Kurztrip, September 2015
Tag1:
Wanderung von Wolfsthal via Pottenburg, Königswarte, Berg in Niederösterreich, Kittsee und Museumsbunker nach Petrzalka, Bratislava
Tag2:
Fahrt mit dem Twin City Liner über die Donau nach Wien, Hütteldorf und (Tag3) wieder nach Hause

Aus leider gegebenem Anlass ein genereller Hinweis:
Ja, das hier ist extrem subjektive, freie und teils sicher sehr eigenwillige Meinungsäußerung. Diese folgt nicht den Regeln eines kommerziell ausgerichteten, weichgespült-schleimig-beliebigen Möchtegern-Reise- bzw. Szene- bzw. selbsternannten Lifestyleblogs auf der Jagd nach Supportern, Financiers, Werbekunden, Likes, Verlinkungen, Networking, Affiliates und so weiter. Kurz: ich verfolge keinerlei finanzielle Absichten, bekomme keinen Cent für das was ich hier für mich selbst, mein Umfeld und interessierte Leser mache.
Das ist hier ist darüber hinaus kein Reiseführer und keine Reportage, nichts was irgendwelchen journalistischen Grundsätzen und Regeln entsprechen soll. Kurz auch mal was zum sprachlichen Stil: ich bemühe mich, möglichst nah am gesprochenen Wort zu bleiben und bediene mich gern der teils vielleicht derben, vermeintlich ungehobelten Umgangssprache (Irrglaube bzw. Fehleinschätzung). Ist in meinem Fall authentischer als ständig gekünzelten elaborierten Code posermäßig und häufig stümperhaft gewollt und doch ungekonnt zur Schau zu stellen und damit (mitunter Pseudo- ) Eloquenz, Bildung und Kompetenz auf Krampf zu vermitteln.
Das hier ist ein Oldschool-Angebot, stammt vom Style her aus einer längst zurückliegenden Zeit und ist, wie andere dinosaurierartige Internet-Wegbegleiter die es schon niedergestreckt hat, vom Aussterben bedroht. Von mir aus auch für den Mainstream "zu Recht". Zum Teil ist es diese nun schon seit 2004 am Start befindliche Interseitseite (mit unterschiedlichen Domainendungen freilich) ja schon, also ausgestorben, meine ich. Schließlich sind große Teile der Präsenz überwiegend offline - warum eigentlich? Nun, abgesehen von massiven, nervenraubenden und übelst denunzierenden Anfeindungen musste ich schon viel Geld, Arbeit und natürlich Zeit aufbringen. Wofür ich das alles dann überhaupt noch mache? Für Abmahnungen und Beleidigungen? Nein, fürs Hobby, für Freunde und Bekannte, für Familie - für mich selbst.
Keep it real!
Ach eins noch: wenn Du alles kacke findest, zwingt dich keiner, dir den Mist reinzuziehen. Nun aber viel Spaß und angenehme Unterhaltung. Schön, dass Du da bist.

Tag1:
Mitte September ist es soweit. Der im April gebuchte Kurztripp nach Wien steht an. Morgens von Hannover nach Wien und zwei Tage später, ebenfalls in der Früh, wieder zurück.

So weit so gut. Doch was mache ich vor Ort? Diese Frage stellte sich mir lange. Ideen gab es genug. Etliche Planungen wurden verworfen und am Ende kristallisierte sich heraus, dass ich unbedingt die im Folgenden beschriebene während der Vorabrecherche in den Weiten des Internets entdeckte Wanderung (hier einige Links dazu: 1 - 2 - 3) machen und endlich die Königswarte beehren wollte. Auf dem Weg dorthin dann noch die Pottenburg und anschließend good old Berg, das Grenzgebiet zur Slowakei und diesen endcoolen Bunker zwischen Kittsee und Petrzalka in Augenschein nehmen. Alles maximal-intensiv auf Schusters Rappen. Und den Tag dann in der herrlichen Riesenplatte Petrzalka ausklingen lassen. Auch diese Wanderung wäre ganz nach meinem Geschmack gewesen, aber dann hätte ich auf den Grenzstyle verzichten müssen, was nicht in Frage kam. Am Folgetag dann mit dem Twin City Liner über die Donau nach Wien, kurz Sightseeing und das große Style-Finale am Wienfluß zelebrieren. Und so. Ja, so mache ich es. Geniale Sache. Los geht´s.

