Island, September 2019

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Tag 2: Schiphol - Keflavik - Golden Circle - Hrunalaug - Seljavallalaug - Pennplatz an der Ringstraße

Vom Bus, in dem wir eine überraschend lauschige Nacht verbringen durften, sind es nur wenige Schritte bis zum Shuttle. Was für ein Shuttle? Ein Bus-Shuttle, der alle fünf bis zehn Minuten rundum die Uhr vom Parkplatz (95,- € Online-Preis für die gesamte Parkdauer, passt schon) zum Terminal fährt, und zwar innerhalb von knapp zehn Minuten. Der Flughafen selbst ist wie gewohnt ausgesprochen benutzerfreundlich. Zack, es geht ganz schnell, schon sitzen wir im Transavia-Flieger gen Keflavik (KEF).

Schiphol Airport (AMS)
Schiphol Airport (AMS)

Zur Vorbereitung auf den Flug haben wir uns einen Lonely Planet Reise- sowie optimistischerweise einen Rother Wanderführer gegönnt. In eben jenem blätternd vergeht die Zeit wie im Flug. Epilog: den Rother Wanderführer werden wir an keinem einzigen Tag des Aufenthaltes in Island artgerecht nutzen. Darin blättern jedoch werden wir hin und wieder hochinteressiert. Das gute Stück ist also dennoch nicht in die Schublade mit der Aufschrift "Fehlkäufe" ein- bzw. in den Müll sondern ins bereits gut gefüllte Wohnzimmerregal zu sortieren.

Et voilà: schon ist, für mich eine Premiere, für BH ein vertrauter Anblick, Island in Sicht.

Island, erstmals, jedenfalls für mich, in Sicht
Island, erstmals, jedenfalls für mich, in Sicht

In Keflavik gelandet stellen BH und ich uns an die Haltestelle der Shuttle-Busse zu den verschiedenen Mietwagenanbietern, die entsprechend den explosionsartig wachsenden Besucherzahlen wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Wenig später sitzen wir im zu einem wahrlich nahezu unglaublich-niedrigem Kurs geschossenen SUV (einem Honda CR-V) und brettern Richtung Reykjavik. Unterwegs erwerben wir zwei Gasflaschen für unseren Kocher. Preiswert im lokalen Keflaviker Baumarkt. Anschliessend kaufen wir in einem der für lokale Relationen sensationell bepreisten Discounter der Kette Bonus [das Logo-Viech (das "Bonus-Schwein") ist aber auch ´ne Marke] Lebensmittel ein. Was ganz anderes: zwecks Orientierung über das folgende Island-Trip-Programm spendiere ich an dieser Stelle schonmal eine Karte.

Als erstes wollen wir den "Golden Circle", den sogenannten "Goldenen Kreis" in der Nähe der isländischen Hauptstadt Reykjavik erledigen. Hinter eben jener biegen wir rechts gen Osten ab.

Auf den ersten Kilometern des sogenannten Golden Circles unterwegs, von Reykjavik beziehungsweise Keflavik aus kommend...
Auf den ersten Kilometern des sogenannten Golden Circles unterwegs, von Reykjavik beziehungsweise Keflavik aus kommend...
Die isländische Landschaft weiß recht rasch zu begeistern, soviel ist mal sicher (See Þingvallavatn mit der Vulkaninsel Sandey in Þingvellir)
Die isländische Landschaft weiß recht rasch zu begeistern, soviel ist mal sicher (See Þingvallavatn mit der Vulkaninsel Sandey in Þingvellir)
Island
Island

Bei Thingvellir (w) halten wir an und sind geflashed. Unter anderem allerdings auch von den touristischen Massen. Völlig aus dem Konzept bringt mich ein Typ, der plötzlich auftaucht und mich auf meine Jogginghose anspricht (weil er die so super findet und "auch" aus der Schweiz kommt). Da fehlen mir die Worte. Wie mag sich wohl der HH-Prof von "Jojo (fad) und der Professor (unterhaltsam und authentisch)" gefühlt haben, als ich ihn in Mumbai damals gegrüßt habe? Gemäß seiner eigenen Angaben, nachzulesen in einem der unsagbar wertvollen Dröhnbütel-Zines, habe ich ihn einst wohl hart "verwirrt". Wir (BH und ich) hatten den gleichen Flug (damals war die Exbir-Seite noch cool... ) wie ein paar HSV-Leute gewählt und waren somit im gleichen Flieger von Brüssel nach Mumbai. Mumbai - Alter, das war auch ein retrospektiv echt seltsamer, wenigstens horizonterweiternder (Achtung: Euphemismus) Trip.

