Island, September 2019
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Tag 6: Ytri Vik Hütte (Hauganes) - Varmahlíð - Blönduós - Borðeyri - Hólmavík - Drangsnes - Djupavik
Im gemütlichen Häuschen haben BH und ich bestens geschlafen. Trotz der bequemen Betten zieht es uns erstaunlicherweise rasch aus den Federn. Erstaunlicherweise? Ganz und gar nicht, angesichts der Vorfreude auf ein Bad im nicht nur sozusagen "eigenen" Hot Pod", welcher mit geothermal erhitztem Wasser gespeist wird und die ganze Nacht durchläuft. Das Wasser spurdelt permanent hinein und läuft auch wieder ab, logisch. Was ich damit sagen will: der Wasseraustausch bereitet hier weder Kosten noch Mühen. Und da das Wasser dermaßen heiß aus dem Boden ballert, muss es sogar heruntergekühlt werden in so einer Art Mischbatterie. Ach ja, die Isländer sind sicher nicht ums Wetter zu beneiden aber um die Hot Pods, nun ja, da sieht es jedenfalls aus meiner Sicht anders aus. In die Hot Pods habe ich mich wie bereits erwähnt auf Anhieb verliebt, klarer Fall.
Ytri Vik Hütte (Hauganes)
Tomaz lässt es sich
gutgehen (mal wieder)
Palatinchen aus dem Hause
"Hamburger (seit 1909!) aus Kuhardt in der Pfalz dürfen mittlerweile
auf keinem Trip fehlen...
Blick von der Ytri Vik
Hütte auf den Eyjafjörður (w)
Schweren Herzens sage ich dem Hütten-Hot-Pod leise "Adieu", ehe BH und ich weiter gen Inselumrundung streben und als nächstes Ziel Drangsnes definieren. Unterwegs halten wir hier und dort an und im Grunde genommen machen wir, wie im Prinzip bereits während des gesamten Aufenthaltes hier auf Island, den Weg zum Ziel. An dieser Stelle spendiere ich mal wieder, zwecks besserer Orientierung, eine Karte.
Die Landschaft weiß noch immer massiv zu begeistern, soviel steht fest.
Unterwegs auf Island; die
Landschaft weiß noch immer massiv zu begeistern, soviel steht fest
Unterwegs auf Island; das
Wetter wechselt ständig, häufig binnen weniger Minuten
Ja, Islands Landschaft
ist der Knaller, keine Frage
Da haben sich welche lieb
Schmucke Kirche am Hrútafjörður
(w)
Am Hrútafjörður
Am Hrútafjörður,
Island
Unterwegs auf den überwiegend
bestens befahrbaren (Haupt-) Straßen, in diesem Fall auf dem Weg zum
öffentlichen Hot Pod in Drangsnes
Unterwegs auf Island
Unser von Vornherein auserkorenes Etappenziel ist Drangsnes. In Drangsnes, dem kleinen Nest im Nordwesten Islands befinden sich nämlich gleich drei (!) direkt nebeneinander und an der Küste liegende Hot Pods, auf die wir seit Trip-Beginn bereits scharf sind. Und nun sind die Hot Pods von Drangsnes endlich "fällig". Wir parken den Miet-Honda, schlüpfen in Badeklamotten und versenken unsere Astralkörper im am niedrigsten temperierten der drei Becken. Die Becken sind unterschiedlich warm und bestens gepflegt. Ein echter Trip-Höhepunkt, den wir hier hier gerade wieder eintüten - dies ist uns sofort klar.
Drangsnes, Island
BH und unsere Miet-Karre,
angekommen in Drangsnes, Island
Blick über die Miet-Karre
hinweg auf die drei Badebecken von Drangsnes, Island
Zwei der insgesamt drei
(die Privatsphäre der im dritten Becken chillenden Leute gilt es zu wahren...
) im Grunde genommen kostenneutral(um eine Unterhaltsspende wird gebeten)
nutzbaren Badebecken von Drangsnes, Island
Und gerade weil es uns von Beginn an bewusst ist, dass das hier gewiss eines der absoluten Trip-Highlights darstellt, genießen wir die "Wechsel"-Bäder ausgiebigst in vollen Zügen. Mehr geht nicht, echt nicht, Amigos.
Mehr geht nicht
Auch meine bessere Hälfte
aka "BH" weiß die Hot Pods von Drangsnes zu schätzen
Von Drangsnes aus geht es weiter, immer weiter, und zwar in diesem Fall nach Djupavik (w). Dort haben wir uns im nach dem Ort benannten und einzigem Hotel am Platz einquartiert - im Hotel Djupavik.