Leider, zumindest meiner Meinung nach, wird Hannover von keinem echten Billigflieger bedient. Wie ich mir doch wünsche, dass endlich mal Ryanair, Wizzair und Easyjet am Flughafen Langenhagen heimisch werden. Oder zum Anfang wenigstens einer von denen. So muss man in der Regel mit großem zeitlichen Vorlauf buchen und eine miese Destinationsauswahl ertragen. In diesem Fall betrug der Vorlauf, die Zeit zwischen Buchung und Abflug, gute fünf Monate, um den Preis für hin und zurück in Höhe von 66 € zu ergattern.

Über den Flug selbst gibt es nicht viel zu berichten, außer dass er überpünktlich in Wien endet.

Der gelb unterlegte Hinweis bzw. die Ursache dafür löst akuten Kotz- und Aggroreiz bei mir aus und dafür entschuldige ich mich garantiert nicht!
Der gelb unterlegte Hinweis bzw. die Ursache dafür löst akuten Kotz- und Aggroreiz bei mir aus und dafür entschuldige ich mich garantiert nicht!

Dort erwische ich tatsächlich noch die S7 nach Wolfsthal um 8:44h.

Yeah, ich erwische die S7 nach Wolfsthal um 8:44h
Yeah, ich erwische die S7 nach Wolfsthal um 8:44h

Das Wetter zeigt sich von seiner allerbesten, spätsommerlichen Seite. Die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel und so ist es angebracht, schnell von lang auf kurz zu wechseln. Kleidungstechnisch. Kein großer Akt, denn die Abteile sind wie leergefegt.

S7 nach Wolfsthal: die Abteile sind wie leergefegt
S7 nach Wolfsthal: die Abteile sind wie leergefegt
Das diese Kleidung Mitte September derart angemessen sein würde hätte ich nicht zu träumen gewagt...
Das diese Kleidung Mitte September derart angemessen sein würde hätte ich nicht zu träumen gewagt...

Unterwegs werde ich tatsächlich kontrolliert. Das erste Mal, dass ich in der S7 überhaupt meinen Fahrschein vorzeigen muss. Außerdem stelle ich unterwegs fest, dass ich die Stadt Hainburg an der Donau (w; map) bisher straflässigst missachtet habe. Beim Blick aus dem Zug entdecke ich eine wunderschöne Donaupromenade.

Der Haltepunkt liegt quasi direkt am Fluss. Und an dem Fluss stehen viele mehr als adäquate Asselbänke. Es gibt zudem eine Altstadt und eine Burg. Und von hier zum Wiener Flughafen braucht die Bahn nur eine halbe Stunde. Wenn es demnächst mal wieder passt, werde ich also dieses schöne Fleckchen Erde und nicht wie letztes Mal im Juli 2015 Schwechat beehren, soviel steht fest.


Pics von der kurzen, nachmittäglichen Zwischenstoppasselei (Budapest - Wien - Hannover) im Juli 2015 in bzw. an der Schwechat (map)

Schwechat, Ortskern
Schwechat, Ortskern, man beachte die verschiedenfarbigen Ziffernblätter am Uhrenturm
Asselplatz am Ortsrand, an der Schwechat
Asselplatz am Ortsrand, an der Schwechat
Asselplatz am Ortsrand, an der Schwechat
Asselplatz am Ortsrand, an der Schwechat
Nicht vergessen, das Gackerl wegzuräumen!
Nicht vergessen, das Gackerl wegzuräumen!
Stylisher Weg von der Schwechat an den Bahnhof von Schwechat
Stylisher Weg von der Schwechat an den Bahnhof von Schwechat


Um 9:31h bin ich an der östlichen Endstation der S7 angekommen und steige aus.

An der östlichen Endstation der S7 angekommen
An der östlichen Endstation der S7 angekommen

Wolfsthal (w; map): Zeit für einen kleinen Ortsrundgang. Wolfsthal hat nicht viel zu bieten außer einer schmucken Kirche samt nettem Vorplatz.

Römisch-katholische Pfarrkirche, Wolfsthal
Römisch-katholische Pfarrkirche, Wolfsthal
Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk (1735)
Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk (1735)

Der lokale Krämerladen musste leider die Segel streichen und auch sonst wirkt alles recht tot, abgesehen von den vielen durch den einst sicher extremst stylishen Hinterarschingort durchheizenden Fahrzeuge von und nach Bratislava bzw. Wien. Habe ich all die Male zuvor ja nicht anders gemacht. Bin auch einfach nur durchgebrettert.

Stimmt mich immer wieder traurig, so etwas sehen zu müssen
Stimmt mich immer wieder traurig, so etwas sehen zu müssen
Stimmt mich immer wieder traurig, so etwas sehen zu müssen
Stimmt mich immer wieder traurig, so etwas sehen zu müssen
Stylish!
Stylish!

Ich latsche zunächst stadtauswärts Richtung Grenze zur Slowakei.