Zurück zu diesem Trip, zurück nach Island.

Wikipedia schreibt: "An diesem Ort und im weiteren Umfeld wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar" und hat damit Recht
Wikipedia schreibt: "An diesem Ort und im weiteren Umfeld wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar" und hat damit RechtInfo über Thingvellir
Info über Thingvellir

Weiter geht´s zum Wasserfall des Flusses Hvítá , besser bekannt unter seinem wohlbekannten Namen Gulfoss (w). Genug der Worte, ich lasse einfach Fotos sprechen.

Gulfoss, Golden Circle: das nennt man wohl einen richtigen Wasserfall
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle


Gulfoss, Golden Circle

Festes Schuhwerk ist empfehlenswert. Und Übermut tut selten gut. Diese Weisheit hätte besser auch der verballerte Typ beherzigt, der sich ein wenig zu sprunghaft über die aussichtsreiche Felsnase (siehe oben) bewegte und mehr Glück als Verstand hatte, als er sich volles Pfund abpackte und überraschend unbeschadet davon kam. Gut, letzten Endes weiß man nicht, wie er sich nach dem Adrenalin-Kick gefühlt hat aber sichtbar war verletzungsmäßig zunächst nichts. Glück gehabt. Ein bischen benommen war er jedoch.

Also, festes Schuhwerk gehört ebenso wie Regenkleidung unbedingt dazu, wenn man sich Island reinpfeifen will - Ende der Durchsage (frei nach Nicholls).

Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle
Gulfoss, Golden Circle

So, das soll es nun aber auch gewesen sein mit den Fotos vom Gulfoss. Beeindruckend, keine Frage. Weiter geht es nach Geysir um einen eben solchen zu bestaunen.


Geysir, Island

Auf einen Ausbruch des Großen Geysirs (w) warten wir vergeblich aber auch der lütte Geysir weiß zu gefallen.

Auch der lütte Geysir weiß zu gefallen
Auch der lütte Geysir weiß zu gefallen
Golden Circle Route, Island (beim Geysir)
Golden Circle Route, Island (beim Geysir)

Bei Hrunalaug soll es einen Hot Pod ganz nach unserem Geschmack geben. Nichts wie hin.

Bei Hrunalaug: Island weiß permanent zu begeistern
Bei Hrunalaug: Island weiß permanent zu begeistern
Island (bei Hrunalaug)
Island (bei Hrunalaug)

Das Badebecken ist leer, schade. In Seljavallalaug soll es ein richtig schönes, geothermisch gespeistes Badebecken geben also fahren wir hin. Dort gibt es zudem einen bestens zur Übernachtung im Mietwagen geeigneten Parkplatz, auf dem wir uns jedoch vorsichtshalber nicht einrichten weil es etliche unmissverständliche Verbotsschilder gibt, die wir einfach nicht ignorieren können. Ziemlich eierig aber was soll´s.


Blick Richtung Seljavallalaug

Die Schilder haben einen triftigen Grund. Es sind unzählige Mini-Camper auf Islands Straßen unterwegs und so sind strikte Regulierungen nachvollziehbarerweise unerlässlich. Für uns natürlich ziemlich doof, die Pennplatzsuche gestaltet sich leider zu einem überraschend schwierigen Unterfangen. Mit derart vielen potentiellen Wildcampern hatten wir niemals gerechnet. Entlang der touristischen Hauptroute ist jede Parkbucht, jeder noch so unmögliche Platz dahingehend beschildert, dass Übernachten und Campieren verboten ist. Hm, was nun? Es wird almählich dunkel und wir haben keinen blassen Schimmer, wo wir den nun pennen wollen. Wir verzichten auf das Bad und brettern weiter und werden belohnt. Ein Schotterplatz, von der Hringvegur (Ringstraße 1; w) nicht einsehbar und recht windgeschützt bietet ideale Bedingungen für eine Nacht im PKW. Schilder gibt es hier ausnahmsweise mal keine, läuft bei uns.

Nachtquartier in der Nähe der Ringstraße, Island
Nachtquartier in der Nähe der Ringstraße, Island

Nach dem Abendessen ziehen wir uns noch was von Netflix rein und knacken wenige Sekunden später ein. Top-Tourauftakt, gern weiter so.

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