nationalen Kulturpalast von Sofia; im Hintergrund das Witoschagebirge
Blick über die imposante Brunnenanlage hinweg direkt auf die Front des monumentalen wie imposanten Nationalen Kulturpalast von Sofia; im Hintergrund das Witoschagebirge


So schaut der "NDK" bei strahlendem Sonnenschein aus (Foto aufgenommen Ende März 2016)
So schaut der "NDK" bei strahlendem Sonnenschein aus (Foto aufgenommen Ende März 2016)

Schmucke Kapelle auf dem Gelände beim "NDK", Sofia
Schmucke Kapelle auf dem Gelände beim "NDK", Sofia
Weil´s so schön ausschaut gleich noch ein Foto aus einem andern Blickwinkel...
Weil´s so schön ausschaut gleich noch ein Foto aus einem andern Blickwinkel...

Vom NDK aus flaniere ich den Witoscha Boulevard stadteinwärts. Unterwegs tausche ich 10,- € in Lewa und stelle fest, das sämtliche Cafés bestens besucht sind. Für mich kommt ein Café-Besuch nicht in Frage, da getreu meiner Devise "draußen geht stets vor" mit der wohl kaum jemand außer Ulf etwas anzufangen weiß das Wetter mehr als gut und Sofia mehr als stylish genug ist um eben jener Folge zu leisten. Zudem weiß ich Dank gemachter Hausaufgaben in Form ausgiebiger Vorab-Internetrecherche von einem astreinen Plattenbaugebiet mit Teich, Ausblick, Bank und Style zu dem es mich für die obligatorische Tagesausklangszeremonie final auch zieht.

Also latsche ich zum Öffi-Hub schlechthin namens "Serdika". Dort gilt es heute endlich mal, die Kirche “Sveta Petka Samardzhiyska” anzuschauen die ich bisher irgendwie nie gewürdigt habe.

Witoscha Boulevard stadteinwärts
Witoscha Boulevard stadteinwärts
Witoscha Boulevard stadtauswärts
Witoscha Boulevard stadtauswärts
Nördliches Ende des Witoscha-Boulevards; links der Justizpalast, geradeaus schön zu sehen die Kathedrale Sweta Nedelja
Nördliches Ende des Witoscha-Boulevards; links der Justizpalast, geradeaus schön zu sehen die Kathedrale Sweta Nedelja
Typisches wie stylishes Straßenbild im Zentrum von Sofia
Typisches wie stylishes Straßenbild im Zentrum von Sofia
An der Straßenkreuzung befindet sich der Öffi-Hub schlechthin: die Haltestelle Serdika
An der Straßenkreuzung befindet sich der Öffi-Hub schlechthin: die Haltestelle Serdika
Ehemaliges Parteigebäude der Kommunistischen Partei
Ehemaliges Parteigebäude der Kommunistischen Partei
Kapelle mit bewegter Geschichte mitten im Herzen Sofias (Serdika): Sveta Petka
Kapelle mit bewegter Geschichte mitten im Herzen Sofias (Serdika): Sveta Petka

Die einer Märtyrerin namens Petka Ikoniyska geweihte Kirche “Sveta Petka Samardzhiyska” (Schutzherrin der Sattler) liegt unscheinbar in einer Unterführung, direkt bei der Metrostation Serdika. Genau diese unspektakuläre Lage hat dazu geführt, dass ich sie bislang stets sträflich vernachlässigt im Sinne von "links liegen gelassen" bzw. gar nicht erst zur Kenntnis genommen habe. Dabei ist sie absolut beeindruckend und geschichtsträchtig.
Errichtet wurde Sveta Petka auf den Ruinen einer römischen Kultstätte aus dem XI. Jahrhundert. Die Kirche schaut aus wie ein kleines Wohnhaus mit dicken (1m) Mauern und hat im Inneren (souterrain) nur einen einzigen, ungefähr 70 Quadratmeter großen Raum zu bieten. In eben jenem befinden sich allerdings sehenswerte, teils aus dem 14. Jahrhundert stammende und überwiegend Szenen der Bibel darstellende Fresken. Es wird übrigens gemunkelt, dass die Gebeine des großen bulgarischen Revolutionärs und Nationalheiligen Vasil Levski (1837-1873), der von den Osmanen erhängt wurde, in der Kirche ruhen. Bewiesen ist es jedoch keineswegs.

Nachdem ich das Innere der Kirche Sveta Petka ausgiebig beäugt und die Atmosphäre auf mich einwirken lassen habe fahre ich mit der Metro Richtung Flughafen. Kurz noch ein paar Fotos heute ignorierter Sehenswürdigkeiten (auch diese Fotos stammen vom März-Trip 2016 an der Seite von BH, von dem es übrigens einen TR gibt).


Zentrales Mineralbad Sofia
Zentrales Mineralbad Sofia

Banja-Baschi-Moschee
Banja-Baschi-Moschee
Zentralmarkt
Zentralmarkt


An der Haltestelle Druzhba (Freundschaft) steige ich aus.

