Island, September 2019
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Tag 5: Halbinsel " Langanes" - Þórshöfn - Dettifoss (Ostseite) - Námafjall und Hverarönd - Reykjahlíð - Akureyri - Hauganes - Ytri Vik
BH fand die Nacht nicht so entspannt wie ich und begeht einen folgenschweren Fehler, als sie sich unmittelbar nach Verlassen der Miet-Karre zu stretchen beginnt - und sich irgendwie massiv weh tut dabei. So ein Scheiß. Das nennt man wohl eine Verspannung. Hoffen wir laienhaften, hirnrissigerweise auf Net-Doktor-Seiten zurückgreifende und stetig verunsicherter daherkommende Nichts-Checker jedenfalls.
Ab zur lokalen Krankenstation von Þórshöfn lautet nun die Devise. Bis dorthin gilt es jedoch noch, die nachwievor sensationelle Landschaft zu genießen, Wildpferde zu umgarnen und einer beruflichen, leider nicht anders planbaren Telefonkonferenz beizuwohnen. Für eben jene Telefonkonferenz bedarf es naturgemäß einer ansatzweise belast- wie nutzbaren mobilen Datenverbindung, das ist klar.
Unterwegs im absoluten
Nordwesten Islands, auf der Halbinsel " Langanes"
Unterwegs im absoluten
Nordwesten Islands, auf der Halbinsel " Langanes"
Unterwegs im absoluten
Nordwesten Islands, auf der Halbinsel " Langanes" - BH hält
gerade ihre leider nicht aufschiebbare Telefonkonferenz ab und ich freunde
mich mit den wilden Pferden (halbdomestiziert) an; jedenfalls so gut es geht...
Island, wilde Pferde (halbdomestiziert)
Vor ein paar Jahren hätte ich mir noch eher in die Hose gekackt als einem Pferd wertfrei formuliert die Stirn zu bieten und seitlich anzubändeln. Heute sieht die Sache anders aus, heute bin auch ich sozusagen von der Pferde-Manie der positiven Art angesteckt und liebe die Gesellschaft mit eben jenen edlen Geschöpfen. Und zwar total. Total? Nun ja, auf alle Fälle derart doll, dass ich es einfach mal wage, zu den halbwegs domestizierten Wildpferden Islands bei der sich nun bietenden Gelegenheit Kontakt auf zu nehmen.
Island, wilde Pferde auf
der Langanes-Halbinsel (halbdomestiziert)
Bei der Kontaktaufnahme mit den wahrlich wunderschönen Wildpferden (Vera wäre glaube ich stolz auf mich angesichts dieser formidablen Alliteration) Islands verlasse ich mich einfach mal auf das bischen, was ich diesbezüglich im Rahmen meiner jüngst stattgefundenen Weiterbildung mitnehmen durfte und reichere das Wissen mit meiner Intuition an.
Diese Tiere sind allerdings von einem anderen Schlag als die komplett domestizierten und zudem konditionierten, mit denen ich im Rahmen des bereits erwähnten Workshops arbeiten durfte. Prinzipiell ticken beide Versionen jedoch gleich. Es sind halt Pferde auf unterschiedlich an die Menschheit angepasstem und gewöhnten Niveau, was unbedingt zu beachten ist, liebe potentiell zum Nachahmen meiner retrospektiv als recht irre zu bewertenden Kontakt-Aufnahme-Aktion. Mit den keinesfalls lediglich halbwegs als "wild" zu bezeichnenden Pferden auf der Langanes-Halbinsel im Nordosten Island, Amigos. Frei nach Andy Nicholls (mal wieder): "Ende der Durchsage!".
Island, wilde Pferde auf
der Langanes-Halbinsel (halbdomestiziert, distanzlos, teils frech wie übermütig
und selbstbewusst - Top!)