Gefallenendenkmal, Wolfsthal
Gefallenendenkmal, Wolfsthal
Ob dieser Hinweis wirklich verkaufsfördernd wirkt?
Ob dieser Hinweis wirklich verkaufsfördernd wirkt?

Ich verlasse die Hauptsraße beim Wasserwerk (oder so), wo ich rechts abbiege und zum ersten und bis zur Ankunft bei/auf der Königswarte letzten Mal einen Wanderwegweiser sehe.

Wasserwerk (oder so)
Wasserwerk (oder so), Wolfsthal
Wanderwegweiser
Wanderwegweiser

Hier hätte ich mir echt eine Karte oder so gewünscht, denn die Navigation mittels Offline-App und Intuition bzw. Erfahrungsschatz aus ähnlichen Situationen ist alles andere als ein Kinderspiel. Darüber hinaus kraft- nerv- und iphonepowerraubend. Ein saftloses Iphone wäre fatal, fungiert es doch als Navi und Kamera in Union. Hier gibt es eine Top-Karte, die den Weg von Wolfsthal über die Pottenburg und die Königswarte nach Berg zeigt. Gegebenenfalls ist die Wanderung vom Wolfsthaler Sportplatzweg aus einfacher, wer weiß. Ist auf jeden Falle die vom Gemeindeamt Berg telefonisch empfohlene Variante. Egal. Weiter geht´s jetzt erstmal über einen Feldweg und später vorbei an Weinstöcken in den Wald, der sich an den Hang schmiegt.



Unterwegs telefoniere ich, Sipgate sei Dank kostenneutral, mit meiner besseren Hälfte. Dabei entdecke ich eine meiner absoluten Lieblingspflanzen, an denen ich als Kind Stunden verbringen und echt Spaß haben konnte. Ich liebe es noch immer... .


Ja, Ich liebe es noch immer... .


Für vitaminreiche Kost ist gesorgt
Für vitaminreiche Kost ist gesorgt

Hinter dem Weinstock entdecke ich eine sehr schöne Lichtung mit tollem Blick auf Bratislava. Spontan raste ich. Zücke das Tb, ziehe obenrum blank, genieße die unerwartet heftige Sonne, die im wahrsten Sinne des Wortes aufgelesene vitaminreiche Kost und den Augenblick; wohlwissend, gerade ein echtes Trip-Highlight einzusammeln. Zeit habe ich genug bzw. ich gönne sie mir einfach. Habe schließlich einen Zug, eine S7 früher als eingeplant bekommen, da muss das jetzt einfach mal drin sein. Welch angenehme Entschleunigung. Endlich komme ich komplett an und kann mich ganzheitlich auf den Trip einlassen.

Toller Rastplatz mit Blick auf Bratislava: endlich komme ich komplett an und kann mich ganzheitlich auf den Trip einlassen
Toller Rastplatz mit Blick auf Bratislava: endlich komme ich komplett an und kann mich ganzheitlich auf den Trip einlassen

Wenig später klettere ich über eine Leiter in ein Wildgehege. Oder Jagdgehege. Wie auch immer, das Areal ist umzäunt.

Nun stehe ich erstmal planlos herum und latsche in die falsche Richtung, ehe ich beschließe, den direkten Weg zur Pottenburg einzuschlagen. Luftlinie quasi.

Das hat einen sehr steilen Anstieg zur Folge, der mir alles abverlangt. Auf allen Vieren krieche ich hoch. Die schwere Neue Hüpferlitasche kann nicht anders als den Gesetzen der Schwerkraft folgend nach unten zu ziehen und mich fast zum "Hinten-Überkippen" zu nötigen und so bin ich heilfroh, als ich schweißgebadet oben bin. Da ist sie, mitten im Wald: die Pottenburg.

Ich kann nicht verstehen, weshalb diese Ruine sich keiner höheren Beachtung erfreut. Mir ist es recht aber für die recht strukturschwache Region sollte es dann doch auf der Agenda ganz oben stehen, derart touristisches Potenzial auch den Massen via Internet bekannt zu machen.

Da ist sie, mitten im Wald: die Pottenburg
Da ist sie, mitten im Wald: die Pottenburg (tolles 360° Bild von der Pottenburg)

In der Pottenburg schlage ich kurz Wurzeln, klar. Beeindruckend hier in dieser Burganlage. Und überraschenderweise bin ich der einzige Besucher. Verstehe nicht, weshalb die Pottenburg m.E. touristisch nicht ansatzweise angemessen vermarktet wird. Könnte ein Zugpferd sein, mit wenig Aufwand. Ist echt eine Sehenswürdigkeit, selbst nach meinem kritischen (und ja ich weiß: streitbaren... ) Geschmack. Hier nochmal eine echt tolle Weg"beschreibung".