Angekommen an der Metrostation Druzhba
Angekommen an der Metrostation Druzhba

Ich betrete die Erdoberfläche und schaue mich um. Mich empfängt ein herrlich-authentisches Wohngebiet mit stylishen Plattenbauten, anständigen wie ostig-korrekten Leuten, vielerlei Einkaufsmöglichkeiten sowie einem den Hauptausschlag für meine Anwesenheit gebenden Park der Freundschaft ("Park Druzhba" eben... ), der sich bei den Locals offenbar großer Beliebtheit als Naherholungsgebiet erfreut. Ich verliebe mich sofort in diese Gegend.

Im Osten von Sofia begrüßt mich ein herrlich-authentisches Wohngebiet mit stylishen Plattenbauten
Im Osten von Sofia begrüßt mich ein herrlich-authentisches Wohngebiet mit stylishen Plattenbauten

Futter habe ich noch immer genug am Start, damit komme ich locker über den Tag bis hin zum morgen früh auf mich wartenden Frühstücksbüffet. Folgerichtig geht lediglich Wasser, Cola und Bier aus dem (leider unter der Fittiche Carlsbergs stehenden) Hause Shumenskoe (hier geht´s zum TR über die Aktion, die mich in den Herkunftsort Shumen führte) mit mir mit an den liebreizenden kleinen See.

Blick über den liebreizenden kleinen See Richtung Norden, Park Druzhba (Sofia)
Blick über den liebreizenden kleinen See Richtung Norden, Park Druzhba (Sofia)

Der See hat die Form einer "8" und an der schmalen Stelle verbindet eine Fußgeherbrücke das West- mit dem Ostufer. Beide Teile der "See-8" haben ein Gotteshaus. Der südliche Teil die "Kirche der Heiligen Jungfrau" , der nördliche den Tempel "Sveti. Naum Ohridski".

Kirche der Heiligen Jungfrau , Park Druzhba
Kirche der Heiligen Jungfrau

Annehmbare Sitzgelegenheiten gibt es in Hülle und Fülle und die Atmosphäre entspricht exakt meinen zugegebenermaßen hohen im Vorfeld gehegten Erwartungen an diesen Park. Auch die Spaziergänger um mich herum tragen einen Teil fürs Wohlgefühl bei. Kinder von klein bis groß spielen Ball, Mutter-Vater-Kind, Verstecken und mit ihren Rollern und Rädern. Senioren führen Hunde aus und die Gotteshäuser sind erstaunlich hoch frequentiert, selbst unter Berücksichtigung des heutigen Wochentags (nochmals die Info: Sonntag). Hier und stehen Angler am Ufer und auf der einen oder anderen Bank vergnügen sich schüchtern verliebte Teenager-Pärchen. Ein schöner, idyllischer Ort, dieser seinen Namen hochverdient tragende Freundschaftspark, keine Frage. Ich fühle mich jedenfalls pudelwohl.

Blick über den Südteil des wie eine "8" geformten Sees im Park Druzhba aufs Witoschagebirge
Blick über den Südteil des wie eine "8" geformten Sees im Park Druzhba aufs Witoschagebirge
Tempel "Sveti. Naum Ohridski", Park Druzhba
Tempel "Sveti Naum Ohridski", Park Druzhba

Bei diesem Überangebot fällt es mir nicht schwer, einen Top-Assellatz direkt am Ufer zu finden und in Beschlag zu nehmen. Ich richte mich ein, ziehe das Tb aus der Neuen Hüpferlitasche und genieße den Augenblick, der mehrere Stunden dauert und gefühlt innerhalb viel zu weniger Atemzüge vergeht. In Momenten wie diesen vergehen Minuten immer wieder aufs Neue wie Sekunden, so ist es nunmal.

Blick gen Osten, vom Assellatz aus
Blick gen Osten, vom Asselplatz aus
Abendstimmung am Stadtrand von Sofia, Blick aufs Witoscha-Gebirge (von meinem Top-Asselplatz im Park der Freundschaft aus)
Abendstimmung am Stadtrand von Sofia, Blick aufs Witoscha-Gebirge (von meinem Top-Asselplatz im Park der Freundschaft aus)

Je dunkler es wird, desto frostiger wird es. Logisch.

Schon ist es wieder dunkel, damit einhergehend arschkalt und somit an der Zeit, die Biege Richtung Hotel zu machen
Schon ist es wieder dunkel, damit einhergehend arschkalt und somit an der Zeit, die Biege Richtung Hotel zu machen

Durchgefroren mache ich los, ab zum Hotel. Wenn ich schon in einer derart bonzigen Bude hause will ich auch etwas davon haben. Mit dem Bus gelange ich bis auf 500m an das Hotel Best Western Premier heran und gönne mir als erstes eine heiße Dusche. Anschließend ziehe ich mir Müll aus den Weiten des Internets rein. Sofia hat mich wieder einmal begeistert. Ich werde wiederkommen, das steht fest.

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