Island, wilde Pferde auf
der Langanes-Halbinsel (halbdomestiziert)
Island, wilde Pferde auf
der Langanes-Halbinsel (halbdomestiziert)
Final konstatieren wir, dass die gesamte Halbinsel Langanes absolut sehenswert ist. Schon jetzt ist klar, dass es sich bei dieser Gegend und den hier gemachten Erfahrungen um ein uns nicht mehr zu nehmendes Trip-Highlight handelt. Wie heißt es noch so so schön? Richtig: "Erinnerungen sind ein Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann."
Daumen hoch für diese
endgeile Top-Gegend im äußersten Nordwesten Islands
Ehe wir die Halbinsel verlassen wagen wir den Versuch, die mittlerweile aufgegebene US-amerikanische Millitärbasis, die Radarstation H-2 "Misty Mountain" mit einem ansatzweise heilen SUV aus dem Hause Honda zu erreichen und müssen leider nach wenigen gefahrenen Kilometern stoppen und wenden. Den Ritt bis zur ehemaligen Radarstation H-2 auf der Halbinsel Langanes würde die Miet-Karre vermutlich nicht in fahrtüchtigem Zustand überstehen und bis hier am Arsch der Welt das isländische Pendant zum heimischen ADAC auftaucht wollen wir mitnichten herausfinden.
Ein Besuch in der einstigen Basis wäre gewiss ein weiteres Trip-Highlight geworden; entsprechend schmerzt es, schweren Herzens zu wenden und den Gedanken an einen Besuch für den Moment beerdigen zu müssen. Sicher, wir hätten auch hin- und wieder zurück wandern können aber es stehen noch einige andere Punkte auf der heutigen Agenda. Abgesehen davon hat sich BH wie gesagt etwas zu sehr gestreckt heute früh, so ein Mist.
Abzeichen der ehemaligen US-amerikanischen Millitärbasis, der Radarstation
H-2 "Misty Mountain" auf der Langanes Halbinsel im Nordosten Islands
Abzeichen der ehemaligen
US-amerikanischen Millitärbasis, der Radarstation H-2 "Misty Mountain"
auf der Langanes Halbinsel im Nordosten Islands
Der dankenswerterweise aufgestellten Info-Tafel am Abzweiger zur ehemaligen US-amerikanischen Millitärbasis, der Radarstation H-2 "Misty Mountain" auf der Langanes Halbinsel im Nordosten Islands, entnehmen wir interessante Informationen und studieren sämtliche Texte und Fotos mit der angebrachten Aufmerksamkeit - mega-stylish hier und echt schade, dass wir die verlassene Anlage nicht in Augenschein nehmen. Retrospektiv übrigens ein Fehler aber hinterher ist man halt häufig schlauer. So auch dieses Mal.
Luftbildaufnahme des Areals,
abfotografiert von der dankenswerterweise aufgestellten Info-Tafel am Abzweiger
zur ehemaligen US-amerikanischen Millitärbasis, der Radarstation H-2
"Misty Mountain" auf der Langanes Halbinsel im Nordosten Islands
Weiterführende Informationen
über die ehemalige US-amerikanische Millitärbasis "Misty Mountain"
auf der Langanes Halbinsel im Nordosten Islands, abfotografiert von der dankenswerterweise
aufgestellten Info-Tafel
Weiterführende Informationen
über die ehemalige US-amerikanische Millitärbasis "Misty Mountain"
auf der Langanes Halbinsel im Nordosten Islands, abfotografiert von der dankenswerterweise
aufgestellten Info-Tafel
Abzweiger zur ehemaligen
Radarstation H-2 "Misty Mountain" auf der Langanes Halbinsel im
Nordosten Islands
- die bummeligen sechs Kilometer räudigster Piste hätte man natürlich
auch latschen können aber das lässt unser heutiger Tagesplan nicht
zu
In Þórshöfn befindet sich eine Art Krankenhaus. Dieses steuern wir aufgrund der beim Stretchen plötzlich aufgetretenen Schmerzen an. Nun ja,der Begriff "Krankenhaus" erscheint mir übertrieben. Es handelt sich eher um eine Art eine Krankenstation bzw. gemäß deutscher Relationen um eine schnöde Arztpraxis.