Von der Pottenburg aus erreiche ich eine halbe Stunde später die Königswarte. Freue mich sehr, als ich den Holzturm endlich durch die Baumkronen hindurch erblicke. Wobei der Hügel an sich den Namen eigentlich trägt und nicht der Aussichtsturm oben drauf. Latte. Ein weiterer Sehnsuchtsort, den ich endlich wahr- und leibhaftig besuchen darf.

Da ist sie ja endlich, die Königswarte!
Da ist er endlich, der Aussichtsturm auf der Königswarte

Ein weiteres Mal klettere ich über eine Leiter und bin froh, das ganze mit nur einer Hand (in der anderen Wasserflasche und Iphone) und der neuen Hüpferlitasche auf dem Rücken unfallfrei bewerkstelligt zu kriegen.

Es geht wieder raus aus dem Gehege (angeblich steht der Zaun unter Strom, seltsam bei einer Metallleiter... )
Es geht wieder raus aus dem Gehege (angeblich steht der Zaun unter Strom, seltsam bei einer Metallleiter... )
Die Königswarte - da ist das Ding!
Die Königswarte (Hügel-Höhe: 344m; Turm-Höhe: 22m) - da ist das Ding in voller Pracht, von ganz nah!

Die Königswarte bzw. der Turm oben drauf ist schon lange ein echter Sehnsuchtsort für mich. Etliche Male bin ich auf der Autobahn bei Bratislava vorbeigefahren und habe den Turm sehnsüchtigst angestarrt. So oft habe ich mir ausgemalt, wie genial die Aussicht von da oben wohl ist. Heute finde ich es heraus, nichts wie rauf. Ich fliege sozusagen hinauf. Auf den, Achtung, Superlativ (liebe ich): östlichsten Berg Österreichs.

Interessant, interessant!
Interessant, interessant!
Überwachungsstation auf der Königswarte
Überwachungsstation auf der Königswarte und Blick über Berg (NÖ) gen Ungarn
Aussicht Richtung Hainburg an der Donau
Aussicht Richtung Hainburg an der Donau
Aussicht gen Bratislava (mit Pottenburg-Turm halbrechts unten im Bild)
Aussicht gen Bratislava (mit Pottenburg-Turm halbrechts unten im Bild)
Mein treuer Begleiter auf dem Aussichtsturm, Königswarte
Mein treuer Begleiter auf dem Aussichtsturm, Königswarte
Bratislava (miese Zoom-Qualität, sorry)
Bratislava (miese Zoom-Qualität, sorry)
Blick auf Edelstal (Römerquelle... )
Blick auf Edelstal (Römerquelle... )

Auf dem Turm vergeht die Zeit rasend schnell und ich bin hardcore-geflashed. Eine echte Dreiviertelstunde lang (die gefühlt in fünf Minuten vergeht) drehe ich meine Runden rastlos oben auf der Aussichtsplattform. Wann hat man schon eine 360° Panoramasicht, bitte? Nicht alle Tage, jedenfalls wenn ich für meine Person spreche. Der Ausblick ist atemberaubend. Mehr geht nicht. Wow, alle träumerischen Erwartungen sind übertroffen. Um Längen. Leute, echt wahr, wenn ihr mal auf der Strecke bei Bratislava vorbeikommt, zieht euch diesen Turm rein. Die Königswarte (w). Der absolute Mega-Knaller. Mir gehen die Superlative aus. Ich bin platt. Selbst heute, beim Niedertippen der Zeilen. Diese Aussicht...
... sensationell!

Ba ba, wie der Wiener sagt!
Ba ba, wie der Wiener sagt!

Von Berg aus geht es übrigens, hiermit sind die immer und immer wieder an Bratislava vorbeifahrenden, sich nun berechtigterweise angesprochen fühlenden Leute mit hoffentlich einsetzendem miesem Gewissen gemeint, schneller auf den Turm als von Wolfsthal aus. Mit der Karre hoch geht zwar nicht aber auch per Pedes ist das alles inklusive einer halben Stunde auf dem Aussichtsturm in zwei Stunden zu packen. Hier geht´s zu einer entsprechenden Wegbeschreibung mit großzügigen Zeitangaben der Gemeinde Berg (NÖ). Und hier findest Du eine Wanderkarte bzw. ein als eine solche umgewandeltes Luftbild.