Blick auf die isländische
Insel Grimsey, auf der zur richtigen Zeit massig Papageientaucher zu sehen
sein sollen, von denen uns übrigens während der gesamten Tour leider
kein einziges Exemplar begegnet...
Unterwegs, auf endlich
mal wieder sowohl den Allradantrieb als auch die Bodenfreiheit des SUVs beanspruchender
Straße, gen Djupavik (man erreicht den Ort jedoch auch mit stinknormalen
Vehikeln, wenn auch unter einem erheblicheren Zeit- und Nervenaufwand)
Island, unterwegs nach
Djupavik
Island, unterwegs nach
Djupavik
Island, unterwegs nach
Djupavik
Natürlich hätte ich Bock auf eine Übernachtung direkt am Meer, im Mietwagen versteht sich. Dies ist jedoch nicht möglich, da BHs Verfassung sich erst almählich zu bessern beginnt. Die Wechsel-Wärme-Bäder in Drangsnes haben sicher eine Menge zur positiven Entwicklung beigetragen. Mit dem eigenen Bus sähe die Sache, der ebenen Liegefläche und der Standheizung sei Dank, anders aus. Einige Zeit überlegten wir tatsächlich, eines Tages mit dem eigenen Gefährt Island zu bereisen.
Mittlerweile
haben wir diese Pläne beerdigt. Diverser Gründe wegen:
1. ist Island viel
zu überlaufen, jedenfalls entlang der Hauptroute
2. würde unser Bus abseits der Hauptroute massiv leiden
3. sind die Fährüberfahrtskosten hoch
4. haben wir am Ende dieser Tour abgesehen vom Inneren der Insel und den Westfjorden
alles für uns relevante gesehen und
5. ist das Wetter für einen längeren Aufenthalt, ohne den sich die
Fährüberfahrt nicht lohnen würde, zu abgefuckt.
Auf dem Weg nach Djupavik,
Island
Auf dem Weg, genauer gesagt
auf der Straße mit der Nummer 643, nach Djupavik, Island
Kurz vor Djupavik (map),
Island
Blick auf Djupavik (zu
deutsch "tiefe Bucht" oder auch "Bucht der Abgründe";
mittig die ehemalige Fabrik, in der Heringe verarbeitet wurden)
Hotel
Djupavik (Ort: ebenda)
Wie in Island üblich ziehen wir die Schuhe unmittelbar nach Betreten des Hauses aus und schlüpfen in Latschen. Der Check In geht fix von der Hand und schon nach wenigen Minuten betreten wir unser kleines Kämmerlein für die folgende Nacht.
Da ist
es, das kuschelig-gemütliche Zimmer
im Hotel Djupavik
Nachdem wir uns unser Abendmahl nicht nur zubereitet sondern auch reingepfiffen haben (Nudeln mit Pesto vom heimischen Feinkost Albrecht) machen wir nochmals los. Wir schlüpfen in die wärmsten zur Verfügung stehenden Monturen und machen einen ausgiebigen Erkundungsspaziergang durch den Ort, dessen Existenz der Heringsfabrik geschuldet ist und im Prinzip nur mehr aus dem Hotel, ein paar Wochenend- bzw. Ferienbuden und der bis nach Krossnes (w; genauer gesagt zum Krossneslaug Geothermal Pool - pic) führenden, als Sackgasse endenden Straße mit der Nummer 643 besteht. Richtige Einwohner geschweige denn eine Infrastruktur gibt es längst nicht mehr. Abgesehen von der Straße 643 und dem Hotel, versteht sich.
Ach ja, ehe ich es zu erwähnen versäume: in der ehemaligen Fabrik werden kostenpflichtige Führungen angeboten, zudem haben sich dort Künstler welcher Art auch immer eingenistet.
Uns interessiert der Ort selbst und ich darf konstatieren, dass ich leichten, minimalen und dennoch spürbaren Barentsburg-Style in mir keimen spüre. Barentsburg - seufz! Alleine dafür hat sich der Ritt hierher schon gelohnt. Mal ohne Flachs: die Zeit in Djupavik ist ein echter Höhepunkt der Island-Tour, soviel ist auf Anhieb klar. Beeindruckend, und zwar im uneingeschränkt positiven Sinne, hier.
Djupavik, Island
Nach dem Top-Spaziergang geht´s in die Falle. Hundemüde knacken wir innerhalb kürzester Zeit weg und träumen von Hot Pods und der rauhen isländischen Top-Landschaft. Ich für meinen Teil zudem von Barentsburg, so wie Barentsburg sich einst präsentierte. Seufz.