Þórshöfn
Þórshöfn,
Schwimmbad
BH hat, so wie es hierzulande auf Island die Pflicht ist, ihre Schuhe ausgezogen
und macht das zum eigentlichen Grund des Vorsprechtermins passende Gesicht
auch ohne mein Zutun...
BH lässt sich untersuchen. Nichts wildes, aber sehr schmerzhaft. Entwarnung, der Trip kann weitergehen. A ptschiu. An weitere Übernachtungen im japanischen Begleiter aus dem Hause Honda ist fortan "leider" (meine Meinung) beziehungsweise "zum Glück" (so sieht es BH) fortan nicht mehr zu denken, hier auf Island, während dieses Trips. Unser nächstes Ziel, mal abgesehen vom Weg selbst, ist der Detti-Foss (w).
Unterwegs im Nordwesten Islands
Rumpel-Pisten-Straße zum Parkplatz am Dettifoss (Ostseite)
Der Parkplatz am Dettifoss (Ostseite) ist kostenfrei nutzbar und brechend voll. Die touristische Invasion hier auf Island zeigt sich allen Ortens, das ist klar, doch an Hot-Spots wie diesem offenbaren sich die wahren Ausmaße der Besucherflut besonders deutlich. Angenehm ist das nicht. Und auch BH und ich, soviel ist uns bewusst, sind Teil der Touri-Masse die Island fest im Griff hat. Jedenfalls entlang der Ringstraße und bei den Top-Sehenswürdigkeiten.
Am Dettifoss (Ostseite)
Am Dettifoss (Ostseite)
Welcome to the Detti-Foss
Der Wasserfall ist selbstredend absolut beeindruckend und mindestens ebenso sehenswert wie der Gulfoss. Überraschend übrigens, was für Mietkarren den Weg hierher finden obwohl diese sicher nicht pistentauglich sind beziehungsweise gemäß Mietbedingungen überhaupt nicht hier durch die Gegend rumpeln dürften.
Deti-Foss
Deti-Foss
Beim Deti-Foss, Island
Am Deti-Foss wird wieder einmal erschreckend deutlich, wie sehr Island von Touristen wie uns gekapert ist. Und wieviele Camper-Vans durch die Gegend eiern, die dafür sorgen, dass (jedenfalls entlang der Ringstraße) jede auch nur im Ansatz für eine Übernachtung in Frage kommende Parkbucht unmissverständlich "aggro" beschildert ist. Und zwar mit dem Hinweis, dass man dort nicht pennen darf. Wir haben eh eine Bude gebucht und heizen, allerdings nicht so rasant wie die verrückten Chinokken in ihren Mietkarren überwiegend unterwegs sind, nach Námafjall und Hverarönd (Mývatn-Gebiet).
Was es dort gibt? Alter, bin ich Geologe oder Autor beim Lonely Planet? Zieh dir doch einfach den Wikipedia-Artikel (w) rein, Keule.
Hier präsentiert sich
die Straße vom und zum Deti-Foss in einem Top-Zustand
Hverarönd
Hverarönd
Hverarönd
Nachdem wir uns die blubbernden Hochtemperaturgebiete reingepfiffen und angemessen bestaunt haben heizen wir weiter. Nächstes Ziel: Akureyri beziehungsweise das von dort um die zehn Km entfernt gelegene Hauganes, wo sich die unsererseits gebuchte Bude befindet. Zu doof, dass die Bude nicht nur unsererseits ge- sondern massiv überbucht ist. Ätzender Stress, der sich der wieder einmal sensationellen Kunden- und Serviceorientierung meines präferierten Buchungsportals namens "booking.com" sei Dank final in Wohlgefallen auflöst. Wie das? Indem wir in einer der Blockhütten (Pic von unserer Hütte für diese Nacht) von Ytri Vik einquartiert werden.
Um die preisliche Differenz brauchen wir uns keine Gedanken machen, das wird seitens booking.com geregelt. Und wir genießen den hütteneigenen Hot-Pod, ehe wir nach einer Netflix-Konserve ins Reich der Träume driften.