Unterwegs vom Aussichtsturm auf der Königswarte nach Berg (NÖ)
Wasserbehälter Berg (NÖ, nahe der Grenze zur Slowakei und zum Burgenland)
Wasserbehälter Berg (NÖ, nahe der Grenze zur Slowakei und zum Burgenland)

Eine halbe Stunde nach Abmarsch vom Turm erreiche ich die Ortsgrenze von good old Berg (Niederösterreich) und stolpere fast über eine wirklich verlockende zwischenzeitliche Asseloption. Außer der Sicht über den Ort wird mir hier frisches Obst geboten. Vorhin hatte ich weiße, nun habe ich rote Trauben. Köstlich. Entsprechend mache ich es mir kurz gemütlich und schwelge in Erinnerungen an den ersten Aufenthalt vor Ort. 2006 war das, zusammen mit Buzz. Hier startete die Sommer-Rad-Tour via Bratislava, Kosice, Uzhgorod, Cop, Zahony, Debrecen, Budapest und Petrzalka zurück nach Berg. Mit anschließendem Abhängen in Doksy für ein paar Tage.
Boah, das ist nun fast zehn Jahre her. Unglaublich, wie flüchtig die Zeit ist.

Toller Blick auf Berg und dazu noch tolle Trauben
Toller Blick auf Berg und dazu noch tolle Trauben
Lecker, lecker!
Lecker, lecker!
Liebreizendes Berg (wie geil muss es hier einstmals gewesen sein... )
Liebreizendes Berg

Berg scheint zu wachsen. Jedenfalls gibt es am Rande der Siedlung etliche Neubauten mit davor geparkten PKW mit SK-Kennzeichen. Ich hörte von diesem auch in Kittsee und sonstwo entlang der Grenze rundum Bratislava anzufindenden Phänomen schon vor Jahren. Fiel mir bereits 2009 in Rajka (Ungarn) auf. Außerhalb von Bratislava ist das Bauland halt billiger. Und so weichen etliche Pressburger zu den Nachbarn aus. Diese Thematik ist übrigens auch in der deutschen Umgebung Stettins von Bedeutung.


Um Berg (NÖ) herum ensteht neuer Wohnraum

Nach kurzem Zick-Zack (nichts im Vergleich zum auf dem Weg zum Bunker an der A-SK-Grenze bevorstehenden großen Zick-Zack; ich hasse Zick-Zack!) erreiche ich endlich die bekannte Dorfkirche.

Berg, Kirche
Berg, Kirche

Auf der Rückseite parkten wir damals den KING. Auf dieser Seite befindet sich nun via-à-vis ein Kindergarten, vor dem ein Wasserhahn darauf wartet, mir meine zwischenzeitlich geleerte Römerquellbuddel zu füllen.

Wasserhahn der darauf wartet, mir meine zwischenzeitlich geleerte Römerquellbuddel zu füllen
Wasserhahn der darauf wartet, mir meine zwischenzeitlich geleerte Römerquellbuddel zu füllen

Das Wasser schmeckt allerdings muffig, obwohl ich die Leitung für meinen Geschmack anständig durchpusten lassen habe und so schaue ich nach, ob es noch den guten alten 2006er Hahn in Berg gibt. Dazu nun, wie passend, ein paar Pics aus dem Ort.


Auf der anderen Seite der Kirche beäuge ich den ehemaligen KING-Parkplatz
Berg (NÖ), Freiwillige Feuerwehr
Berg (NÖ), Freiwillige Feuerwehr
Diesen Nahversorger gab es damals noch nicht... löblich, dass dieser existiert!
Diesen Nahversorger gab es damals noch nicht... löblich, dass dieser existiert!
Der Wasserhahn der schon 2006 seinen Dienst verrichtete
Da ist er, der Wasserhahn der schon 2006 seinen Dienst verrichtete


Der Wasserhahn der schon 2006 seinen Dienst verrichtete

Blick auf den Brunnen und die Freiwillige Feuerwehr, Berg (NÖ)
Blick auf den Dreiländerbrunnen und die Freiwillige Feuerwehr, Berg (NÖ)
Der Dreiländerbrunnen, Berg (NÖ)
Der Dreiländerbrunnen, Berg (NÖ)
Der Dreiländerbrunnen, Berg (NÖ)
Der Dreiländerbrunnen, Berg (NÖ)
Ortsausfahrt gen Osten, Berg, Niederösterreich
Ortsausfahrt gen Westen, Berg, Niederösterreich
Stylo-Haus, Ortsausfahrt gen Osten, Berg, Niederösterreich
Stylo-Haus, Ortsausfahrt gen Osten, Berg, Niederösterreich
In dem Landgasthof Burkhart befindet sich übrigens eine Disse, hammergeil [leider wohl nur für Jung(st)spunde]
In dem Landgasthof Burkhart befindet sich übrigens eine Disse, hammergeil [leider wohl nur für Jung(st)spunde]

Ich verlasse Berg. Ziel: das österreichisch-slowakische Grenzgebiet.


Grenzstein
Die Natur meint es heute außerordentlich gut mit mir und versorgt mich permanent mit vitamreichem Obst...
Die Natur meint es heute außerordentlich gut mit mir und versorgt mich permanent für "umme" mit vitaminreichem Obst...

Nun wartet der ganz große Zick-Zack-Marsch auf mich. Ich will nach Petrzalka, in den Süden der Monsterplatte. Und auf dem Weg dorthin den Bunker sehen. Den Bunker schlechthin. Welchen? Den mit der kryptischen Bezeichnung "Bunker BS-8". Der zu einem Mahnmal ausgebaut wurde. Machnmal wünsche ich mir, besonders in diesen Tagen, dass, ach ich lasse es einfach. Besser. Auf den Shitstorm kann ich verzichten.

Ich latsche also durch die Felder. Durch damals krasses Grenzgebiet. Der Gedanke daran bewegt mich.

Alte Zeiten...
Alte Zeiten...
Ich latsche also durch die Felder gen Slowakei
Ich latsche also durch die Felder gen Slowakei
Ich latsche also durch die Felder gen Slowakei und entdecke einen Top-Asselplatz, der auch durchaus zum Pennen geeignet wäre (Konjunktiv; sicher ungesetzlich)
Ich latsche also durch die Felder gen Slowakei und entdecke einen Top-Asselplatz, der auch durchaus zum Pennen geeignet wäre (Konjunktiv; sicher ungesetzlich)

Im Zick-Zack von Berg (NÖ) nach Petrzalka

Wie aus dem Nichts taucht eine willkommene Abwechslung auf. Die Hubertuskapelle.

Die Hubertuskapelle
Die Hubertuskapelle


Die Hubertuskapelle, kurze Erklärung (war damals wohl die perfekte Gegend für sowas, der Grenze zum Ostblock wegen... )
Zick-Zack...
Zick-Zack...

Es gibt sicher schlimmere Aktionen, als Mitte September bei bestem Spätsommerwetter durch das österreichisch-slowakische Grenzgebiet zu wandern. Nach durchaus als meditativ zu benennender Latscherei stehe ich vor einer der schon vor Jahren als extrem faszinierend empfundenen Ecken, an der Grenze zwischen Österreich und der Slowakei. Hier (map) übertrete ich dann die Grenze.

Grenze zwischen Österreich und der Slowakei (ab durch den Knick... )
Grenze zwischen Österreich und der Slowakei (ab durch den Knick und ich bin in SK... ), vom Kittsee-Wiesenweg aus gesehen
Links der Straße ist Österreich - Grenzstyle!
Links der Straße ist Österreich - Grenzstyle!
Grenzstyle! Ich liebe ihn! Und bin nicht schwul!
Grenzstyle!

Grenzstyle - würde zu gern in einen fliegenden De Lorean steigen und mir die Gegend beiderseits der damaligen Befestigungsanlagen im Jahre, sagen wir mal 1980, ansehen

Direkt an der Staatsgrenze biege ich ab und komme an einem Soldatenfriedhof (1. Weltkrieg) vorbei. Daneben befindet sich das Bunkermuseum, welches zu beeindrucken weiß.

Soldatenfriedhof (1. Weltkrieg)
Soldatenfriedhof (1. Weltkrieg)
So sah es also einst aus an der Grenze
So sah es also einst aus an der Grenze
Zeleznej Opony - Eiserner Vorhang
Zeleznej Opony - Eiserner Vorhang
Pozor!
Pozor!

Das Bunkermuseum ist klasse. Ich spüre, dass hier leidenschaftliches Engagement drin steckt. Und bin dankbar dafür, dass hier ein Stück Geschichte bewahrt, gepflegt und veranschaulicht wird.

Bunker BS-8 ( hier findest du diesen)
Bunker BS-8 ( hier findest du diesen)
Bunker BS-8
Bunker BS-8 zwischen Kittsee und Petrzalka (Zadné Luky), ungefähr 500 Meter nordwestlich vom Bahnhof Kittsee Staatsgrenze (map) und somit easy mit Öffis und zu Fuß erreichbar
Bunker BS-8
Bunker BS-8, landeinwärts gerichtete Kanone
Bunker BS-8; Panzersperre
Bunker BS-8 zwischen Kittsee und Petrzalka (Zadné Luky): ich vermute das ist eine Panzersperre

Ein Besuch beim Bunker ist wärmstens empfohlen. Auch dieser Tipp richtet sich ausdrücklich an die vielen Bekannten, die sehr oft auf der Autobahn vorbeiheizen. Unter eben dieser Autobahn latsche ich durch Richtung Nordost, nach Petrzalka.

Unter eben dieser Autobahn latsche ich durch Richtung Nordost und folge der Kopcianska Ul.
Unter eben dieser Autobahn latsche ich durch Richtung Nordost und folge der Kopcianska Ul.
Unter eben dieser Autobahn zaubert mir dieser Kollege ein weiteres Lächeln aufs Gesicht
Unter eben dieser Autobahn zaubert mir dieser Kollege ein weiteres Lächeln aufs Gesicht
Vor den Toren der Stadt, auf der Kopcianska Straße, Petrzalka
Vor den Toren der Stadt, auf der Kopcianska Straße, Petrzalka

Langsam schmerzen Füße und Rücken. Die Luftschuhsohlen glühen und ich könnte eine kurze Pause vertragen. Vom Plan, bis in die Altstadt Bratislavas zu latschen rücke ich ab. Nicht wegen durchaus denkbaren, jedoch inexistenten körperlichen Verschleiß-Erscheinungen sondern primär wegen des nun einsetzenden Zeitdrucks. Einen Besuch beim Denkmal zu Ehren der sowjetischen Befreier im April 1945 in der Nähe des Hauptbahnhofs muss ich schon jetzt stornieren. Kurz: ich beschließe, den erstbesten Bus stadteinwärts zu nehmen, einzuchecken und mit leichtem Gepäck schnellstmöglich wieder loszuziehen. Solange es noch hell ist. Um circa 19h wird es langsam aber sicher (gottlob nur vorübergehend) dunkel.

Die ersten Platten sind erreicht
Die ersten Platten sind erreicht

Die ersten Wohnblöcke liegen an einer Endhaltestelle, die nach der Hauptstraße Kopciancka benannt ist. Von hier fährt die 80 der Pressburger Öffis (Lininiennetz) stadteinwärts, vorbei am Bahnhof Petrzalka und der Haltestelle Einsteinova aufs Nordufer der Donau zum Umsteigepunkt Most SNP. Genau dort will ich jetzt hin, denn die Unterkunft meiner Wahl, das Park Inn Danube liegt nur hundert Meter von da entfernt.

Endhaltestelle, die nach der Hauptstraße Kopciancka benannt ist
Linie 80: Endhaltestelle, die nach der Hauptstraße Kopciancka benannt ist

An der Haltestelle gibt es keinen Ticketautomaten und das SMS-Erwerbsverfahren funktioniert nur mit der SIM eines slowakischen Netzanbieters. Beim Fahrer gibt es glaube ich keine Fahrscheine. Hm, da muss ich wohl das Black Ticket bemühen und steige einfach mal ein. Wohl ist mir nicht dabei, denn für den Fall, dass eine Kontrolle stattfindet und mein BT ungültig ist droht ein hohes Bußgeld. Also halte ich während der Fahrt wie ein Geier Ausschau nach Kontrolleuren und Fahrkartenautomaten und steige ein paar Stationen später am Bahnhof Petrzalka aus.

Da der nächste 80er Bus, der mich nicht zur 80er Party sondern zur Wunschhaltestelle Most SNP bringt, erst in 20 Minuten kommt, bleibt mir genug Zeit um den Bahnhof genau anzusehen. Habe ich damals, im legendären Sommer 2006 (jedenfalls für Buzz), verpasst.

Bahnhof Petrzalka, Im Inneren
Bahnhof Petrzalka, Im Inneren
Bahnhof Petrzalka, am Gleis
Bahnhof Petrzalka, am Gleis

Wenig später steige ich dann in die nächste 80 und brauche nicht mehr wie ein Geier aus dem Fenster schauen. Unter der Brücke SNP steige ich aus.

Unter der Brücke aka Most SNP
Unter der Brücke aka Most SNP, der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes (w)

Zur altbekannten Bude sind es zu Fuß fünf Minuten.


Park Inn Danube Bratislava (b)

Wieso das Park Inn? Nun, ich wusste was ich für meine inklusive Frühstücksbüffet weniger als 50,- € bekomme und ziehe die Anonymität eines Kettenhotels den Reizen einer Pension vor. Check In und zack, schon bin ich drin in der Bude mit gutem Blick.

Blick durch das Hotelfenster, Park Inn Danube, Bratislava
Blick durch das Hotelfenster, Park Inn Danube, Bratislava

M.E.kann man mit dem Park Inn Danube Bratislava nichts falsch machen. Die Lage ist top und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Man kann mit dem Park Inn Danube Bratislava kaum etwas falsch machen
Man kann mit dem Park Inn Danube Bratislava kaum etwas falsch machen
Man kann mit dem Park Inn Danube Bratislava kaum etwas falsch machen
Man kann mit dem Park Inn Danube Bratislava kaum etwas falsch machen

Und so habe auch ich diesmal wieder nichts falsch gemacht und beglückwünsche mich selbst zur Wahl. Schnell die Neue Hüpferlitasche optimieren und weiter? Nein, vorher gönne ich mir ein Vollbad. Muss sein und der revitalisierende Effekt ist nicht nur ein wahrer Luxus sondern von Nöten. schnell wieder zur Haltestelle unter der Most SNP und weiter mit der 80 in die Richtung, aus der ich vor einer Stunde noch kam. An der Station Gencerova steige ich aus. Die Stylemonsterplatte Petrzalka wartet.

Petrzalka, Gleise vom/zum Hlavni Nadrazi Bratislava
Petrzalka, Gleise vom/zum Hlavni Nadrazi Bratislava
Petrzalka, Brücke über die Gleise vom/zum Hlavni Nadrazi Bratislava
Petrzalka, Brücke über die Gleise vom/zum Hlavni Nadrazi Bratislava

Aufgrund der vorangeschrittenen Stunde in Kombination mit den schon glühenden Fußsohlen muss ich mich von einer großen Spazierrunde durch Petrzalka verabschieden. Im Grunde genommen gilt hier das Motto: kennst Du einen Plattenblock, kennst Du alle und so kann ich´s verschmerzen. Definitiv auf der Liste sind dieses ominöse, anscheinend für mich unerreichbare Sowjet-Denkmal und der Badesee innerhalb der Platte, den Buzz übrigens schonmal getestet und für stylish befunden hat. Nun ziehe ich planlos los, grob Richtung Halstestelle Einsteinova, und gucke mal, wohin es mich auf dem Weg dorthin verschlägt.

Petrzalka; kennst Du einen Plattenblock, kennst Du alle
Petrzalka; kennst Du einen Plattenblock, kennst Du alle
Petrzalka; kennst Du einen Plattenblock, kennst Du alle
Petrzalka; kennst Du einen Plattenblock, kennst Du alle

In einem der Höfe entdecke ich eine gutbürgerliche Kniep mit Außenbereich. Im Außenbereich hängen ganz normale Locals, kaum Eulen, ab. Ich geselle mich dazu.

In einem der Höfe entdecke ich eine gutbürgerliche Kniep mit Außenbereich: da ist sie...
In einem der Höfe entdecke ich eine gutbürgerliche Kniep mit Außenbereich: da ist sie...

Zwei 10° Budweiser später ziehe ich weiter und lande in der angestammten, trostlosen Kniep die auf den Namen "Sonne" hört. Bekannt und gleichermaßen meinerseits beliebt für den einzigartig endzeitmäßig-trostlosen Blick durchs Kaschemmenfenster auf die hell erleuchtete Bratislavaer Burg.

Bekannt und gleichermaßen meinerseits beliebt für den einzigartig endzeitmäßig-trostlosen Blick durchs Kaschemmenfenster auf die hell erleuchtete Bratislavaer Burg...
Bekannt und gleichermaßen meinerseits beliebt für den einzigartig endzeitmäßig-trostlosen Blick durchs Kaschemmenfenster auf die hell erleuchtete Bratislavaer Burg...

Irgendwie ist es mir hier heute zu trostlos. Da hilft es stimmungstechnisch auch nicht, dass ich sowohl die Alte an der Theke als auch zwei der an eben jener festgewachsenen Eulen wiedererkenne. Nach einem Corgon flatter ich davon.

Heute zu trostlos: Interieur der Sonnenkneipe in Petrzalka
Heute zu trostlos: Interieur der Sonnenkneipe in Petrzalka
"Petrzalkas Finest" sozusagen
"Petrzalkas Finest" sozusagen

Welch ein Timing: kaum stehe ich an der altehrwürdigen Haltestelle Einsteinova, kommt die 80 und bringt mich aufs andere Ufer.

Einsteinova; hier halten übrigens nicht nur Stadtbusse sondern auch die aus Wien (Flughafen) und Wolfsthal (Regionalbus)
Einsteinova; hier halten übrigens nicht nur Stadtbusse sondern auch die aus Wien (auch die vom Flughafen) und Wolfsthal (Regionalbus)

Kurz schlendere ich noch durch die Altstadt, dann falle ich nach Schrott-TV und einem erneuten Vollbad hundemüde in die Koje und freue mich auf den morgigen Tag.

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